60 Reaktionen

Kommentar: Wieso Firefox 57 Mozillas bester Release aller Zeiten wird

Geschätzte Lesedauer:

Mit Firefox 57 arbeitet Mozilla an einer der bedeutendsten Veröffentlichungen in der Geschichte von Firefox. Der Mozilla-Browser wird viele große Änderungen erfahren, von denen manche auch Konsequenzen haben, welche auf den ersten Blick nicht unbedingt von jedem Nutzer willkommen geheißen werden. In diesem Kommentar fasse ich zusammen, wieso dieser Schritt aus meiner Sicht absolut notwendig ist und wieso man sich auf Firefox 57 freuen sollte.

Achtung: Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die Meinung und persönliche Interpretation des Verfassers.

Am 14. November soll Firefox 57 erscheinen. Firefox 57 wird – das kann man wohl sagen – einer der größten und wichtigsten Firefox-Releases in der Geschichte des Mozilla-Browsers werden. Firefox 57 soll die Grundlage dafür bilden, dass Firefox wieder ganz vorne im Browsermarkt mitmischen kann. Das klingt doch super, was könnte daran jemand schlecht finden? Nun, manchmal muss man, um zwei Schritte nach vorne gehen zu können, einen Schritt zurück machen. Und für Nutzer von Firefox-Erweiterungen und Themes kann dieser Schritt zurück Auswirkungen der Art bedeuten, dass einige der Erweiterungen oder Themes ab Firefox 57 nicht mehr funktionieren. Doch der Reihe nach.

Keine Legacy-Erweiterungen mehr

Der Status Quo

Zur Entwicklung von Erweiterungen gibt es, historisch begründet, verschiedene Architekturen. Da gibt es zum einen die ganz alten und klassischen XUL-Erweiterungen, welche praktisch unendliche Möglichkeiten haben, wirklich jedes Detail von Firefox beliebig zu verändern. Dann gibt es neuere Architekturen wie Bootstrapped Erweiterungen, SDK-basierte Erweiterungen und schließlich den neuen Standard der Erweiterungs-Entwicklung: die WebExtensions. Die drei erstgenannten Architekturen werden in diesem Zusammenhang als Legacy-Erweiterungen zusammengefasst (engl. „legacy“ für „veraltet“).

Zwei Seiten einer Medaille

Dass Erweiterungen die Möglichkeit haben, wirklich alles in jeder beliebigen Weise zu verändern, klingt erst einmal toll. Man könnte argumentieren, dass dies eine der größten Stärken von Firefox sei und es würde dem vermutlich auch kaum jemand widersprechen. Allerdings muss einem bewusst sein, dass alles einen Preis hat. Und so sind die bislang nahezu unbegrenzten Möglichkeiten für Erweiterungen zur gleichen Zeit, in der sie eine der größten Stärken von Firefox sind, auch eine der größten Schwächen von Firefox.

Klingt komisch? Die Erklärung ist aber naheliegend. Während in WebExtensions Änderungen ausschließlich über eigens für Erweiterungen entwickelte Schnittstellen erfolgen, wird das in Legacy-Erweiterungen nicht erzwungen. Legacy-Erweiterungen können auf sämtliche Interna von Firefox zurückgreifen. Dadurch ergeben sich die vielen Möglichkeiten für Entwickler. Für Mozilla ist es praktisch unkontrollierbar, was Erweiterungen machen können und was nicht.

Aber für wen ist das nun ein Problem? Die Antwort ist: für alle beteiligten Parteien. Für Mozilla selbst, für die Entwickler von Erweiterungen und am Ende auch für die Nutzer. Die erste Partei, Mozilla, ist hierbei vermutlich noch am Naheliegendsten. Durch die ständige Rücksichtnahme auf Erweiterungen, welche keinen definierten Rahmen haben, in dem sie sich bewegen dürfen, hat sich Mozilla selbst einen großen Wettbewerbsnachteil verschafft. Die Entwicklung von Firefox konnte nicht in dem Tempo vorangetrieben werden, wie es andere Browserhersteller konnten, die keine Rücksicht auf veraltete Architekturen nehmen müssen, da es keine Unterscheidung zwischen Firefox-Interna und von Erweiterungen genutztem Code gibt. Der Nachteil für Erweiterungs-Entwickler und Nutzer hängt zusammen: durch die Art, wie Legacy-Erweiterungen funktionieren, gibt es mit praktisch jeder neuen Firefox-Version Kompatibilitäts-Probleme bei irgendwelchen Add-ons. Dies ist genauso ärgerlich für den Entwickler, der seine Erweiterung wieder anpassen muss, als auch natürlich für den Nutzer, der frustriert ist, wenn es kein rechtzeitiges Update der Erweiterung und eine Erweiterung dann plötzlich nicht mehr funktioniert. Noch schlimmer, wenn die Erweiterung überhaupt nicht mehr weiterentwickelt wird.

Mozillas Fehler war vielleicht das SDK, aber nicht die WebExtensions

WebExtensions sind per Design limitiert, können also bewusst nicht alles ändern, was Legacy-Erweiterungen ändern können. Dies ist der Grund, wieso einige Nutzer die WebExtension-Architektur nicht begrüßen. Aus meiner Sicht sind WebExtensions allerdings der genau richtige, da einzige Weg, Firefox auf Dauer auf einem Top-Niveau zu halten, ohne dabei Frust bei Erweiterungs-Entwicklern sowie Nutzern zu verursachen.

Das eigentliche Problem gab es bereits früher, in Firefox 4 mit der Einführung des Add-on SDKs. Der Gedanke von Mozilla war bereits damals richtig, denn das SDK hat Schnittellen für Erweiterungen gebracht und die Entwicklung von Add-ons erheblich vereinfacht. Allerdings hätte das SDK im Idealfall bereits damals das werden sollen, was nun die WebExtensions sind. WebExtensions legen ohne Wenn und Aber einen genauen Rahmen fest, was möglich ist und was nicht, WebExtensions bringen ein Berechtigungs-Modell und WebExtension-Schnittstellen sind performant genug umgesetzt. Ganz anders das SDK: noch heute besitzt das SDK enorme Performance-Probleme und ist sogar der Grund dafür, wieso die neue Multiprozess-Architektur von Firefox mit mehr als nur einem einzigen Content-Prozess erst ab Firefox 57 für alle Nutzer ausgerollt werden kann, denn die Performance-Probleme SDK-basierter Erweiterungen multiplizieren sich mit jedem Content-Prozess und sind ein zu starker Faktor für die Performance von Firefox als dass Mozilla damit mehrere Content-Prozesse ausrollen könnte, ohne die Leistung von Firefox zu verschlechtern. Und vor allem: hätte Mozilla bereits in Firefox 4 eine Architektur umgesetzt bekommen, welche heutigen WebExtensions entspricht, dann hätte Firefox jetzt bereits einige WebExtension-APIs mehr, die nun aus Zeitgründen teilweise vielleicht erst nach Firefox 57 implementiert werden können. Selbst, wenn es später geworden wäre, ein früherer Start der WebExtension-Entwicklung wäre natürlich von Vorteil in Hinblick auf Firefox 57 gewesen.

Allerdings muss man natürlich auch sagen, dass auch bei Mozilla nur Menschen arbeiten, welche nicht immer alles von Anfang an perfekt umsetzen können. Insofern hat natürlich auch das SDK in seiner implementierten Form wichtige Erfahrungen gebracht, welche sicher auch in die Entwicklung der WebExtension-Architektur einfließen konnten.

Viele nutzen überhaupt keine Add-ons (bewusst)

In Diskussionen wird oft eingebracht, dass Add-ons ja einer der Hauptgründe seien, überhaupt Firefox zu nutzen, und dass dieser Schritt Firefox ruinieren wird, weil plötzlich so viele Erweiterungen nicht mehr funktionieren werden. Tatsächlich trifft diese Aussage nur eingeschränkt zu. Denn über 40 Prozent der Firefox-Nutzer nutzen nicht ein einziges Add-on. Und wenn jemand nicht zu diesen über 40 Prozent zählt, sind es nicht automatisch 50 elementar wichtige Add-ons, die der Nutzer nutzt. Dann gibt es erst einmal all die Nutzer mit nur einem Add-on, die mit nur zwei Add-ons usw. Und jedes einzelne Add-on könnte bereits jetzt oder mit dem Erscheinen von Firefox 57 eine WebExtension sein. Dazu sind einige Add-ons auch vernachlässigbar. Nicht jedes Add-on genießt für jeden Nutzer Priorität. Ich selbst kenne sogar tatsächlich einige Nutzer, die gar nicht wissen, was für Add-ons sie installiert haben, und die einen Wegfall vermutlich nicht einmal bemerken würden. Oder vielleicht bemerken, dass etwas anders ist, das aber nicht näher spezifizieren können. Ich halte dies für keine Seltenheit.

Damit will ich auf Folgendes hinaus: ausgehend von der Anzahl der Nutzer, die jetzt schon überhaupt keine Add-ons nutzen, und den mehreren tausend WebExtensions, die es jetzt schon gibt, halte ich es für sicher, dass dieser Architektur-Wechsel für wenigstens die Hälfte der Firefox-Nutzer komplett unbemerkt bleibt und verschmerzbar für einen noch nicht unwesentlich größeren Anteil der Nutzer sein wird. Am Ende bringt dieser Architektur-Wechsel also einen Vorteil für mehr Nutzer als er einen Nachteil bringt. Und durch die Vorteile (siehe nächster Abschnitt) wird Firefox vielleicht sogar wieder attraktiver für neue Nutzer. Nutzer, die von Browsern wie Chrome, Opera, Internet Explorer oder Edge kommen, vermissen hinsichtlich Erweiterungen in Firefox sicher wenig. Tatsächlich bietet Firefox beispielsweise bereits jetzt sogar eine WebExtension-Schnittstelle für Sidebars, welche Chrome-Nutzer gerne hätten (der Vollständigkeit halber: Opera besitzt eine solche auch). Und Mozilla wird in Zukunft noch mehr Schnittstellen anbieten, die Firefox-spezifisch sind, Firefox war nie per Definition auf das limitiert, was Chrome kann, nur weil die Chrome-APIs als Ausgangslage für die Entwicklung der WebExtension-Architektur dienten.

FAZIT: Was der große Vorteil für die Nutzer ist

Für einige Nutzer wird die Umstellung hart, das steht vollkommen außer Frage. Viele Dinge, die mit Legacy-Erweiterungen möglich waren, sind auch mit WebExtensions möglich oder werden zumindest in Zukunft möglich sein. Firefox 57 erscheint erst im November und mit dem Erscheinen von Firefox 57 wird die Entwicklung neuer WebExtension-Schnittstellen nicht aufhören. Andere Dinge sind allerdings mit WebExtensions bewusst nicht möglich, darunter fallen diverse Oberflächen-Anpassungen oder das Ändern beliebiger Einstellungen, die man mittels about:config ändern kann. Erweiterungen, welche komplett auf solche Dinge setzen, können als WebExtension nicht umgesetzt werden und fallen damit weg. Der Frust darüber ist natürlich verständlich.

Auf der anderen Seite bringt der Wegfall von Legacy-Erweiterungen nicht zu verachtende Vorteile. Zum einen bringen WebExtension-APIs gewisse Versprechen hinsichtlich der Kompatibilität. Nicht mehr funktionierende Erweiterungen nach einem Firefox-Update sollten so gut wie gar nicht mehr vorkommen, da inkompatible API-Änderungen bestmöglich vermieden werden. Etwas, was gerade bei XUL-Erweiterungen zu garantieren gar nicht möglich gewesen wäre. Und Mozilla kann sich besser der Weiterentwicklung von Firefox widmen, was wichtig ist, um den Anschluss an das Spitzenfeld der Browser nicht zu verlieren. Denn am Ende bringen einem auch die tollsten Erweiterungen wenig, wenn Firefox keine zufriedenstellende Leistung im Vergleich zu anderen Browsern bringt.

Neues Themes-System

Der Status Quo

Ähnlich wie bei Erweiterungen gibt es auch für die Gestaltung von Firefox zwei verschiedene Systeme: Themes, früher Lightweight Themes genannt, welche nur eine Textur über den Browser legen und zwei Farben anpassen. Und außerdem die vollständigen Themes, die ähnlich wie XUL-Erweiterungen wirklich jeden Aspekt der Oberfläche verändern können.

Das bisherige Theme-Konzept ist kaputt

Wenn auf der Erweiterungs-Seite von Mozilla um die 500 vollständige Themes angeboten werden und davon gerade einmal 60 überhaupt noch in aktuellen Firefox-Versionen funktionieren, spricht dies eine eindeutige Sprache, dass das bisherige Konzept des Themings in Firefox kaputt ist. Kaputt bedeutet in diesem Fall, dass Idee und Realität nicht mehr gemeinsam funktionieren. Dies liegt vor allem auch in der Notwendigkeit begründet, Firefox in einem hohen Tempo weiterzuentwickeln. Die Entwickler vollständiger Themes müssen permanent Anpassungen vornehmen, um ihre Themes am Laufen zu halten. Dies ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Kaum vorhandene Dokumentation erschwert das Ganze. Ob Theme-Entwickler mit dem kommenden Theme-System zufrieden sein werden, wird die Zeit erst zeigen müssen, aber dass die meisten mit dem bisherigen Status Quo nicht zufrieden sind, ist eine sichere Annahme.

Die (Lightweight) Themes auf der anderen Seite sind überhaupt nicht kaputt, diese funktionieren wunderbar. Nur sind diese eben auch extrem in den Möglichkeiten eingeschränkt. Ersteller solcher einfachen Themes wünschen sich teilweise mehr Möglichkeiten zur Anpassung.

Themes – nur etwas für die Minderheit der Firefox-Nutzer

Vollständige Themes werden von lediglich 0,089 Prozent der Firefox-Nutzer genutzt. Das ist eine Zahl, die es vielleicht sogar rechtfertigen würde, die Unterstützung von vollständigen Themes ersatzlos zu streichen. Nichtsdestominder investiert Mozilla Ressourcen in ein komplett neues Theme-System ist, weswegen ich es wichtig finde, hierfür erst einmal dankbar zu sein statt nur den Wegfall bisheriger vollständiger Themes zu beklagen. Denn damit zeigt Mozilla, dass ihnen auch weiterhin Anpassbarkeit am Herzen liegt, auch wenn dies nur weniger als 0,1 Prozent der eigenen Nutzer betrifft.

FAZIT: Was der große Vorteil für die Nutzer ist

Das kaputte Theme-System wird ersetzt durch ein neues System, welches natürlich stark eingeschränkt im Vergleich zu bisherigen vollständigen Themes sein wird, auf der anderen Seite aber die Kompatibilitäts-Probleme lösen wird. Kein Bangen nach Firefox-Updates mehr, ob das geliebte Theme noch funktionieren wird. Für Theme-Entwickler wird die Erstellung deutlich einfacher und der notwendige Zeitaufwand erheblich reduziert. Man kann sich natürlich über die nur noch eingeschränkt mögliche optische Anpassung ärgern, allerdings darf man die genannte Zahl nicht vergessen: 0,089 Prozent, die bisher vollständige Themes überhaupt nutzen, also praktisch niemand, wenn man das in Relation zur Gesamtzahl der Nutzer setzt. Mit dem neuen Theme-System könnte es Mozilla gelingen, deutlich mehr Nutzer als bisher dafür zu begeistern, Themes zu installieren. Beispielsweise all jene, denen die einfachen Themes nicht genug waren und die gerne auch die Icons in der Symbolleiste anders hätten. Und wem die einfachen Themes genug waren, für den ändert sich überhaupt nichts, denn die bleiben auch mit Firefox 57 und höher kompatibel.

Bonus-Vorteil: eine leichtere XUL-Abkehr

Ein weiterer Vorteil dieses harten Umstiegs für Erweiterungen und Themes mit Firefox 57 ist es, dass man sich damit einen weiteren harten Umstieg sparen wird, der zwangsläufig kommen würde. Langfristig wird die Oberflächen-Sprache XUL komplett aus Firefox verschwinden, das gilt als sicher. Dadurch, dass bereits ab Firefox 57 Erweiterungen und Themes keinen direkten Zugriff auf das XUL mehr haben, kann dieser Wechsel, sobald Mozilla soweit ist, vollzogen werden, ohne dass erneut zahlreiche Erweiterungen und Themes angepasst werden müssen. Würde Mozilla weiterhin direkten Zugriff auf die XUL-Oberfläche gestatten, stünden wir in einigen Monaten oder Jahren zwangsläufig wieder vor einem vergleichbaren Problem wie jetzt und wieder müsste viel gemeckert werden, weil Erweiterungen und Themes nicht mehr funktionieren werden. So liegt es komplett an Mozilla, die Kompatibilität zum gegebenen Zeitpunkt zu gewährleisten.

Photon: neues Standard-Design, mehr Möglichkeiten zur Anpassung

Neues Design, immer ein heikles Thema

Änderungen am Design sind immer ein heikles Themes. Die einen lieben ein neues Design, die anderen hassen es regelrecht. Insofern gibt es auch keine Änderung des Browser-Designs, bei der einem Kritik erspart bleibt. Zumindest diejenigen, welche beim Australis-Design, welches mit Firefox 29 eingeführt wurde, laut gemeckert haben, müssen sich überlegen, ob sie sich selbst treu bleiben wollen oder nicht. Am meisten gehört hatte man in diesem Zusammenhang, wie doof die runden Tabs seien und dass Firefox nun aussehen würde wie Chrome. Lustigerweise beides häufig von den gleichen Personen, obwohl sich beide Aussagen gegenseitig ausschließen, da Chrome eine komplett andere Tab-Form besitzt. In jedem Fall können diejenigen, welche die runden Tabs nicht mochten, nun schlecht auch die eckigen Tabs kritisieren, wenn man auch die Form der Chrome-Tabs nicht übernehmen „darf“, denn irgendwann gehen einfach die geometrischen Formen aus. Überhaupt hat sich das Design mit Photon von Chrome weit weg bewegt. Also selbst wenn man darauf besteht, dass Australis eine starke Ähnlichkeit zu Chrome hat – wo ich definitiv nicht zustimme – kann dies über Photon noch viel weniger gesagt werden.

Mehr Möglichkeiten zur Anpassung

Was Photon neben einem neuen Erscheinungsbild noch bringt, sind Änderungen hinsichtlich der Anpassbarkeit der Oberfläche. Diese habe ich in einem gesonderten Artikel ausführlich behandelt. Interessant dabei ist, dass sich die Anzahl der Möglichkeiten zur Anpassung erhöht. Mit dem flexiblen Zwischenraum kehrt sogar ein Element zurück, welches Mozilla in Firefox 29 erst gestrichen hatte. Hier hat man bei Mozilla wohl nachträglich den Wert erkannt. Vielleicht auch, weil man nun im Standard-Design selbst davon Gebrauch machen möchte.

FAZIT: Was der große Vorteil für die Nutzer ist

Es ergibt nicht viel Sinn, eines großes Fazit über das neue Design zu ziehen. Mit dem Standard-Design ist es so: man kann gewinnen oder verlieren, einer mags, ein anderer nicht. Mit den nun komplett eckigen Tabs hat sich vermutlich Mozilla selbst den größten Gefallen getan, weil das viele Dinge vereinfacht. Die Komplexität der Tab-Form darf man nicht unterschätzen, da hängen eine Menge Überlegungen dran, vor allem hinsichtlich Animationen und Performance. Aber für den Nutzer bleibt dies eine einfache Frage des Geschmacks.

Wer Einfluss auf die Inhalte des Hauptmenüs nehmen möchte, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein, weil dieses nun statisch ist. Insgesamt hat die Anzahl der Anpassungsmöglichkeiten aber zugenommen, was ein Pluspunkt für alle sein sollte, welche die Anpassbarkeit als großen Vorteil von Firefox sehen.

Multiprozess-Architektur für alle

Der Umbau von Firefox zu einem Browser mit Multiprozess-Architektur läuft bereits seit mehreren Jahren und stellt einen der größten Umbauten in der Geschichte von Firefox dar, welcher mit der Veröffentlichung von Firefox 57, einem Release mit ähnlich hoher Bedeutung wie die Multiprozess-Architektur selbst, sein Finale findet. Denn ab Firefox 57 soll die Multiprozess-Architektur endlich für alle Nutzer standardmäßig und das mit mehreren Content-Prozessen aktiviert sein. Wer ein SDK-basiertes Add-on nutzt, wird in jedem Fall bis einschließlich Firefox 56 nicht mehr als einen Content-Prozess nutzen können – falls er überhaupt die Kriterien für die Nutzung der Multiprozess-Architektur erfüllt.

FAZIT: Was der große Vorteil für die Nutzer ist

Die großen Vorteile sind Stabilität, Performance und Sicherheit. Also neben der Unterstützung von Webstandards im Prinzip die Grundlage für einen Browser. Die Trennung von Browser und Inhalt kann die wahrgenomme Performance steigern, indem ein Script nicht mehr den ganzen Browser zum Stillstand bringt. Der Absturz, den eine Webseite auslöst, sollte im Idealfall nicht den gesamten Browser in den Abgrund reißen. Und am Wichtigsten natürlich: bei der Benutzung eines Browsers möchte ich nach Möglichkeit keiner Gefahr ausgesetzt sein. Die Multiprozess-Architektur stellt die Voraussetzung für das Sandboxing dar, welches durch Isolation eine erhöhte Sicherheit bringt. Der Zugriff auf lokale Dateien erfolgt in einem eigenen Prozess, sogar WebExtensions werden in einem eigenen Prozess laufen. Da Firefox 57 der Release ist, der all dies endlich für alle Nutzer bringen wird, ist dies ein Grund, obwohl es die Multiprozess-Architektur grundsätzlich schon ein paar Monate gibt, sich speziell auf Firefox 57 zu freuen.

Quantum: Noch mehr Performance

Unter dem Projektnamen Quantum werden Mozillas Bestrebungen zusammengefasst, basierend auf der aktuellen Gecko-Engine eine Browserengine der nächsten Generation zu entwickeln. Abgesehen vom eigenen Grafikkarten-Prozess unter Windows, der bereits in Firefox 53 gelandet ist, soll Firefox 57 einen ersten großen Meilenstein des Quantum-Projekts darstellen.

Darunter fallen unter anderem: Quantum DOM, was Gecko reaktionsfreudiger machen soll, vor allem mit vielen geöffneten Hintergrundtabs. Wie das erreicht werden soll, wird hier (engl.) detailliert beschrieben. Stylo, ein neues CSS-Style-System, welches in Rust geschrieben ist und aus der von Mozilla entwickelten Next-Generation-Engine Servo kommt. Dieses soll Vorteile durch Parallelisierung bringen. WebRender, ebenfalls aus Servo, ist ein Renderer für Webseiten-Inhalte und arbeitet unter stärkerer Einbeziehung der Grafikkarte als bisher im Grunde wie eine Spiele-Engine, ist aber für das Rendering von Web-Content optimiert. Die Priorisierung von Inhalten je nach Kontext, das heißt, dass sich Firefox intelliger diesbezüglich verhält, mit welcher Priorität Ressourcen von Webseiten geladen werden. So kann unter anderem der Mechanismus des Tracking-Schutzes auch bei deaktiviertem Tracking-Schutz genutzt werden, um entsprechende Scripts erst am Ende zu laden, nachdem alles Wichtige bereits geladen ist. Eine Entscheidungs-Logik, um Inhalte neu herunterzuladen statt aus dem Cache zu laden, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass dies schneller ist. Unter das Projekt Quantum Flow fallen Performance-Optimierungen, welche nicht durch andere Quantum-Projekte abgedeckt werden, wie Performance-Optimierungen der Oberfläche. Im Detail wird zu den einzelnen Verbesserungen im Laufe der nächsten Monate mehr auf diesem Blog zu lesen sein.

FAZIT: Was der große Vorteil für die Nutzer ist

Performance. Mehr als das gibt es dazu nicht zu sagen. Je schneller der Browser, desto besser. So einfach kann eine Begründung sein. Und sollte Mozilla im Rahmen von Quantum wirklich ein Sprung gelingen, wie man bei der Euphorie im Vorfeld erwarten könnte, dann ist das wirklich etwas, weswegen man sich auf Firefox 57 freuen sollte. Natürlich wird erst Firefox 57 zeigen, wie groß der Vorteil dann tatsächlich sein wird.

Weitere Neuerungen von Firefox 57

Das sind die großen Schwerpunkte von Firefox 57, aber natürlich wird dies nicht alles sein, Firefox 57 wird auch darüber hinaus Neuerungen erhalten. Beispielweise wird der Activity Stream, den Mozilla derzeit im Rahmen von Test Pilot testet, in Firefox 57 Einzug erhalten und die Standard-Startseite sowie Seite, die beim Öffnen eines neuen Tabs erscheint, ersetzen. Auch steht derzeit für Firefox 57 auf der Roadmap, PDFium als PDF-Betrachter auszuliefern. Aber welche zusätzlichen Neuerungen tatsächlich Teil von Firefox 57 werden, hängt natürlich auch von den Entwicklungen in den nächsten Monaten ab.

Abschließendes Fazit

Das abschließende Fazit für mich ist, dass Firefox 57, auch wenn der Umstieg für einige Nutzer schwierig werden wird, die Grundlage dafür darstellt, dass Mozilla in Zukunft mit Firefox wieder zum Spitzenfeld gezählt werden darf. Unter Beibehaltung aller Dinge, wie sie bisher waren, wäre Mozilla diesbezüglich limitiert gewesen. Letzten Endes kann Mozilla auch nicht beispielsweise 0,089 Prozent der Nutzer, welche vollständige Themes nutzen, über die restlichen 99,91 Prozent der Nutzer stellen.

Der Browsermarkt ist hart umgekämpft. Die Marktanteile von Firefox sind seit Jahren tendenziell abnehmend. Grundsätzlich sind Marktanteile nicht das, worauf Mozilla primär schaut, schließlich stehen hinter Mozilla keine Aktionäre, die genau das erwarten. Für Mozilla ist es im Prinzip schon ein ideeller Erfolg, wenn der Nutzer die freie Wahl hat und mit jedem Browser ohne Einschränkung das Web nutzen kann. Aber klar ist auch, dass ein Browserhersteller mit 80 Prozent Marktanteil mehr Einfluss auf die Entwicklungen des Webs hat als dass es ein Browserhersteller mit nur einem Prozent hätte. Und natürlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Firefox braucht keine 80 Prozent Marktanteil, aber wenn sich der Marktanteil fair auf verschiedene Browser aufteilt und nicht ein einzelner Browser die vollkommene Dominanz besitzt, ist das zum Vorteil für jeden.

Das Problem ist: Mozilla steht weder auch nur annähernd das Marketing-Budget von Google, Microsoft und Apple zur Verfügung, noch kann Mozilla auf eigene Dienste mit hoher Verbreitung zurückgreifen, um dort Firefox so penetrant zu bewerben, wie es Google sehr erfolgreich macht. Mozilla als Not-for-Profit-Organisation mit besonderem Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre oder Firefox als Open Soure-Produkt sind tolle Werbe-Slogans, aber für die Masse der Nutzer vollkommen uninteressant und kein Grund, den Browser zu wechseln. Damit ist Mozillas einzige Chance, wieder mehr an Bedeutung auf dem Browsermarkt zu gewinnen, alleine durch harte Fakten, also Funktionen und Leistung zu überzeugen.

Allerdings muss sich auch die Konkurrenz leistungstechnisch nicht verstecken. Möchte Mozilla hier wieder positiv hervorstechen und nicht „nur“ ein sehr guter Browser sein, muss etwas passieren, das kann nur schwer errreicht werden, ohne etwas zu investieren. Firefox 57 erscheint wie ein drastischer Schritt. Die Auswirkungen sind teilweise signifikant, der Schritt von Mozilla daher mutig. Natürlich kann der Plan auch nach hinten losgehen. Allerdings ist ein großer und mutiger Schritt genau das, was Mozilla in meinen Augen jetzt braucht. Noch besitzt Mozilla genug Markt-Relevanz mit Firefox, um das Boot wieder auf Kurs zu bringen. Ich bin überzeugt davon, dass Mozilla damit die Weichen in die richtige Richtung stellt. Der Marktanteil wird nicht alleine durch die Veröffentlichung von Firefox 57 wieder um mehrere Prozentpunkte steigen. Aber Mozilla könnte es mit Firefox 57 gelingen, die Grundlage dafür zu schaffen, in Zukunft wieder eine Option für Nutzer zu sein, für die Firefox aktuell keine Option mehr ist. Natürlich muss Mozilla auch nach Firefox 57 am Ball bleiben und Firefox kontinuierlich verbessern. Aber die Basis wird dann eine andere sein als dass sie es heute ist.

Achtung: Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die Meinung und persönliche Interpretation des Verfassers.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

60 Kommentare - bis jetzt!

Eigenen Kommentar verfassen
  1. Ralph
    schrieb am :

    Toller Artikel, guter Überblick der anstehenden Änderungen in Firefox.

    Das heißt, ich kann meine Erweiterung für Einstellungen der SSL Cypher suites einstellen?

     

  2. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Ich kenne deine Erweiterungen nicht und weiß daher nicht, was genau diese macht. Grundsätzlich ist es schon noch geplant, hinsichtlich Zertifikate eine WebExtension-API bereitzustellen, aber was genau damit möglich sein wird, ist meines Wissens noch nicht entschieden.

  3. Frank
    schrieb am :

    Hallo Soeren, danke für den Artikel.
    Warum nutzen denn soviele den FF?
    wegen der Addons, die eine Funktionalität bringen die woanders schlichtweg nicht vorhanden ist, und weniger wegen Geschwindigkeit.
    Ich benutze Stylish und Greasemonkey seit Jahren weil mir das Design/CLutter/Funktion vieler Seiten absolut nicht gefällt.
    Prima das es das gibt.
    Ich benutze kein Chrome, Vivaldi, Opera weil die Funktionen die mir einige Addons bieten einfach nicht existieren.
    Die Addon Entwickler verlieren stets die Lust weiterzuentwickeln weil nach 2-3 Versionen alles wieder obsolet ist und nicht mehr funktioniert.
    Sind mit Sicherheit meistens ehemalige Studenten die jetzt Vollzeit arbeiten.
    Nur die allerwenigsten "forken" und machen da weiter, wo andere nicht mehr wollen.
    Beziehe mich mal auf das Beispiel von "Quicksaver", der mit "Beyond Australis" und 2 weiteren Addons hervorragende Funktionalität geschaffen hat, ich nutze 2 seiner Addons, der schon vor einiger Zeit klar gemacht hat das ab November seine Tools nicht mehr funktionieren und dann Schluss ist. Klasse!
    Es frisst unglaublich viel Zeit auf AMO nach Ersatz zu suchen für obsolete oder broken Addons…findet man was (zum Beispiel Breadcrumbs in der Url Bar, sehr nützlich) muss man erst sehr oft mühsehlig die Version checken nur um dann festzustellen das seit 2010 kein Update mehr kam, obwohl als "Kompatibel" gekennzeichnet?
    AMO ist doch ein einziger Friedhof nicht mehr funktionierender Addos, ein nicht durchschaubarer Dschungel alten Krams, der nur selten als "nicht für ihre Version" ausgegraut ist.
    Warum löscht Mozilla nicht wenigstens konsequent diese tausende Addons, und bleibt uptodate und setzt eine altersbezogene Schmerzgrenze?
    Wenn ich Tempo haben will benutze ich Chrome, wenn ich Funktion haben will den FF. Vermutlich – das wird sich zeigen – bin ich eher bereit ab 56 Updates zu blocken, weil mir "meine" Addons einfach wichtiger sind als dieser Umbau, so notwendig er auch sein mag.
    Themes kann ich verschmerzen, die hinken eh immer hinterher, seit Australis reicht mir ein Lightweight Skin, das tuts auch, ich bevorzuge dunklere Farben.

  4. miku23
    schrieb am :

    @Ralph: Vorausgesetzt du kannst Englisch und bist daran interessiert findest du hier (https://bugzilla.mozilla.org/show_bug.cgi?id=1322748) das richtige Ticket um den aktuellen Stand zu erfahren und evtl. sogar mitzudiskutieren. Soweit ich es verstanden habe ist Mozilla hier noch in einer frühen Phase wo sie diskutieren was sie umsetzen möchten und was nicht.

  5. Nobody
    schrieb am :

    Immer wieder wird auf die Performanceverbesserungen hingewiesen. Seit Version 3 nutze ich Firefox. Noch NIE gab es Beanstandungen wegen mangelnder Schnelligkeit.

  6. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Frank:

    Warum nutzen denn soviele den FF?
    wegen der Addons, die eine Funktionalität bringen die woanders schlichtweg nicht vorhanden ist, und weniger wegen Geschwindigkeit.

    Dass Add-ons für ziemlich viele Firefox-Nutzer kein Faktor sind, habe ich ja im Artikel erklärt. Zumal Chrome von deutlich mehr Menschen genutzt wird als Firefox und in Chrome können Erweiterungen weniger machen als in Firefox. Das macht es deutlich, dass Erweiterungen für die Masse der Nutzer nicht der primäre Antrieb sind, einen bestimmten Browser zu nutzen.

    Geschwindigkeit ist hingegen mit Abstand der Grund Nummer 1, den ich von Leuten höre, wieso sie Chrome nutzen. Es ist eigentlich fast immer die gleiche Aussage, Chrome wäre einfach schneller.

    Die Addon Entwickler verlieren stets die Lust weiterzuentwickeln weil nach 2-3 Versionen alles wieder obsolet ist und nicht mehr funktioniert.

    Ich frage mich, woher du diese Information hast. Bist du selbst Entwickler von Erweiterungen? Ich habe bereits XUL-Erweiterungen, SDK-basierte Erweiterungen sowie WebExtensions entwickelt. Alles im Plural. Ich kenne mich da also ein bisschen aus.

    Wie ich im Artikel schrieb, mit jedem Firefox-Update besteht das Potential, dass Erweiterungen nicht mehr funktionieren. Unterschiedliche Erweiterungen. Dass aber eine einzelne Erweiterung nach zwei bis drei Versionen nicht mehr funktionieren würde, entspricht für mindestens 99 Prozent aller Add-ons nicht der Realität.

    Und Entwickler, welche beklagen, dass sie ständig Anpassungen vornehmen müssen, müssten sich dann über WebExtensions ja freuen. Denn damit wird in dieser Hinsicht alles besser werden. Es ist natürlich klar, dass man diesen Vorteil von WebExtensions nur haben kann, wenn man eine WebExtension hat. Also geht das nicht ohne den Aufwand einer Migration zu dieser Architektur (falls überhaupt möglich).

    Sind mit Sicherheit meistens ehemalige Studenten die jetzt Vollzeit arbeiten.

    Erweiterungs-Entwickler hatten schon immer die unterschiedlichsten Hintergründe.

    findet man was (zum Beispiel Breadcrumbs in der Url Bar, sehr nützlich) muss man erst sehr oft mühsehlig die Version checken nur um dann festzustellen das seit 2010 kein Update mehr kam, obwohl als "Kompatibel" gekennzeichnet?
    AMO ist doch ein einziger Friedhof nicht mehr funktionierender Addos, ein nicht durchschaubarer Dschungel alten Krams, der nur selten als "nicht für ihre Version" ausgegraut ist.

    Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Zumal viele Add-ons nun einmal viele Jahre kein Update benötigen. Der Zeitpunkt des letzten Updates sagt überhaupt nichts aus, weder in die eine noch in die andere Richtung.

    Warum löscht Mozilla nicht wenigstens konsequent diese tausende Addons, und bleibt uptodate und setzt eine altersbezogene Schmerzgrenze?

    Weil eine solche Grenze großer Quatsch wäre. Das Alter einer Version sagt nicht das Geringste darüber aus, ob eine Erweiterung noch funktioniert oder nicht. Und eine manuelle Überprüfung aller Firefox-Erweiterungen nach jedem Firefox-Update ist überhaupt nicht umsetzbar. Außer vielleicht, Mozilla stellt 50 Vollzeit-Mitarbeiter nur dafür ein. Ich glaube, du hast keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit bereits die Reviews machen, bei denen eine komplette funktionale Überprüfung nicht einmal eingeschlossen ist. Momentan kannst du davon ausgehen, dass neue Add-ons wenigstens einen Monat in der Warteschlange sind. Derzeit sind über 600 neue Add-ons in der Warteschlange. Wie gesagt, eine funktionale Überprüfung gar nicht eingeschlossen. Du willst nun, dass alle sechs bis acht Wochen ein Komplett-Check von mehr als 22.000 Add-ons durchgeführt wird. Nein, das ist vollkommen ausgeschlossen.

    Wenn ich Tempo haben will benutze ich Chrome, wenn ich Funktion haben will den FF.

    Wenn das für dich die Browser-Situation beschreibt, dann unterstreicht das nur, wie notwendig die Änderungen sind, die mit Firefox 57 kommen werden. Ein Browser sollte funktional und performant sein, nicht nur eines von beidem.

    Vermutlich – das wird sich zeigen – bin ich eher bereit ab 56 Updates zu blocken, weil mir "meine" Addons einfach wichtiger sind als dieser Umbau, so notwendig er auch sein mag.

    Das kannst du natürlich machen, aber das wäre einfach furchtbar dumm. Aus dem Grund, dass bei einem Browser Sicherheit das A und O ist. Ein nicht aktueller Browser ist so ziemlich das Schlimmste, was man machen kann. Und dagegen hilft auch keine Sicherheits-Software der Welt. Sicherheitslücken im Browser können nur durch Browser-Updates kompensiert werden.

  7. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @miku23:

    Vorausgesetzt du kannst Englisch und bist daran interessiert findest du hier (https://bugzilla.mozilla.org/show_bug.cgi?id=1322748) das richtige Ticket um den aktuellen Stand zu erfahren und evtl. sogar mitzudiskutieren. Soweit ich es verstanden habe ist Mozilla hier noch in einer frühen Phase wo sie diskutieren was sie umsetzen möchten und was nicht.

    Genau das Ticket hatte ich bei meinem Kommentar im Kopf. Danke für das Ergänzen des Links.

  8. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Nobody:

    Immer wieder wird auf die Performanceverbesserungen hingewiesen. Seit Version 3 nutze ich Firefox. Noch NIE gab es Beanstandungen wegen mangelnder Schnelligkeit.

    Also ich höre so gut wie nie einen anderen Grund als Performance, wenn es darum geht, wieso andere Leute Chrome und nicht Firefox nutzen. Ich finde Firefox auch nicht langsam und wenn man nur Webseiten wie diesen Blog besucht, ist es für die Webseiten-Performance vermutlich auch egal. Aber je komplexer die Anwendung, desto wichtiger wird das Thema Performance. Es ist einfach eine Tatsache, ob ein Browser langsamer oder schneller als ein anderer Browser für eine bestimmte Aufgabe X ist. Und vieles davon lässt sich optimieren. Das Gleiche gilt für die Browser-Performance. Der Browser sollte schnell starten und immer geschmeidig bleiben, in jeder Situation. Auch hier hat Mozilla schon einige Flaschenhälse identifizieren können, welche optimiert werden. Im Endeffekt erwartet der Nutzer einfach, dass der Browser flott läuft. Und von alleine tut er das nicht, daran müssen Browserhersteller hart arbeiten. Selbst, wenn man viele der Optimierungen nicht aktiv wahrnimmt, am Ende hast du als Nutzer ein Gefühl bei der Benutzung einer Software. Und wenn das Gefühl bei Firefox schlechter ist als bei anderen Browsern, ist das ein Problem, weil das Gefühl dann sagt: nimm lieber den anderen Browser, der ist noch einen Ticken besser. Wie ich im Artikel ja schrieb, über das Marketing kann Mozilla kaum gegen die Konkurrenz punkten, dafür bräuchte Mozilla viel mehr Geld. Mozilla muss über Leistung punkten. Und im Idealfall ein besseres Gefühl vermitteln als andere Browser. 😉

  9. Frank
    schrieb am :

    Hallo Soeren,
    ich weiss das du dich auskennst, lese hier schon länger mit.
    Nein ich bin kein Entwickler, habe allerdings für Addon Entwickler Übersetzungen gemacht. Die sind bereits wieder verschwunden, ist schon länger her.
    Warum ich vieles als obsolet sehe?
    Nun, ich habe seit Jahren eine Gruppe permanent genutzer Addons die einige Male gegen andere gleicher Funktionalität ausgetauscht werden mussten, und ab und wann lese ich die Kommentare unter den Addons, wo User auf Ersatz hinweisen und vielfältig frustriert reagieren.
    Mir war nicht klar das a) der typische FF User keine Addons nutzt und b) das Alter der Addons kein auschlaggebendes Kriterium über das weiter funktionieren ist.
    Für mich ist das eher ein Anzeichen das der Entwickler keinen Bock mehr hat. Du weisst selber das im IT Bereich 5 Jahre extrem viel sind..

    Wenn das für dich die Browser-Situation beschreibt, dann unterstreicht das nur, wie notwendig die Änderungen sind, die mit Firefox 57 kommen werden. Ein Browser sollte funktional und performant sein, nicht nur eines von beidem.

    Natürlich hast du Recht, es umschreibt nur die momentane Situation.

    Das kannst du natürlich machen, aber das wäre einfach furchtbar dumm.

    So dumm bin ich nicht, ich weiss das patchen unerlässlich in der Branche ist, ich habe im MS Support gearbeitet…ich bin eher frustriert, weil mir klar das viele Entwickler die Segel streichen werden, wie im Beispiel oben angemerkt.

  10. KlaroMaro
    schrieb am :

    Das "Beste aller Zeiten" ist leider im Wortsinn falsch, hier ist der Beitrag nicht besser ausgedrückt in der Überschrift als bei Boulevardmedien: "Aller Zeiten" bezieht sich auf Vergangenheit, Gegenwart UND Zukunft. Und dass Firefox nicht noch besser werden kann, das "aller Zeiten" impliziert Gegenteiliges, davon ist nicht auszugehen.

    "Der beste Firefox bislang" halte ich für die eindeutig seriösere Formulierung. Ansonsten gute Zusammenfassung und trotz WebExtensions-Skepsis freue ich mich auf die vielen Neuerungen; so wichtige Dinge wie Adblocker oder NoScript werden schon portiert werden, so für die Masse "Unwichtiges" wie mein präferiertes (doch anbieterseitig längere Zeit links liegen gelassene) Yahoo Mail Notifier nicht.

  11. aney1
    schrieb am :

    Da ich mit den verfügbaren Daten zur Anzahl von Webextensions unzufrieden war, habe ich mir vor knapp einem Monat ein Skript gebastelt, welches die Daten von addons.mozilla.org holt und in einem Google Sheet schön darstellt.
    Link zum Google Sheet

    Erste Erkenntnisse daraus:
    – Von den populärsten 50 Addons sind gerade einmal 6% Webextensions.
    – Bei den 500 populärsten Addons tut sich einiges. Der Anteil an Webextensions stieg seit dem 09.04 um 2,27 Prozentpunkte von 11,11% auf 13,38%.
    – Bei den 5000 populärsten Addons stieg der Anteil nur um 0,97% Prozentpunkte, bei allen Addons sind es 0,8 Prozentpunkte
    – Insgesamt sind zur Zeit 14,64% der Addons Webextensions.

    Zu Zeit finde ich für einige meiner Addons noch keine Webextension Alternative. Teilweise gibt es allerdings auch schon Umsetzungen, wo aber der Entwickler noch ein wenig waren will, bevor diese auf addons.mozilla.org verteilt werden (z.B. uBlock Origin).

     

  12. Tom
    schrieb am :

    Ein nicht aktueller Browser ist so ziemlich das Schlimmste, was man machen kann. Und dagegen hilft auch keine Sicherheits-Software der Welt. Sicherheitslücken im Browser können nur durch Browser-Updates kompensiert werden.

    Ich mach noch viel Dümmeres… Letztes Win7 Update vor mehr als einem Jahr. Gibt keinerlei Probleme seit da, im Gegensatz zu früher mit Updates. Mal funktionierte irgend eine Hardware nicht mehr richtig, mal bootete das Gerät gar nicht mehr, mal hatte ich alle Nase lang einen Blue Screen usw.

    Genau so mach ich es inzwischen auch mit dem Browser.

    Ist dies ein empfehlenswertes Szenario? Vermutlich nicht, aber es kann durchaus funktionieren. Mir muß jedenfalls niemand vorschreiben, was an meinen Geräten passieren soll. Und nein, ich habe keine Malware auf meinen Geräten. Nein, noch nie hat sich jemand beschwert in den letzten 25 Jahren, ich hätte ihm irgendwelches verseuchtes Zeug geschickt.

  13. Hermann
    schrieb am :

    @Frank

    Ich benutze Stylish

    Stylish spioniert Nutzer aus und sammelt Daten. Das Addon wird zurecht sterben. Mit WebExtensions wird so ein Schmarrn nicht mehr so leicht möglich sein. Auf jeden Fall solltest du es schnellstens deinstallieren.

    Einer der Top Beweggründe Firefox zu nutzen, sollte hoffentlich die Transparenz sein. Kein anderer Browser bietet OpenSource gepaart mit nahezu kompletter Anpassbarkeit.

    Die meisten Kritikpunkte an Firefox werden mit FF57 jedenfalls angegrifen. Es gibt im Prinzip keine wirkliche Alternative zu Firefox , aber das gute ist, wir werden hoffentlich auch keine brauchen. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung

  14. AC
    schrieb am :

    Wie sieht das ganze eigentlich beim mobilen Firefox aus? Wird es diese Veränderungen auch für Firefox für Android geben?

  15. schrieb am :

    Hallöchen zusammen!

    Irgendwie verstehe ich das Gejammere über die angeblich schlechte Performance von Firefox gegenüber Chrome/Chromium nicht, ich kann das nämlich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil benötigt hier der Chrome schon alleine beim Start mit nur einem einzigen Tab und ohne Add-ons länger wie mein SeaMonkey mit all seinen Add-ons und dem ebenfalls integrierten Mail- und News-Client, vom benötigten RAM bei mehreren Tabs mal ganz zu schweigen! Sören kennt ja meine Konfiguration, die ist ja im Firefox-Forum einzusehen.

     

    @Sören:

    Wie immer ein guter Artikel auch wenn es "nur" deine Meinung ist. Jedoch mache ich mir hierbei doch so meine Gedanken um den weiteren Fortbestand von Thunderbird und vor allem SeaMonkey, das klingt nämlich nicht besonders gut. Gerade SeaMonkey hat ja schon seit einiger Zeit gehörige Probleme und die jetzigen Entwicklungen bei Mozilla bzw. Firefox lassen mich böses erahnen! 🙁

    Viele Grüße nun aus Augsburg

    Mike

  16. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Frank:

    Nun, ich habe seit Jahren eine Gruppe permanent genutzer Addons die einige Male gegen andere gleicher Funktionalität ausgetauscht werden mussten, und ab und wann lese ich die Kommentare unter den Addons, wo User auf Ersatz hinweisen und vielfältig frustriert reagieren.

    Das ist aber der ganz normale Lauf der Dinge. Die wenigsten Entwickler pflegen Erweiterungen über eine Zeitraum von fünfzehn Jahren. Das gab es schon immer und das wird es wohl auch immer geben, das lässt sich nicht verhindern. Daran können auch WebExtensions nichts ändern. Die Kompatibilitäts-Situation dürfte mit WebExtensions deutlich besser werden. Aber dass nach einigen Jahren mal eine Anpassung notwendig wird, lässt sich nicht komplett vermeiden.

    Dass Erweiterungs-Entwickler die Lust verlieren würden, weil alle zwei bis drei Versionen Anpassungen notwendig wären, stimmt in jedem Fall nicht. Das kann ich dir als Erweiterungs-Entwickler sagen. Jetzt mit dem Umstieg auf WebExtensions, das ist halt eine ganz große Änderung, die erfordert, dass Erweiterungen ganz neu geschrieben werden. Darauf haben natürlich längst nicht alle Entwickler Lust, das ist aber eine einmalige Situation. Das ist ja überhaupt das erste Mal, dass Mozilla eine alte Erweiterungs-Architektur einstellt.

    Mir war nicht klar das a) der typische FF User keine Addons nutzt und b) das Alter der Addons kein auschlaggebendes Kriterium über das weiter funktionieren ist.
    Für mich ist das eher ein Anzeichen das der Entwickler keinen Bock mehr hat. Du weisst selber das im IT Bereich 5 Jahre extrem viel sind..

    Naja, eine Erweiterung benötigt halt nur dann ein Update, wenn es nicht mehr funktioniert. Es ist ja wirklich nicht so, dass Mozilla mit jedem Firefox-Release den Browser komplett neu erfindet. Und viele Add-ons kommen auch ein paar Jahre ohne Update aus. Längst nicht jedes, aber man weiß es eben nicht nur auf Grund des Alters.

    So dumm bin ich nicht, ich weiss das patchen unerlässlich in der Branche ist, ich habe im MS Support gearbeitet…ich bin eher frustriert, weil mir klar das viele Entwickler die Segel streichen werden, wie im Beispiel oben angemerkt.

    Nun, frustriert sein ist das eine, aber es bringt ja nichts, deswegen bei einer alten Firefox-Version zu bleiben, zumal die Nicht-WebExtensions ja auch keine Updates mehr erhalten und nicht besser werden und ganz neue Erweiterungen auch nicht für alte Firefox-Versionen erscheinen. Man sollte das Beste aus der Situation machen, auch in Firefox 57 und höher ist sehr vieles möglich. 😉

  17. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @KlaroMaro:

    Das "Beste aller Zeiten" ist leider im Wortsinn falsch, hier ist der Beitrag nicht besser ausgedrückt in der Überschrift als bei Boulevardmedien: "Aller Zeiten" bezieht sich auf Vergangenheit, Gegenwart UND Zukunft. Und dass Firefox nicht noch besser werden kann, das "aller Zeiten" impliziert Gegenteiliges, davon ist nicht auszugehen.

    "Der beste Firefox bislang" halte ich für die eindeutig seriösere Formulierung.

    Das ist nicht wirklich falsch, da vollkommen klar ist, dass sich das nur auf bisherige Versionen beziehen kann. Im Übrigen wollte ich mit meiner Überschrift auch nicht "Bester Firefox aller Zeiten" sagen, denn das versteht sich für mich von selbst, dass Firefox mit jedem Update besser und nicht schlechter wird. Mit "bester Release" oder auch "beste Veröffentlichung" meine ich, dass der Versionssprung von Firefox 56 auf 57 besser und wichtiger ist als zum Beispiel der Versionssprung von 52 auf 53, weil Firefox 57 wegweisend für die Zukunft von Firefox sein wird. Ob positiv oder negativ wird erst die Zeiten müssen, ich hoffe natürlich positiv.

  18. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @aney1:

    Da ich mit den verfügbaren Daten zur Anzahl von Webextensions unzufrieden war, habe ich mir vor knapp einem Monat ein Skript gebastelt, welches die Daten von addons.mozilla.org holt und in einem Google Sheet schön darstellt.
    Link zum Google Sheet

    Sehr fleißig. 😉

    Erste Erkenntnisse daraus:

    […]

    Die Erkenntnisse sind allerdings zu diesem Zeitpunkt noch vernachlässigbar. 😉

    Firefox 57 erscheint erst im November. Bis dahin wird es noch viele Updates geben und auch viele neue Erweiterungen. Beispielsweise kann ich dir sagen, weil ich selbst eine neue WebExtension in der Warteschlange auf addons.mozilla.org habe, dass derzeit über 600 weitere neue WebExtensions in der Warteschlange sind. Es muss sich dabei um WebExtensions handeln, da neue Add-ons bereits jetzt nur noch WebExtensions sein dürfen. Dann gibt es viele Add-ons, die funktionieren eh schon nicht mehr oder sind auch gar nicht mehr notwendig.

    Zu Zeit finde ich für einige meiner Addons noch keine Webextension Alternative. Teilweise gibt es allerdings auch schon Umsetzungen, wo aber der Entwickler noch ein wenig waren will, bevor diese auf addons.mozilla.org verteilt werden (z.B. uBlock Origin).

    Wahrscheinlich wird es nicht für alles eine Alternative geben, aber für manches, wofür es jetzt noch nichts gibt, vermutlich schon. Gleiches wie für uBlock Origin gilt übrigens für meine Erweiterung New Tab Override. Da ist auch eine WebExtension-Version geplant, die ich aber bewusst noch nicht veröffentliche.

  19. AC
    schrieb am :

    Also nur mal als Info für alle, die sich Sorgen um ihre Addons machen: Für viele Addons sind bereits WebExtension Varianten in der Entwicklung (oder existieren bereits), werden aber wahrscheinlich erst zum Release von FF57 offiziell freigegeben.

    Darunter sind (siehe GitHub-seiten der Add-ons):

    – uBlock Origin

    – HTTPS Everywhere

    – Decentraleyes

    – LastPass

  20. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Tom:

    Ich mach noch viel Dümmeres… Letztes Win7 Update vor mehr als einem Jahr. Gibt keinerlei Probleme seit da

    Diese Aussage ist höchst zweifelhaft. Die Probleme, welche Software voller Sicherheitslücken bringt, sind Probleme, die du aktiv überhaupt nicht wahrnimmst.

    Genau so mach ich es inzwischen auch mit dem Browser.

    Das ist natürlich deine Sache. Mir tut es weh, von so viel Fahrlässigkeit zu lesen.

    Ist dies ein empfehlenswertes Szenario? Vermutlich nicht, aber es kann durchaus funktionieren

    Nein, es kann absolut nicht funktionieren. Wo Sicherheitslücken sind, werden sie ausgenutzt. Und falls es dir nicht klar ist, mit der Veröffentlichung jeder neuen Firefox-Version gibt Mozilla gleichzeitig bekannt, welche Sicherheitslücken in der vorherigen Version existierten. Und Firefox ist Open Source, jede Code-Änderung nachvollziehbar. Angreifer können mögliche Angriffe dadurch zurück-konstruieren.

    Und nein, ich habe keine Malware auf meinen Geräten. Nein, noch nie hat sich jemand beschwert in den letzten 25 Jahren, ich hätte ihm irgendwelches verseuchtes Zeug geschickt.

    Ja, genau. Ich bin sicher, dass du dein System täglich prüfst und auf jeden Fall mitbekommst, wenn dein System kompromittiert wird… </ironie>

    Dein Kommentar macht deutlich, wieso ich stark für die Einführung eines Internet-Führerscheins bin. Du vertrittst eine Einstellung, die gefährlich ist. Nicht nur für dich, sondern auch für deine Mitmenschen.

  21. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Hermann:

    Stylish spioniert Nutzer aus und sammelt Daten. Das Addon wird zurecht sterben. Mit WebExtensions wird so ein Schmarrn nicht mehr so leicht möglich sein. Auf jeden Fall solltest du es schnellstens deinstallieren.

    Da hast du aber etwas vollkommen falsch mitbekommen. Du beziehst dich auf eine Nachricht über Stylish für Google Chrome. Auf Stylish für Firefox trifft nichts davon zu, die Erweiterung ist absolut sauber.

  22. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @AC:

    Wie sieht das ganze eigentlich beim mobilen Firefox aus? Wird es diese Veränderungen auch für Firefox für Android geben?

    Firefox für Android wird ebenfalls ein neues Design erhalten (vermutlich auch in Version 57), Firefox für Android unterstützt ebenfalls WebExtensions. Ob WebExtensions hier ab Firefox 57 exklusiv sind oder nicht, kann ich nicht sagen. Vermutlich etwas später, da es da noch nicht so eine große Unterstützung gibt, aber das weiß ich nicht genau. Und was Quantum betrifft, von Änderungen, welche die Engine betreffen, wird auch die Android-Version profitieren, wobei der Fokus momentan die Desktop-Version ist.

  23. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @TmoWizard:

    Jedoch mache ich mir hierbei doch so meine Gedanken um den weiteren Fortbestand von Thunderbird und vor allem SeaMonkey, das klingt nämlich nicht besonders gut. Gerade SeaMonkey hat ja schon seit einiger Zeit gehörige Probleme und die jetzigen Entwicklungen bei Mozilla bzw. Firefox lassen mich böses erahnen! ?

    Über SeaMonkey weiß ich überhaupt nichts. Da SeaMonke ja bereits seit Jahren der Firefox-Entwicklung hinterherhinkt, informiere ich mich da schon gar nicht mehr über die Entwicklungen. Beispielsweise ist ein Browser ohne HiDPI-Unterstützung halt einfach unbrauchbar, wenn man ein MacBook mit Retina-Bildschirm nutzt.

    Was Thunderbird betrifft, der Plan für Thunderbird ist eine komplette Neuentwicklung auf Basis anderer Technologien. Es wird ein paar Jahre dauern, da hin zu kommen, aber für Thunderbird existiert bereits der Plan, dass es so kommen wird.

  24. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @AC:

    Also nur mal als Info für alle, die sich Sorgen um ihre Addons machen: Für viele Addons sind bereits WebExtension Varianten in der Entwicklung (oder existieren bereits), werden aber wahrscheinlich erst zum Release von FF57 offiziell freigegeben.

    Darunter sind (siehe GitHub-seiten der Add-ons):

    – uBlock Origin

    – HTTPS Everywhere

    – Decentraleyes

    – LastPass

    – New Tab Override 🙂

  25. Gyges
    schrieb am :

    Ich finde den Add-on Compatibility Reporter sehr hilfreich während der Umstellung auf E10s und WebExtensions. Die meisten meiner Add-ons waren bereits kompatibel mit E10s, nach Deaktivierung der wenigen verbleibenden klappte es auch mit der Elektrolyse 😉

    Vielleicht Grund genug, nochmals auf das gute Stück hinzuweisen.

  26. schrieb am :

    Ich kann perfekt nachvollziehen was Mozilla da macht, und bin sehr guten Mutes für das anstehende. Ich arbeite selbst bei einem Softwarehersteller einer Opensource Lösung, für unsere Software sind viele "Hacks" unterwegs, das entspricht erstaunlich genau dem Sinn, Unsinn und Problem von Legacy Addons im Firefox. Es kann viel, aber änder eine Kleinigkeit und das Kartenhaus fällt zusammen oder ist plötzlich ein Elefant.

    Weil wir eine "Webapp" verkaufen, beobachte ich Browser genau, und weiss einigermassen was da los ist und wie die Welt sich da dreht. Defakto: Mozilla muss das tun, was da jetzt angegangen wird. Dabei werden ein paar Leute erbost sein, und die werden ausreichend Geschrei machen (kenn ich…), trotzdem ist das alternativlos. Die einzige andere Möglichkeit wäre aufgeben, und das ist der sichere Tod, auch wenn der anfangs schleichend daher kommt.

    Man muss Mozilla kein Glück wünschen, aber schnellen Erfolg schon. Nach grossen Veränderungen ist immer erstmal irgendwas im Eimer, was man in keinem Laborversuch findet. Ich wünsche mir und Mozilla daher, dass die Schmerzphase kurz wird 🙂

  27. Kalle
    schrieb am :

    ich bin, wie so viele, auch auf die neue version gespannt, nur deine schlussfolgerung kann ich nicht ganz nachvollziehen. wenn doch add-ons und themes nur von fast nicht messbaren minderheiten benutzt werden, warum sollten dann die neuerungen überhaupt was bringen, um wieder zur "spitzengruppe" zu gehören?

  28. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Kalle: es werden weder ein neues Add-on-System noch ein neues Theme-System nur des Add-on-Systems oder des Theme-Systems wegen eingeführt. Das sind Notwendigkeiten, da es ausgeschlosen ist, mit den bisherigen Architekturen die Probleme zu lösen, die Firefox hat. Die vorhandenen Architekturen und die Auswirkungen davon auf Firefox und die Entwicklung von Firefox betreffen also ausnahmslos alle Nutzer, egal ob man Add-ons und Themes nutzt oder nicht.

  29. Michael M.
    schrieb am :

    Bezüglich der Tab-Form habe ich noch eine Frage (nicht, weil ich irgendeine Vorliebe für die eine oder andere Form hätte, sondern einfach nur aus Neugier): In Mozilla kündigt neues Themes-System für Firefox an enthält das Beispiel-Manifest eine Zeile "square_tabs": true. Ist das einfach nur ein sehr frühes Beispiel, das so nicht umgesetzt wird, oder wird es doch für Themes die Möglichkeit geben, die Tab-Form anzupassen (oder bezieht sich das auf irgendetwas anderes und hat trotz des Names gar nichts mit der Tab-Form zu tun)?

  30. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Zu dem Zeitpunkt existierte das Photon-Design noch nicht. Ob es nun ein Feld für die Tab-Form geben wird oder nicht, kann ich leider nicht beantworten.

  31. Julian
    schrieb am :

    Ich findes zwar bei einer Software, die noch nicht mal als Beta-Version existiert eine Aussage wie "bestes Release" sehr schwierig (ich selbst hätte das eher in den Konjunktiv gesetzt oder hätte vom wichtigsten oder bedeutendsten Release aller Zeiten gesprochen), aber abseits der reißerischen Überschrift stimme ich inhaltlich vollkommen zu:

    Man muss auch mal alte Zöpfe abschneiden können, um Fortschritt zu ermöglichen. Damit wird man immer auch ein paar Leute verärgern, aber die Mehrheit wird das zu schätzen wissen.

    Ich finde nur, dass es etwas unglücklich abgelaufen ist. Ich habe z.B. von einem Add-On-Entwickler gelesen, der schon seit 10 Jahren 5 Add-ons regelmäßig pflegt, die teilweise auch viele zufriedene User haben. Als es dann hieß, er solle seine Add-ons fit für Electrolysis machen, hat er auch das gemacht. 3 Monate später hieß es dann plötzlich, dass bald WebExtensions kommen und alle älteren Erweiterungen Legacy sind. Hätte er das gleich gewusst, hätte er die Zeit, die er in die Electrolysis-Fähigkeit seiner Erweiterungen gesteckt hatte, da rein stecken können. Aber so hat er bei 5 Erweiterungen Arbeit vergeudet. Der hat angekündigt, seine Add-ons nicht mehr weiter zu pflegen.

    Auch wenn das mit den WebExtensions zu dem Zeitpunkt noch nicht spruchreif war, so war es doch bestimmt schon in der Diskussion. So eine Entscheidung fällt ja nicht von heute auf morgen vom Himmel. Man hätte ja damals sagen können "Leute, ihr müsst auf Electrolysis umstellen, aber es kann sein, dass noch eine viel größere Umstellung kommt. Wenn Ihr Eure Arbeit nicht vergeuden wollt, wartet lieber noch ein paar Wochen, bis wir im Entscheidungsprozess weiter sind."

    Denn "offen" heißt für mich nicht nur offener Code und offene Standards, sondern auch offene Kommunikation – gerade gegenüber den Leuten, die mit ihren Erweiterungen so viel zum Erfolg von Firefox beigetragen haben.

     

  32. Marc
    schrieb am :

    Ich hätte mal 2 Fragen zu den WebExtensions:

    1. Woran kann ich auf addons.mozilla.org erkennen, ob eine Erweiterung schon eine WebExtension ist oder noch eine der alten Technologien nutzt? (Jemand hier hatte ja ein Skript geschrieben, dass das automatisiert auswertet, aber ich würde das gerne bei einigen mir wichtigen Erweiterungen nachsehen, erkenne das aber nicht.)

    2. Wenn erst mal die Support-Zeit für die letzten (ESR-) Versionen mit "Legacy-Support" ausläuft, werden dann alle "Legacy-Erweiterungen" von addons.mozilla.org entfernt werden, um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen? Das sollte in dem Fall ja eigentlich automatisiert möglich sein.

     

  33. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Julian:

    Ich findes zwar bei einer Software, die noch nicht mal als Beta-Version existiert eine Aussage wie "bestes Release" sehr schwierig (ich selbst hätte das eher in den Konjunktiv gesetzt oder hätte vom wichtigsten oder bedeutendsten Release aller Zeiten gesprochen), aber abseits der reißerischen Überschrift

    Ich sehe da nichts Reißerisches und ein Konjunktiv ist meines Erachtens auch nicht notwendig, aus einem ganz einfachen Grund: direkt das erste Wort der Überschrift ist "Kommentar", was aussagt, dass es hier um keinen reinen Fakten-Artikel, sondern um eine persönliche Meinung geht. Das wird sowohl am Anfang als auch am Ende des Artikels auch noch mal ausdrücklich hervorgehoben. Meinungen sind immer subjektiv. Und ich habe bereits jetzt die Meinung zu dem Thema, dass dieser Release eine so große Bedeutung für Mozilla hat, dass die Bedeutung diesen zum wichtigsten Release in der bisherigen Firefox-Geschichte macht. Ob der Plan letztlich aufgeht, wird sich erst zeigen. In die Zukunft kann ich natürlich nicht sehen. Aber das ist eh klar, dass meine Meinung darauf basiert, dass der Plan aufgeht. 😉

    Ich finde nur, dass es etwas unglücklich abgelaufen ist. Ich habe z.B. von einem Add-On-Entwickler gelesen, der schon seit 10 Jahren 5 Add-ons regelmäßig pflegt, die teilweise auch viele zufriedene User haben. Als es dann hieß, er solle seine Add-ons fit für Electrolysis machen, hat er auch das gemacht. 3 Monate später hieß es dann plötzlich, dass bald WebExtensions kommen und alle älteren Erweiterungen Legacy sind. Hätte er das gleich gewusst, hätte er die Zeit, die er in die Electrolysis-Fähigkeit seiner Erweiterungen gesteckt hatte, da rein stecken können. Aber so hat er bei 5 Erweiterungen Arbeit vergeudet. Der hat angekündigt, seine Add-ons nicht mehr weiter zu pflegen.

    Da hat der Entwickler dann aber etwas falsch verstanden. Denn dass die Zukunft den WebExtensions gehören wird, wird nun schon wirklich sehr lange Zeit kommuniziert. Vielleicht kam überraschend, dass es dann doch alles sehr schnell ging (man ist von Mozilla ja gewohnt, dass solche Planungen sehr gemütlich umgesetzt werden), und auch, dass die SDK-Deprecation zeitgleich mit der Deprecation von XUL-Erweiterungen erfolgte. Aber drei Monate nach einem Umbau erneut ein kompletter Umbau hätte nicht sein müssen. Wobei man natürlich auch bedenken muss, dass e10s seit Firefox 48 ausgeliefert wird, WebExtensions sind ab Firefox 57 verpflichtend. Dazwischen liegt ein ganzes Jahr plus drei Monate. Man hätte e10s nicht um diesen Zeitraum zurückhalten können. Und dass e10s in Arbeit ist, ist seit mehreren Jahren bekannt.

  34. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Marc:

    1. Woran kann ich auf addons.mozilla.org erkennen, ob eine Erweiterung schon eine WebExtension ist oder noch eine der alten Technologien nutzt? (Jemand hier hatte ja ein Skript geschrieben, dass das automatisiert auswertet, aber ich würde das gerne bei einigen mir wichtigen Erweiterungen nachsehen, erkenne das aber nicht.)

    Bei allen WebExtensions auf addons.mozilla.org steht "Kompatibel mit Firefox 57+".

    2. Wenn erst mal die Support-Zeit für die letzten (ESR-) Versionen mit "Legacy-Support" ausläuft, werden dann alle "Legacy-Erweiterungen" von addons.mozilla.org entfernt werden, um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen? Das sollte in dem Fall ja eigentlich automatisiert möglich sein.

    Irgendwann wird das sicher passieren. Wann genau, kann ich nicht sagen. Die erste ESR-Version ohne Unterstützung für Legacy-Erweiterungen wird Firefox 59 sein, zwei Versionen Überlappung, damit ist Firefox ESR 52 endgültig abgelöst, wenn Firefox 61 erscheint. Das ist noch über ein Jahr hin. Ich denke nicht, dass es da schon eine konkrete Planung zu gibt.

  35. Alex
    schrieb am :

    Hallo Sören,

    das mit den Add-on-System kann ich verstehen. Habe auch kein Problem wenn alte Add-on nicht mehr funktionieren sollten. Aber wie kann ich den jetzt schon erkennen welches Add-on schon auf WebExtension basiert. Wäre es denn nicht hilfreich wenn man das jetzt schon in Firefox sehen könnte?

     

  36. Alex
    schrieb am :

    Könnte man das nicht direkt in Firefox anzeigen, welche Add-ons WebExtension sind?

    Würde die Sache doch einfacher machen!

  37. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Auf addons.mozilla.org steht bei WebExtensions "kompatibel mit Firefox 57+". Im Add-on Manager steht ab Firefox 55 "Legacy" bei Nicht-WebExtensions.

  38. miku23
    schrieb am :

    @Alex:

    Bis in den November gehts ja noch eine ganze Weile. Es werden in den nächsten Monaten noch Änderungen kommen so dass auch im Firefox erkennbar wird was eine Webextensions ist und was nicht.

  39. Hatschi
    schrieb am :

    @Soeren:
    „Dass Add-ons für ziemlich viele Firefox-Nutzer kein Faktor sind, habe ich ja im Artikel erklärt. Zumal Chrome von deutlich mehr Menschen genutzt wird als Firefox und in Chrome können Erweiterungen weniger machen als in Firefox. Das macht es deutlich, dass Erweiterungen für die Masse der Nutzer nicht der primäre Antrieb sind, einen bestimmten Browser zu nutzen.“

    Stimmt. Aber warum sollten diese Leute auf den Firefox wechseln?
    Meine Prognose: Man wird nur noch mehr Leute vergraulen (außer die sind zu lethargisch zu wechseln, aber Chrome und Edge stehen bereit mit ihrer viel aggressiveren Politik), am Ende wird Mozilla das Zeitliche segnen.

    Ich hoffe nur Rust und Servo gehen irgendwo anders auf.

    Das sage ich als Firefox-Nutzer der ersten Stunde, der alles mitgemacht hat und auch jetzt noch gerne das Füchschen laufen lässt.

  40. nurzurinfo
    schrieb am :

    @aney1, dein Google Sheet ist jetzt kaputt, vielleicht liegt's am neuen Monat?

  41. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Hatschi:

    Stimmt. Aber warum sollten diese Leute auf den Firefox wechseln?

    Für Firefox gibt es sehr viele Gründe mehr als Add-ons. Genauso wie es viele Gründe für andere Browser gibt. Welcher Grund welche Bedeutung von einem erhält, ist individuell. Alleine wir beide werden jeweils ganz andere Ansprüche an einen Browser haben. Und mir kommen alle von Mozilla derzeit geplanten Änderungen sehr entgegen. Ich nutze keine Themes, da ich sowohl Australis als auch Photon sehr schön finde. Aber bevor es heißt, ich würde alles gut finden, vorherige Firefox-Designs fand ich nicht schön. Themes hatte ich dennoch nicht genutzt, weil Lightweight Themes ohne Frage ein super Konzept sind und einige Leute anspricht, mich persönlich aber nicht, um unter den vollständigen Themes sind für mich fast nur richtig hässliche dabei. Schöne vollständige Themes sind sehr rar gesät und müssen dann auch noch aktiv gepflegt werden, das ist kaum existent. Und was Erweiterungen betrifft, Mozilla ist nicht auf das beschränkt, was Chrome macht, aber selbst wenn es so wäre, was Chrome an Erweiterungen anbietet, ist vollkommen ausreichend für mich. Klar habe ich auch ein paar Erweiterungen, die über das hinausgehen, aber nur verzichtbare Erweiterungen. Und damit fällt mir mich nichts Wesentliches weg. Auf der anderen Seite freue ich mich sehr auf all die Optimierungen, welche dadurch ermöglicht werden.

    Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Leute sollten im Idealfall auf Firefox wechseln, weil sie den besten Browser nutzen wollen. Damit sage ich ausdrücklich nicht, dass Firefox jetzt oder mit dem Erscheinen von Firefox 57 zwangsläufig der beste Browser für jeden sein wird. Es geht doch aber darum, dass es selbstverständlich Mozillas Ziel sein muss, den besten Browser zu entwickeln. Und um dieses Ziel überhaupt erreichen zu können, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, auch wenn diese für einige Nutzer vielleicht etwas hart erscheinen.

    Meine Prognose: Man wird nur noch mehr Leute vergraulen (außer die sind zu lethargisch zu wechseln, aber Chrome und Edge stehen bereit mit ihrer viel aggressiveren Politik), am Ende wird Mozilla das Zeitliche segnen.

    Deine Prognose ist unwahrscheinlich, sogar sehr unwahrscheinlich. Wie bereits festgestellt, profitieren mehr Nutzer von den Änderungen als es Nutzern schadet. Natürlich werden einige Firefox-Nutzer unzufrieden sein und den Browser wechseln. Das ist normal, das haben so große Änderungen an sich. Aber die Veränderungen erlauben es, auch wieder durch andere Aspekte zu überzeugen, wo Mozilla derzeit limitiert ist. Durch die Änderungen wird Mozilla langfristig auf jeden Fall auch wieder Nutzer gewinnen. In welchem Verhältnis neue Nutzer und abwandernde Nutzer stehen werden, wird nur die Zeit zeigen können. Aber so schwarz, wie du es malst, ist es auf keinen Fall.

    Im Übrigen wäre deine Prognose so ziemlich das Schlimmste, was dem Web passieren könnte. Selbst, wenn man überhaupt kein Firefox nutzt. Die Bedeutung von Mozilla geht weit über Firefox als Browser hinaus.

  42. Hauro
    schrieb am :

    @Hatschi

    Im Prinzip haben alle bereits verloren, da Alphabet Inc. / Goolge ihre Marktmacht ausnutzten konnten uns sie keiner daran gehindert hat. So ist Chrome unter Android (meist) vorinstalliert oder wurde/wird als Crapware installiert und als Standard-Browser eingestellt. Dies sorgt dafür, dass er verwendet wird, da nur wenige einen anderen Browser installieren. Interessant dabei ist, dass es den meisten egal ist, ob der Browser anpassbar ist und es Add-Ons gibt. Er wird verwendet wie er ist, so wie den meisten auch der Datenschutz egal ist.

  43. schrieb am :

    Chrome und Android also ich benutze ein app die alle Crapware  auch ohne root Deaktiviert(Bloatware Renover), weil ich hatte das Problem das der Standart Firefox 55a1 für Android so bei jedem 5-6 Aufruf wider ersetzt wurde durch Chrome und das nervte, also ein Tool gesucht das ohne root den Schrott entfernt, und alles was mit Chrome ist deaktiviert, den war ruhe. mir ist nur ein SpeedDial wichtig und Persona und was um Werbungen zu stoppen. Flash ist fast nicht mehr wichtig für mich, weil ich spiele das MMoRPG The West nicht mehr.

    FF 57 kann kommen.

    Ich verwende Thunderbird 55a1 gerade wobei wenns den zusende geht mit dem, ist kein Problem MS Outlock 2016 übernimmt auch gerne meine eMail, Terminverwaltung ist schon dort(auch wenn ich immer noch nicht mag das alles in in einer großen Datei ist).

     

  44. Minefielduser
    schrieb am :

    Ich nutze seit Jahren die Erweiterung "pwdhash" auf nahezu allen Webseiten. Der Autor scheint an der Weiterentwicklung nicht interessiert zu sein und die Erweiterung ist inkompatibel mit der Firefox Multiprozessarchitektur.

    Was sollen User wie ich machen wenn FF 57 vor der Tür steht?

  45. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Darauf hoffen, dass ein anderer Entwickler etwas Vergleichbares baut. Bei weniger als 2000 Nutzern scheint das Interesse an einer solchen Erweiterung natürlich gering zu sein, denn das sind wirklich wenige Nutzer. Insofern weiß ich nicht, wie groß die Chance ist, dass das passieren wird. In jedem Fall gibt es die Erweiterung eh auch für Chrome. Aufgrund der Ähnlichkeit von Mozillas neuer Architektur dürfte es für den Entwickler ein Leichtes sein, seine Erweiterung als WebExtension für Firefox zu veröffentlichen. Wurde der Entwickler denn mal bezüglich seiner Pläne gefragt?

  46. miku23
    schrieb am :

    @Minefielduser: Ich versuch mich mal am Port, vielleicht klappt es ja. Kann aber nichts versprechen.

  47. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Sprich dich da aber lieber mit dem Entwickler des Originals ab. Denn es wäre sehr blöd, wenn du eine portierte Version veröffentlichst und er selbst entsprechende Pläne hat.

  48. Frank J.
    schrieb am :

    2000 Benutzer erscheinen aber gar nicht wenige zu sein. 

    Ich nutze diesen Browser und seine Vorläufer seit den Zeiten des Netscape Navigators und eine Sache die mich bei jedem Update immer wieder tierisch nervt besteht darin, dass der Updater nicht VOR dem update anzeigt welche addons infolge dieses Updates hinterher nicht mehr funktionieren. Hinterher darauf zu hoffen, dass der addon Programmierer zeitnah etwas neues bastelt ist immer unbefriedigend. 

  49. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    2000 Benutzer erscheinen aber gar nicht wenige zu sein. 

    Firefox hat knapp 500 Millionen Nutzer. Daher doch, 2.000 Nutzer eines Add-ons sind wenig. Selbst mein Add-on New Tab Override mit über 100.000 Nutzern ist weit davon entfernt, von den Nutzerzahlen her zu den Top-Erweiterungen zu zählen.

    eine Sache die mich bei jedem Update immer wieder tierisch nervt besteht darin, dass der Updater nicht VOR dem update anzeigt welche addons infolge dieses Updates hinterher nicht mehr funktionieren.

    Woher soll Firefox das denn wissen? Das ist technisch überhaupt nicht möglich. Eine einwandfreie Funktionalität kann nur durch Menschen garantiert werden – und Menschen haben es ja auch an sich, sich zu irren.

    Hinterher darauf zu hoffen, dass der addon Programmierer zeitnah etwas neues bastelt ist immer unbefriedigend.

    Glücklicherweise ist das ja nicht sehr häufig notwendig. Und glücklicherweise zum Zweiten werden Kompatibilitätsprobleme ab Firefox 57 sowieso seltener werden.

  50. miku23
    schrieb am :

    @Sören: Frank meinte doch der Entwickler habe keine Interesse daran, aber ich schau mals ins Github Repo rein.

  51. Frank J.
    schrieb am :

    Bedeutet das, ab Version 57 funktioniert mein geliebtes biet-o-matic Wieder?  Weil doch die Kompatibilitätsprobleme dann abnehmen? Seit 48 geht es bei mir gar nicht mehr

    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/biet-o-matic-addon/reviews/

  52. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @miku23:

    @Sören: Frank meinte doch der Entwickler habe keine Interesse daran, aber ich schau mals ins Github Repo rein.

    Der Leser schrieb, dass der Entwickler kein Interesse zu haben scheint. Das sagt nichts darüber aus, ob eine Kontaktaufnahme mit dem Entwickler erfolgte oder nicht.

  53. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Frank J.:

    Bedeutet das, ab Version 57 funktioniert mein geliebtes biet-o-matic Wieder?  Weil doch die Kompatibilitätsprobleme dann abnehmen? Seit 48 geht es bei mir gar nicht mehr

    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/biet-o-matic-addon/reviews/

    Nein, das bedeutet es nicht. Ein inkompatibles Add-on wird nicht von alleine kompatibel. Für WebExtensions sind Kompatibiliätsprobleme aber sehr viel unwahrscheinlicher. Wieso steht im Artikel. Und ab Firefox 57 gibt es nur noch WebExtensions. Ab dem Punkt, ab dem nur noch WebExtensions in Firefox existieren, sind Kompatibilitäts-Probleme von Add-ons nach Firefox-Updates daher zwangsläufig seltener.

  54. Frank J.
    schrieb am :

    Danke für die ausführlichen Erklärungen. 

     

  55. Adam
    schrieb am :

    Da ich mit einem alten Computer im Internet unterwegs bin, habe ich vor wenigen Jahren zu Firefox gewechselt, weil dieser vergleichsweise wenig RAM benötigt.

    Wird sich das jetzt ändern? Wird Firefox in Zukunft genau so viel RAM benötigen, wie Chrome?

  56. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Firefox wird nach aktuellem Stand auch in Zukunft tendenziell weniger RAM benötigen als Chrome. Allerdings spielen zum einen in den RAM-Verbrauch verschiedene Faktoren, so dass das so oder so nicht pauschal für alle Systeme gesagt werden kann, zum anderen könnte auch Google jederzeit Optimierungen vornehmen, welche den RAM-Verbrauch von Chrome signifikant senken, das kann man nicht ausschließen.

    In jedem Fall sollte, wenn RAM-Knappheit herrscht, wirklich über ein Upgrade nachgedacht werden. Wenn wirklich so wenig RAM nur vorhanden ist, dass das ein Problem ist, macht sich das sehr wahrscheinlich deutlich positiv bemerkbar, wenn man den RAM ein wenig erweitert.

  57. Björn S
    schrieb am :

    Ich habe seit Firefox 4 immer wieder per Addons und Themes das Browserdesign annähernd auf Strata (3.6) zurückgebogen. Kostet zwar etwas Aufwand, aber Firefox ist nunmal der einzige Browser bei dem man das machen kann. Und jetzt soll diese Möglichkeit entfallen…? Wahrscheinlich werde ich irgendwie damit zurecht kommen (müssen). Damals als Chrome veröffentlicht wurde habe ich ihn verspottet weil er so eine "leere" Benutzeroberfläche ohne viele Knöpfe hat. http://i.imgur.com/SMbyVG4.png So sah es vor einem Jahr aus – und ich kann das Bild immernoch verwenden, weil es hat sich nicht viel geändert, bis auf ein paar Lesezeichen oder Addon-Schaltflächen die hinzu oder weggefallen sind. Irgendwo kann ich schon verstehen, dass wenn wenige Leute diese Möglichkeiten nutzen die Entscheidung es abzuschaffen nicht so ganz abwegig ist. Aber ich dachte immer Firefox sei der "Nerd-Browser" der dafür gedacht ist alles anpassbar zu machen.

  58. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Damals als Chrome veröffentlicht wurde habe ich ihn verspottet weil er so eine "leere" Benutzeroberfläche ohne viele Knöpfe hat.

    Daran ändert sich überhaupt nichts. Du entscheidest auch in Firefox 57 noch, was du für Schaltflächen anzeigst und was nicht.

    http://i.imgur.com/SMbyVG4.png So sah es vor einem Jahr aus – und ich kann das Bild immernoch verwenden, weil es hat sich nicht viel geändert, bis auf ein paar Lesezeichen oder Addon-Schaltflächen die hinzu oder weggefallen sind.

    Gut, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt. Denn ich finde das, was ich da sehe, einfach furchtbar hässlich. Alleine die verwendete Schriftart… 😉

    Aber ich dachte immer Firefox sei der "Nerd-Browser" der dafür gedacht ist alles anpassbar zu machen.

    Abgesehen davon, dass "Nerd" eine abwertende Bezeichnung ist, war Firefox noch nie ein "Browser für Nerds", sondern ein Browser für die Allgemeinheit, nicht auf irgendeine bestimmte Gruppe limitert. Und nein, Firefox hat sich auch nie dadurch definiert "alles anpassbar" zu machen. Firefox hatte immer viele Anpassungsmöglichkeiten und wird auch mit Firefox 57 noch sehr viele Anpassungsmöglichkeiten besitzen. Aber das ist eben nicht alles, wofür Firefox steht. Und es gibt eben Dinge, die wichtiger sind.

  59. rugk
    schrieb am :

    Ach komm, Nerd ist keine abwertende Bezeichnung (mehr), spätestens seit BIg Bang Theory! ? Das hat sich melioraiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Melioration_(Linguistik)).

    Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Nerd#Begriffsherkunft_und_-entwicklung

  60. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    > Eine Melioration (lat. melior „besser“) ist in der Linguistik der Bedeutungswandel eines Wortes zu einem besseren Beiklang hin.

    Nur, weil laut einem beliebigen Wikipedia-Artikel ein Mensch meint, dies würde auf diesen Begriff zutreffen, stimme ich nicht zu. Big Bang Theory ist eine lustige Serie, aber diese Schlussfolgerung halte ich für sehr weit hergeholt. Big Bang Theory bedient halt das Nerd-Chliché und überspitzt es, macht sich damit im Endeffekt aber darüber lustig und wertet den Begriff nicht auf. 😉

Und jetzt du! Deine Meinung?

Erforderliche Felder sind mit einem Asterisk (*) gekennzeichnet. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.