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Firefox bekommt Unterstützung für Bildformat WebP

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Kurz nach der Unterstützung von WebP in Microsoft Edge zieht Mozilla nach und plant die Unterstützung von Googles Bildformat in Firefox für den Desktop sowie für Android.

WebP ist ein Bildformat, welches bereits vor acht Jahren von Google vorgestellt worden ist. Das Bildformat verspricht geringere Dateigrößen als PNG und JPG sowie die Unterstützung von Transparenz und Animationen. Hinsichtlich Browser-Unterstützung sah es bislang allerdings mager aus. Naheliegenderweise wurde WebP natürlich von Google Chrome sowie anderen Browsern unterstützt, welche die Google-Engine verwenden. Alle anderen großen Browserhersteller – das heißt Mozilla, Microsoft und Apple – haben an WebP keinen Gefallen gefunden. Mozilla hatte sich beispielsweise vor fünf Jahren intensiv mit WebP befasst und kam zu dem Ergebnis, dass WebP hinsichtlich Kompression keinen signifikanten Vorteil gegenüber JPEG oder Konkurrenzformaten wie JPEG XR und HEVC-MSP bringt.

Neben anderen Faktoren kommt vor allem auch mit der Unterstützung von WebP in Microsoft Edge nach dem Oktober 2018-Update für Windows 10 bei Mozilla wieder Bewegung in das Thema: Mozilla plant nun offiziell die Unterstützung von WebP in Firefox. In der ersten Jahreshälfte 2019 soll es soweit sein. Die Unterstützung ist sowohl in Firefox für den Desktop als auch in Firefox für Android geplant. Nutzer von Firefox für iOS müssen vermutlich weiterhin verzichten, denn von Apple gibt es nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass WebP in Zukunft unterstützt werden könnte. Und da Browserhersteller im Falle von iOS auf Apple angewiesen sind, besteht hier schlicht keine Möglichkeit, WebP zu unterstützen.

Browserhersteller tun sich mit der Adaption neuer Medienformate schwer, da es viele konkurrierende Formate gibt und die Unterstützung neuer Formate eine Entscheidung ist, die sehr großen Einfluss auf das Web hat und zu einer Unterstützung für viele Jahre verpflichtet, weil die Unterstützung eines Medienformats aus Kompatibilitätsgründen nicht einfach wieder rückgängig gemacht werden kann.

Die Zusage, WebP in Firefox unterstützen zu wollen, ändert derweil nichts an Mozillas Plänen, das sich noch in Entwicklung befindliche Bildformat AVIF vorantreiben zu wollen. AVIF basiert auf dem neuen lizenzfreien Video-Codec AV1 der Alliance for Open Media.

via:

cnet

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

8 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Torsten
    schrieb am :

    Welche Vorteile (oder Nachteile) hätte dieses Bildformat WebP?  Ich kenne es nicht.  Naja, man kann nicht alles kennen.

  2. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Vereinfacht gesagt: Spürbar geringere Dateigröße als JPEG und PNG, Unterstützung für Transparenz wie bei PNG und GIF, Unterstützung für Animationen wie bei GIF, aber hohe Bildqualität im Gegensatz zu GIF. Anders gesagt: es ist für die Verwendung auf Webseiten das derzeit beste Bildformat, vom Umstand abgesehen, dass Browser-Kompatibilität ein wichtiger Faktor ist. Aber mit gängigen Webstandards lassen sich ja auch unterschiedliche Bildformate je nach Browserfähigkeiten ausliefern, insofern kann man das beste Format für moderne Browser ausliefern und dann ein anderes Bildformat als Fallback nutzen. In meinem Blog-Design verwende ich ja auch schon ziemlich lange WebP-Grafiken und verwende PNG für Browser ohne WebP-Unterstützung.

  3. Torsten
    schrieb am :

    Danke, diese Erklärung hat mir schon etwas weitergeholfen.  Allerdings bin ich jedoch auch der Ansicht, daß "besser" immer relativ ist.  Ich bin mit einfachen Formaten, wie zB JPG oder JPEG durchaus zufrieden.  Aber leider bin ich ja nicht der Nabel der Welt. 😉

     

  4. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Besser ist in diesem Fall nicht relativ. Wenn ein Format die gleiche Leistung wie ein anderes Format bringt und dabei kleiner ist, ist es in jedem Fall besser. Gerade für Webseiten ist das relevant. Auch wenn man vielleicht sagen mag, dass es einem nicht auf eine halbe Sekunde ankommt; Dass selbst kleine Verzögerungen reale Auswirkungen auf Conversion-Raten haben, ist belegt. Denn wenigstens unterbewusst spielt das eine Rolle. 😉

  5. Anon
    schrieb am :

    Besser ist in diesem Fall nicht relativ.

    Dazu muss man einschränkend aber ergänzen, dass Dateiformate mit geringeren Dateigrößen oft auch einen größeren Rechenaufwand zur Kompression (bei der Bilderstellung) und Dekompression (bei der Anzeige) erzeugen. Das ist bei Bildformaten noch relativ unbedeutend, macht bei Video-, Musik- oder verlustfreier Dateikompression aber schon einen Unterschied – weswegen es hierfür ja auch teilweise Chips mit Hardwarebeschleunigung gibt. Es gibt mehr Zielgrößen als nur Dateigröße und Bildqualität.

  6. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Im Falle von Bildern für das Web ist das wirklich komplett vernachlässigbar und nur darum geht es hier ja. 😉

    Es gibt zudem auch wirtschaftliche Aspekte. Nicht nur, dass die Bilder schneller geladen werden, was höhere Conversion Rates bedeutet und daher für mehr Einahmen sorgt. Auch auf folgender Ebene: Einsparung von Dateigröße bedeutet auch direkte Einsparung von Geld. Das ist sowohl für all die Nutzer mit Volumentarifen gut als und vor allem auch für die Betreiber der Webseiten. Aus Webseiten-Sicht ist die Dateigröße einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Und bei der Wahl des besten Formates geht es natürlich um die Webseite, denn die Webseite ist es schließlich, welche den Content ausliefert.

  7. Maddog
    schrieb am :

    Hallo,

    besten Dank für diesen Beitag!

    Wenn es um die Kompromittierung meiner Website geht, komme ich von Hütchen auf Stöckchen , nur schneller wird die Website nicht. Da dachte ich mal, ich hätte alles richtig eingestellt, da verändert PagesSpeed seine Benutzeroberfläche und konfrontiert mich mit neuen Fehlern und Forderungen:

    Bilder in modernen Formaten bereitstellen

    Bildformate wie JPEG 2000, JPEG XR und WebP bieten oft eine bessere Komprimierung als PNG oder JPEG, was schnellere Downloads und einen geringeren Datenverbrauch ermöglicht.

    Weitere Informationen sind wie immer in Google-Englisch geschrieben, eine Sprache, die viele Worte, Bezeichnungen und Fachbegriffe hat, die nichts aussagen: Wischiwaschi, Take it or leave it, Komm´ ich heut´nicht, komm´ ich…, Gib hier deine bevorzugte Irgendwas ein, oder lass´es bleiben.

     

    Liege ich richtig, wenn ich sage, dass Google es am liebsten hätte, wenn ich meine Webseite über Google Chrome bearbeiten würde?

     

    Gruß

  8. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Da dachte ich mal, ich hätte alles richtig eingestellt, da verändert PagesSpeed seine Benutzeroberfläche und konfrontiert mich mit neuen Fehlern und Forderungen:

    Bilder in modernen Formaten bereitstellen

    Bildformate wie JPEG 2000, JPEG XR und WebP bieten oft eine bessere Komprimierung als PNG oder JPEG, was schnellere Downloads und einen geringeren Datenverbrauch ermöglicht.

    Das ist weder ein Fehler noch eine Forderung, sondern ein Tipp, wie du die Geschwindigkeit verbessern kannst. Man muss nicht jeden Tipp umsetzen. Es ist nicht Sinn und Zweck von PageSpeed, 100 Prozent zu erzwingen, sondern die Optimierungen mitzunehmen, die man mitnehmen kann. Und die genannten Formate machen deine Webseite halt schneller, das ist ein vollkommen korrekter Fakt. Wenn die Optimierung zu schwer umzusetzen ist, dann lässt man das einfach. PageSpeed ist ein tolles Tool zur Optimierung, aber man sollte es auch nicht überbewerten.

    Weitere Informationen sind wie immer in Google-Englisch geschrieben, eine Sprache, die viele Worte, Bezeichnungen und Fachbegriffe hat, die nichts aussagen: Wischiwaschi, Take it or leave it, Komm´ ich heut´nicht, komm´ ich…, Gib hier deine bevorzugte Irgendwas ein, oder lass´es bleiben.

    Die Aussage ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich sehe dort ganz normales Englisch. Und den Inhalt sollte man verstehen können, vor allem als Betreiber einer Webseite, denn viel einfacher lässt sich das kaum erklären. Weder tauchen spezielle Fachbegriffe noch nichtssagende Formulierungen auf, der Artikel zu diesem Punkt ist sehr klar.

    Liege ich richtig, wenn ich sage, dass Google es am liebsten hätte, wenn ich meine Webseite über Google Chrome bearbeiten würde?

    Auch den Punkt verstehe ich nicht. Wie willst du eine Webseite über einen Browser bearbeiten? Und ja, natürlich hätte Google gerne, dass man seinen Browser nutzt, aber was genau soll das jetzt mit WebP zu tun haben?

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