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Mozilla aktiviert WebRender standardmäßig in Firefox Nightly

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Der aus dem Servo-Projekt stammende WebRender soll die Grafikkarte stärker als bisher einbeziehen und so für eine deutlich verbesserte Firefox-Performance sorgen. Bei der Entwicklung von WebRender hat Mozilla nun den nächsten wichtigen Meilenstein erreicht und WebRender für alle qualifizierten Nutzer standardmäßig in Firefox Nightly aktiviert.

WebRender stammt wie die mit Firefox 57 eingeführte CSS-Engine Stylo ebenfalls aus Mozillas Next-Generation-Engine Servo und ist in der Programmiersprache Rust geschrieben. Es handelt sich bei WebRender um einen Renderer für Webseiten-Inhalte, welcher unter stärkerer Einbeziehung der Grafikkarte als bisher im Grunde wie eine Spiele-Engine arbeitet, aber für das Rendering von Web-Content optimiert ist und dadurch große Performance-Vorteile liefern soll.

Vor knapp zwei Monaten hatte Mozilla bereits WebRender für einen Teil der qualifizierten Nutzer in der Nightly-Version von Firefox aktiviert. Das Ganze erfolgte als sogenannte Shield-Studie über einen festgelegten Zeitraum, wobei die Aktivierung nur auf 50 Prozent der qualifizierten Systeme erfolgte, während die anderen 50 Prozent als Kontrollgruppe dienten.

Nun hat Mozilla alle notwendigen Abhängigkeiten implementiert und WebRender standardmäßig sowie dauerhaft für alle Nutzer aktiviert, welche die Voraussetzungen erfüllen. Neben der Nutzung einer Nightly-Version von Firefox wird Windows 10 als Betriebssystem voraussgesetzt sowie die Verwendung einer halbwegs modernen Grafikkarte von Nvidia, ältere Nvidia-Grafikkarten werden bisher nicht unterstützt. Außerdem ist WebRender derzeit noch deaktiviert, wenn ein Notebook im Akku-Betrieb eingesetzt wird und nicht an der Steckdose angeschlossen ist.

Desktop-Computer mit Windows 10 und einer Grafikkarte von Nvidia machen ca. vier Prozent der Gesamt-Population aller Firefox-Nutzer aus. Dabei handelt es sich um exakt die Zielgruppe, für welche Mozilla eine standardmäßige Aktivierung von WebRender in einer Beta-Version von Firefox 64 anpeilt. Die Abhängigkeiten für eine Aktivierung in Firefox Beta lassen sich hier finden. In späteren Firefox-Versionen soll WebRender natürlich auch für weitere Betriebssysteme und weitere Grafikkarten aktiviert werden.

Es gilt weiterhin, dass WebRender erst in Nightly-Versionen von Firefox aktiviert ist und daher noch einen entsprechenden Weg vor sich hat. Stabilität sowie die korrekte Darstellung von Webseiten hatten bisher höchste Priorität. Es ist davon auszugehen, dass WebRender noch nicht sein volles Performance-Potential ausspielt.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

3 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Thorky
    schrieb am :

    Funktioniert WebRender auch im Zusammenspiel mit der Grafikeinheit eines Prozessors? Oder braucht es unbedingt eine Grafikkarte?

  2. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Grundsätzlich schon, wobei die Grafikeinheit des Prozessors natürlich wesentlich weniger Leistung bringt. Und momentan lag der Fokus halt wirklich nur auf Nvidia, was heißt, dass es mit anderen Grafikeinheiten vermutlich noch ein paar Fehler mehr gibt. Aber sobald Mozilla die Unterstützung offiziell erweitert hat, sollte WebRender auch mit der Grafikeinheit des Prozessors funktionieren und Vorteile bringen.

  3. Thorky
    schrieb am :

    Sehr schön, danke. Ich bin gespannt. 🙂

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