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Kommentar: Wieso die Zeit von SeaMonkey endgültig abgelaufen ist

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SeaMonkey ist eine auf Mozilla-Code basierende Suite, bestehend aus Browser, E-Mail-Client und mehr. In diesem Kommentar führe ich aus, wieso es aus meiner Sicht endgültig Zeit ist, Abschied zu nehmen.

Achtung: Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die Meinung und persönliche Interpretation des Verfassers. SeaMonkey ist offiziell nach wie vor ein aktives Projekt.

Was ist SeaMonkey?

Bevor es Firefox und Thunderbird gab, gab es die Mozilla Application Suite. Ursprünglich waren Browser, E-Mail-Client und noch mehr unter einer gemeinsamen Oberfläche vereint. Seit die Mozilla Foundation Ende 2005 die Entwicklung der Mozilla Application Suite zugunsten der Einzelprogramme Firefox und Thunderbird einstellte, wird diese als Community-Projekt unter dem Namen SeaMonkey weitergeführt. Neben dem Browser und E-Mail-Client beinhaltet SeaMonkey auch einen Chat-Client sowie einen WYSIWYG-HTML-Editor.

Man kann nicht sagen, dass SeaMonkey eine extrem große Nutzergemeinde hätte, dafür aber eine umso treuere. Für die Nutzung von SeaMonkey kann es dabei ganz unterschiedliche Gründe geben, wie beispielsweise den angesprochenen Fakt, mit einem Programm alles unter einer Haube zu haben, die Nutzung von Legacy-Erweiterungen, welche in Firefox nicht mehr unterstützt werden, oder ganz einfach, weil einem SeaMonkey so gut gefällt – optisch tut sich bei SeaMonkey nämlich bewusst so gut wie gar nichts.

Was hat sich geändert? Wieso sollte SeaMonkey nicht länger verwendet werden?

Die Anzahl der Probleme und die Anzahl der Nutzer, die von diesen betroffen sind, wächst immer weiter, da das Projekt schon lange nicht mehr mit den steigenden Anforderungen der Zeit Schritt halten kann. Beispiele hierfür werden weiter unten im Artikel genannt. Diese Probleme müssen aber nicht jeden Nutzer betreffen oder zumindest nicht jeden Nutzer stören, so dass diese Probleme nicht ausschlaggebend sind. Jedoch hat sich eine Sache in den letzten Monaten geändert, die von ganz entscheidender Bedeutung ist.

SeaMonkey hat ein ernsthaftes Sicherheits-Problem

SeaMonkey kann nicht länger als sicheres Produkt erachtet werden und das ist ein Problem, welches ausnahmslos jeden Nutzer von SeaMonkey betrifft. Denn SeaMonkey basiert auf der Gecko-Plattform von Mozilla. Genauer gesagt auf Gecko 52. Zumindest alle Sicherheits-Fixes der Gecko-Plattform hat SeaMonkey durch Updates automatisch erhalten, wenn Mozilla die Sicherheitslücken geschlossen hat. Nun erschien im Juni 2018 das letzte Sicherheits-Update für Firefox ESR 52 und damit auch das letzte Update für Gecko 52. Alle danach entdeckten Sicherheitslücken müssen vom SeaMonkey-Projekt selbst behoben werden, ebenso wie sämtliche entdeckten Sicherheitslücken, welche nicht in Gecko, sondern in SeaMonkey selbst stecken.

Zwar hat das SeaMonkey-Projekt im Februar angekündigt, an SeaMonkey 2.49.5 zu arbeiten. Fakt ist aber, dass dieses Update weiter auf sich warten lässt und SeaMonkey nun schon seit SeaMonkey 2.49.4 im Juli 2018 – also seit neun Monaten – kein einziges Update mehr erhalten hat. Wer SeaMonkey von seamonkey.at herunterlädt, erhält sogar nur SeaMonkey 2.49.2 als neueste Version, da diese Webseite seit dem nicht mehr aktualisiert worden ist. Zwar handelt es sich dabei um keine offizielle Webseite des Projekts, dennoch dürfte dies für deutschsprachige SeaMonkey-Nutzer eine beliebte Downloadquelle für SeaMonkey sein. Nicht nur, weil diese Seite im Gegensatz zur offiziellen Webseite in deutscher Sprache existiert, sondern vor allem, weil Google diese Seite an erster Stelle noch vor der offiziellen Webseite anzeigt.

Nutzer von SeaMonkey sitzen teilweise aber wahrscheinlich bei noch älteren Versionen fest, da automatische Updates darüber hinaus auch noch deaktiviert sind und neue Versionen manuell heruntergeladen und installiert werden müssen. Ein Umstand, der ganz sicher nicht jedem SeaMonkey-Nutzer klar ist.

Diese Situation ist, bei aller Liebe zum Projekt und vollstem Verständnis für die Ressourcen-Probleme eines Community-Projekts, nicht akzeptabel. Denn Browser und E-Mail-Client als „Tor zum Internet“ müssen ohne Wenn und Aber sicher sein. Auch wenn vielleicht keine Sicherheitslücken offiziell bekannt sind, so ist es doch nur sehr schwer vorstellbar, dass die Notwendigkeit, Sicherheits-Updates auszuliefern, mit einem Mal verschwunden ist.

Es ist müßig zu erwähnen, dass Sicherheit nicht beim Schließen von Sicherheitslücken aufhört und sämtliche grundsätzlichen Verbesserungen der Sicherheits-Architektur, die Firefox in den letzten zwei Jahren erhalten hat, in SeaMonkey alleine schon aufgrund der Tatsache fehlen, dass man noch Gecko 52 einsetzt, was auf dem Feature-Stand von März 2017 ist und wir mittlerweile April 2019 schreiben.

Das fängt damit an, dass SeaMonkey die Multiprozess-Architektur von Firefox nicht besitzt und damit auch kein Sandboxing. Während dies zumindest auch für Thunderbird zutreffend ist, soll sich das bei Thunderbird noch in diesem Jahr ändern.

Ein weiteres Beispiel ist Quantum CSS, auch Stylo genannt, die in Rust geschriebene CSS-Engine, welche in Firefox 57 eingeführt wurde. Welche Bedeutung dies alleine für die Sicherheit hat, wird durch Zahlen schnell klar: Laut Mozilla hat es in Firefox seit dem Jahr 2002 69 Sicherheitslücken in der Style-Komponente gegeben, also der Komponente, welche für das CSS von Webseiten verantwortlich ist. Von den 69 Sicherheitslücken wären 51 gar nicht erst möglich gewesen, wäre von Anfang an Rust verwendet worden. Das unterstreicht, wie wichtig die zugrunde liegende Technologie ist, wenn es um Sicherheit geht.

In den letzten zwei Jahren wurden aber noch einige weitere Verbesserungen der Sicherheits-Architektur vorgenommen. Hier ließe sich eine ziemlich lange Liste anführen. Dazu muss man nur einmal alle Artikel zu sämtlichen Major-Releases seit Firefox 53 auf diesem Blog lesen. Und aktuell sind wir bei Firefox 66. Zwei Hände reichen zum Zählen aller Sicherheits-Verbesserungen in dem Zeitraum nicht aus. Das führt direkt zum nächsten Grund, wieso die Zeit von SeaMonkey vorbei ist.

Kein aktueller Unterbau auf absehbare Zeit und vielleicht auch keine Zukunft

Im Dezember 2018 hat das SeaMonkey-Projekt ein längst überfälliges Status-Update gegeben. Darin hat man versichert, dass das SeaMonkey-Projekt noch am Leben ist, allerdings auch eingestanden, dass die Zukunft von SeaMonkey ungewiss ist. SeaMonkey auf Firefox ESR 60 basieren zu lassen, wurde in diesem Status-Update praktisch ausgeschlossen. Und für die weitere Zukunft wurde ein noch dunkleres Bild gezeichnet. Denn SeaMonkey hängt noch sehr stark von Teilen der XUL-Architektur ab, welche von Mozilla längst entfernt worden sind.

Die Frage, die für das SeaMonkey-Projekt also naheliegenderweise in dem Raum gestellt wurde, ist die Frage, ob man SeaMonkey auf Firefox Quantum basieren lassen sollte, während man eine Ähnlichkeit zum jetzigen SeaMonkey behält, ob man alles so belassen sollte, wie es ist, bis überhaupt nichts mehr geht, oder man den Gecko-XUL-Code nicht forken sollte. Letzteres dürfte ein praktisch unmögliches Unterfangen sein, da hierfür sowohl Expertise als auch Ressourcen fehlen. Und so blieb diese Frage auch letztlich unbeantwortet, welchen Weg das SeaMonkey-Projekt in Zukunft gehen wird und ob es überhaupt eine Zukunft gibt.

Momentan sieht es nicht einmal so aus, als wäre man überhaupt in der Lage, selbst bei gleichbleibendem Unterbau, auf absehbare Zeit eine neue Version von SeaMonkey zu veröffentlichen.

Langjährige Probleme von SeaMonkey

Während dies nur der aktuelle Auslöser für mein Fazit ist, dass jetzt endgültig die Zeit gekommen ist, von SeaMonkey Abschied zu nehmen, gibt es eine ganze Reihe von Problemen, welche nicht neu sind und SeaMonkey schon eine ganze Weile begleiten.

Dies ist auch nicht weiter verwunderlich. SeaMonkey besitzt eine extrem kleine und nur ehrenamtlich daran arbeitende Entwickler-Gemeinde, was letztlich dazu führt, dass das Projekt nicht Schritt halten kann – weder mit dem Unterbau, auf welchem SeaMonkey basiert, noch mit den Anforderungen der Zeit. Nur dem Nutzer hilft der Grund dafür nicht.

Nicht verifizierter Entwickler

Für Nutzer von Apple macOS fangen die Probleme schon direkt nach der Installation an. Selbst nach Jahren hat man es nicht geschafft, ein verifizierter Entwickler zu sein, was zur Folge hat, dass SeaMonkey mit den Standard-Einstellungen des Betriebssystems ohne Umweg über das Kontextmenü überhaupt nicht gestartet werden kann. Abgesehen vom schlechten ersten Eindruck ist dieser Umweg auch längst nicht jedem Nutzer bekannt.

SeaMonkey

Verpixelte Schrift und Grafiken auf modernen Bildschirmen

Eine weit größere Zielgruppe ist von der immer noch nicht vorhandenen Unterstützung hochauflösender Bildschirme betroffen, was SeaMonkey für all jene Nutzer de facto unbenutzbar, da ungenießbar macht. Während man von Apple schon so gut wie gar keine Geräte mit nicht hochauflösenden Bildschirmen mehr erhält, rüsten längst auch andere Hersteller immer mehr ihrer Geräte mit solchen aus. Die Nicht-Unterstützung in SeaMonkey bedeutet nicht nur, dass die Oberfläche von SeaMonkey eine Pixelbrühe darstellt, auch sämtliche Webseiten werden mit nur sehr schlecht lesbarem Text dargestellt – für einen Browser ein KO-Kriterium.

Keine aktuellen Erweiterungen

Die Erweiterungs-Unterstützung mag für manche Nutzer ein Grund sein, SeaMonkey zu nutzen, immerhin unterstützt SeaMonkey noch die veralteten XUL-Erweiterungen. SeaMonkey hat aber bereits das Add-on SDK für Firefox nicht unterstützt und unterstützt jetzt ebenso keine WebExtensions. Das heißt, sämtliche Firefox-Erweiterungen der letzten Jahre sind nicht mit SeaMonkey kompatibel. Und da es zwischen Firefox und SeaMoney keine gemeinsame Erweiterungs-Schnittstelle gibt, müssten Erweiterungs-Entwickler für Firefox und SeaMonkey zwei voneinander vollkommen unabhängige Erweiterungen auf Basis völlig unterschiedlicher Architekturen entwickeln, um beide Produkte zu bedienen. Die Zahl der Entwickler, die das tun, dürfte überschaubar sein – falls es überhaupt auch nur einen einzigen gibt.

Daraus folgt nicht nur, dass viele tolle Erweiterungen, die in der Zwischenzeit entstanden sind, in SeaMonkey nicht genutzt werden können, auch für bestehende Erweiterungen sind kaum noch Kompatibilitäts-Anpassungen zu erwarten.

Und nachdem selbst Thunderbird längst fleißig dabei ist, die unterschiedlichsten WebExtension-APIs zu implementieren, sieht es auch für Erweiterungen der Mail-Komponente von SeaMonkey düster aus, wenn man in die Zukunft schaut. Denn auch hier werden Entwickler kaum zwei völlig verschiedene Erweiterungen für eine Sache entwickeln und anbieten.

… und noch viele Baustellen mehr

Eine Synchronisation von Lesezeichen, Chronik und Zugangsdaten gibt es mittlerweile wieder – dies war eine Weile nicht der Fall -, allerdings noch basierend auf dem alten, von Mozilla seit Jahren nicht mehr verwendeten Sync-Protokoll und ohne Firefox Account. Das heißt, eine Synchronisation von Daten mit einem Desktop-Firefox, Firefox auf dem Smartphone oder dem Passwort-Manager Firefox Lockbox ist nicht möglich.

Solange SeaMonkey auf Gecko 52 basiert, fehlt natürlich auch die Unterstützung für sämtliche Webstandards, welche erst danach implementiert worden sind. Es ist kein seltener Irrglaube, dass einen das als Nutzer nicht betreffen würde. Dabei ist das exakte Gegenteil der Fall: Webstandards betreffen sämtliche Nutzer und das ganz direkt: nämlich dann, wenn es um die Darstellung von Webseiten geht, was wohl ohne jeden Zweifel die eine Kernaufgabe eines jeden Browsers ist. In der Regel schauen Webentwickler bei der Entwicklung von Webseiten nämlich nicht auf ältere Firefox-Versionen, schon gar nicht auf Versionen, die über zwei Jahre alt sind. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr Webseiten werden von SeaMonkey also nicht mehr korrekt dargestellt, was dem natürlichen Lauf der Dinge entspricht, wenn man einen veralteten Browser nutzt – was SeaMonkey nun einmal ist, selbst wenn es Updates geben würde, solange in SeaMonkey noch Gecko 52 steckt.

Ähnlich wie die Darstellung von Webseiten hängt natürlich auch die Performance ganz maßgeblich von der Gecko-Engine ab und die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Gecko 52 und der aktuellen Version 66 sind signifikant und nicht von der Hand zu weisen.

Fazit

Letztlich muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden, ob er SeaMonkey Stand 2019 noch für eine geeignete Wahl hält. Was für den einen das beste ist, muss für den nächsten nicht zwangsläufig auch das beste sein.

Wenn es um den Funktionsumfang und das Design geht, ist das eine höchst individuelle Frage, welcher Browser für einen persönlich der beste ist. Die Wahrnehmung von Geschwindigkeit unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und nicht jeder misst dem eine gleich hohe Bedeutung bei. Von den offensichtlichen Schwächen ist nicht jeder Nutzer in der gleichen Weise betroffen. Und so kann SeaMonkey trotz allem für den einen oder anderen Nutzer noch immer eine brauchbare Wahl sein.

Allerdings ist meine persönliche Empfehlung als Experte im Browser-Bereich, das Thema Sicherheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Beim derzeitigen Stand der Dinge könnte ich SeaMonkey daher nicht guten Gewissens weiterempfehlen. Im Gegenteil müsste ich von der Verwendung von SeaMonkey sogar abraten, weil Sicherheit beim Browser einfach über allem anderen steht und ich das aus den genannten Gründen überhaupt nicht mehr gewährleistet sehe.

Achtung: Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die Meinung und persönliche Interpretation des Verfassers. SeaMonkey ist offiziell nach wie vor ein aktives Projekt.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler aus Salzburg. Auf soeren-hentzschel.at informiert er umfassend über Neuigkeiten zu Mozilla. Außerdem ist er Betreiber von camp-firefox.de, der ersten Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum für Firefox-Probleme aller Art. Weitere Projekte sind firefox.agenedia.com, mozilla.de, firefoxosdevices.org sowie sozone.de.

17 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Michael M.
    schrieb am :

    Was die Unterstützung von Webstandards angeht, bin ich der Ansicht, dass SeaMonkey zwar veraltet, aber (noch) nicht furchtbar veraltet ist. Ich gehe davon aus, dass Webseiten mit Edge 18 kompatibel sind. Wenn wir Edge 18 und Firefox 52 vergleichen, dann fehlt da natürlich in Firefox 52 einiges, aber nichts wirklich Wesentliches. Falls die Seite sogar noch IE 11 (oder irgendeinen obskuren "aktuellen" Mobilbrowser) unterstützt, steht SeaMonkey im Vergleich noch besser da. Die letzte wesentliche Neuerung bei Webstandards war Grid Layout, und die Unterstützung dafür hat es gerade noch in Firefox 52 geschafft.

    Wer meint SeaMonkey verwenden zu müssen, wird daher vermutlich noch eine ganze Zeit lang keine auffälligen Darstellungs- und Funktionsprobleme auf Webseiten haben. Die anderen Punkte bleiben natürlich trotzdem gültig und sollten Grund genug sein SeaMonkey zu meiden, aber ein "Irrglaube" ist es nicht, wenn man meint, dass "einen [die fehlende Unterstützung für neuere Webstards] als Nutzer nicht betreffen würde", zumindest noch nicht.

  2. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Da die Unterstützung von Webstandards mit ausnahmslos jedem Major-Release von Firefox verbessert wird, betrifft es bereits jetzt die Nutzer. Dass sowohl Quantität als auch Qualität der Fehler von den besuchten Webseiten abhängt, versteht sich von selbst.

    Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Ja, CSS Grids werden seit Firefox 52 unterstützt, haben in Firefox 52 aber noch diverse Overflow-Bugs, die erst in Firefox 54 behoben wurden. Selbst jetzt in Firefox 66 wurde die Grid-Unterstützung noch weiter verbessert, grid-template-rows und grid-template-columns können erst seit Firefox 66 animiert werden. Ob das nun wichtig oder unwichtig ist, sei mal dahingestellt, das lässt sich pauschal eh nicht beantworten. Mein Punkt war ganz einfach: Es gibt bereits Auswirkungen auf die Darstellung von Webseiten und das wird mit der Zeit immer mehr werden.

    Wie gesagt, mit ausnahmslos jedem Major-Release von Firefox wird mehr unterstützt, das heißt alle sieben bis acht Wochen. Und das jetzt schon auf einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Da kam also schon sehr viel dazu. Darunter auch wirklich große Sachen wie die Unterstützung neuer Medienformate wie WebP und AV1. Und es soll bereits Webseiten geben, die nur noch WebP ohne Fallback ausliefern. Ich könnte noch weitere Beispiele für Webstandards nennen, die praktisch genug sind, dass sie lukrativ für Webentwickler sind. Da ich selbst hauptberuflich als Webentwickler arbeite, weiß ich zumindest ganz gut, was es alles Neues gibt und was mir das Leben erleichtert. Und ich weiß, dass bei mir in der Firma keine Rücksicht auf Firefox 52 und damit auch nicht auf SeaMonkey genommen wird. 😉

  3. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Ich möchte noch ergänzen, dass es nicht unbedingt relevant ist, ob der Internet Explorer 11 noch unterstützt wird, da es doch einige Seiten gibt, welche User-Agent-Sniffing betreiben und für Firefox-Nutzer (und damit auch für SeaMonkey-Nutzer) anderen Code ausliefern als für IE-Nutzer. Das heißt, dass selbst wenn auf den alten IE 11 Rücksicht genommen wird, Gleiches nicht zwangsläufig für einen alten Firefox gilt, denn Microsoft-Browser sind in der Hinsicht immer die Ausnahme gewesen.

    Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass von vielen Webentwicklern in der Regel selbst auf Firefox ESR 60 nicht geschaut wird, weil bei Chrome und Firefox normalerweise die Regel ist: Die aktuelle Version wird unterstützt, vielleicht noch die vorherige, und das war es dann. In älteren Version passt es in vielen Fällen, die werden aber nicht mehr explizit getestet oder gar Rücksicht darauf genommen, wenn etwas da noch nicht gehen würde. Wie gesagt, ich arbeite in der Branche. Daher weiß ich, dass das Teil der Realität ist. 😉

  4. Florian
    schrieb am :

    Erschreckend wenn man das so liest, stellt sich mir die Frage,
    nimmt wirklich noch jemand SeaMonkey her??
    Ich bin damals von Netscape direkt rüber zu Firefox und Thunderbird.
    Auch dass SeaMonkey vom ausshen her, an Windows 3.11 und Windows 95.
    von der Bedienung mal abgesehen – es wirkt schon zu alt,

  5. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Da ich selbst mehr als einen SeaMonkey-Nutzer kenne, sogar persönlich, muss ich die Frage bejahen. 😉

    Dass SeaMonkey alt wirkt, da muss ich dir zustimmen, und mich stört das auch, aber von den SeaMonkey-Nutzern, die ich kenne, weiß ich, dass es sie nicht stört, sondern sie im Gegenteil gerade das gut finden. SeaMonkey-Nutzer sind meiner Erfahrung nach häufig etwas konservativer, was das Design betrifft. Ist an sich ja auch vollkommen in Ordnung. Für die Masse würde das nicht funktionieren, aber wenn SeaMonkey keine echten Probleme hätte (alte Engine, Sicherheit) wäre SeaMonkey ein tolles Produkt, um diese Zielgruppe zu bedienen.

  6. Markus
    schrieb am :

    SeaMonkey-Nutzer sind meiner Erfahrung nach häufig etwas konservativer, was das Design betrifft.

    Definitiv richtig.

    Nachdem Mozilla die vollständigen Themes für Firefox erst verdammt gut versteckt und am Ende dann komplett rausgeworfen hat hab ich primär nur noch Seamonkey verwendet. (nebenbei installiert war die Suite schon immer)

    Als dann die monatlichen Sicherheitsupdates ausblieben bin ich bis heute auf Palemoon ausgewichen.

    Wie schon gesagt, konservativ. Mozilla hat Leute wie mich ja regelrecht davongejagt.

  7. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Nachdem Mozilla die vollständigen Themes für Firefox erst verdammt gut versteckt

    Wie schon gesagt, konservativ. Mozilla hat Leute wie mich ja regelrecht davongejagt.

    Das ist eine ziemlich unfaire Bewertung deinerseits. Mozilla kann wenig dafür, dass nur ein Bruchteil der zig Millionen Firefox-Nutzer ein Interesse an größeren Anpassungen der Oberfläche hat. Logisch muss Mozilla seine Plattform für 99 Prozent der Nutzer optimieren und nicht für einen Prozent. Alles andere ergibt keinen Sinn. Das kannst du Mozilla unmöglich zum Vorwurf machen.

    Als dann die monatlichen Sicherheitsupdates ausblieben bin ich bis heute auf Palemoon ausgewichen.

    Dieser Wechsel aus diesem Grund ergibt wirklich gar keinen Sinn. Pale Moon ist aus einer Sicherheits-Perspektive das mit weitem Abstand sehr viel schlechtere Produkt als SeaMonkey. Der Unterbau von Pale Moon ist mehrere Jahre (!) älter als der von SeaMonkey und die Kompetenzen des "Entwicklers" von Pale Moon wären auch erst einmal nachzuweisen. Niemals würde ich dem meine Sicherheit anvertrauen.

  8. Helmut
    schrieb am :

    Es gibt auch aktuellere SeaMonkey 2.53 Builds von Bill Gianopoulos, der die Patches von Waterfox einarbeitet. Zudem wird ein deutsches Sprachpaket bereitgestellt.

    http://www.wg9s.com/comm-253/

    Was wohl fehlt, sind Patches für Mail. Da stecken wahrscheinlich noch alle Sicherheitslücken drin, die nach Thunderbird 52.9.1 entdeckt und geschlossen wurden.

    Mail wurde hier kaum angesprochen. SeaMonkey ohne Mail, ist undenkbar für eine Internet Suite. Schmeißen sie Mail raus, stehen sie sofort mit diversen anderen Community Projekten in Konkurrenz, die nur einen Browser pflegen. Ich denke, dass viele Nutzer gerade wegen des Mailclients die Nibilungentreue halten. 

    Was ich manchmal aus diversen Kommentaren von Nutzern heraushöre, ist dass man die Schuld für die Lage Mozilla zuschreibt, weil sie den Code ständig weiterentwickeln und die Mozilla Suite "verraten" hätten. Man wünscht sich wohl einen Firefox, der den Code mundgerecht für die wenigen SeaMonkey Entwickler liefert. Firefox solle für ewig den Stand von vor Quantum halten, nur Sicherheitslücken stopfen, was sie auch in die Bedeutungslosigkeit ziehen würde und Webextensions werden als etwas Schreckliches angesehen. 

    Ich sehe keine Lösung, die mit dem aktuellen Personal zu stemmen ist. Soviel, wie ich mitbekommen habe, darf SeaMonkey auch nur noch dieses Jahr die Infrastruktur von Mozilla nutzen und muss ihren Kram komplett selbst unterhalten.

    Ich benutze Firefox ESR 60 und Thunderbird seit dem 23.Dezember 2018. Vorher war ich seit Mozilla 1.2 bei der Suite und dann bei SeaMonkey. Ich kann es einfach nicht mehr verantworten, in meinem ansonsten gepflegten System ein Programm hauptsächlich zu nutzen, das alles andere gefährdet. 

  9. Torsten
    schrieb am :

    Palemoon ist wirklich ein Witz, diesen "Browser" würde auch ich niemals herunterladen.  Der Firefox ist, trotz einiger Schwächen, immer noch der beste Browser.  Vor einigen Jahren habe ich mir mal den Seamonkey heruntergeladen und ein paar Stunden damit herumgespielt, aber anschliessend wieder deinstalliert.  Dieser Browser hinkt doch Lichtjahre hinterher, was die Entwicklung, Design, Addons, etc. betrifft.   Nein, dagegen ist sogar "Chrome" besser, auch wenn Chrome nicht gerade das Gelbe vom Ei ist.

  10. schrieb am :

    Als jemand der auch "in der Webentwickler Branche" arbeitet kann ich hier Sören nur bestätigen. Ich hab noch nie Rücksicht auf Seamonkey Unterstützung genommen, das wurde auch noch nie von einem Kunden angefragt – Im Gegensatz zu älteren IE Versionen.

    Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es das Projekt noch gibt.

    Was nun der "beste" Browser ist – naja darüber kann man lange streiten. Privat nutze ich auf meinem Macbook gerne Safari – einfach wegen der Akku Laufzeit. Entwickeln mit Safari geht hingegen gar nicht.

    Zum Webseiten Entwicklen nutze hauptsächlich Firefox – hat ein paar coole Features – wir das Grid Raster, etc. Für gewisse Dinge nutze ich aber Chrome (alles was mit Geolocation funktioniert, kann man in Chrome einfach besser entwickeln 🤷‍♂️ – keine Ahnung warum Firefox da keine Unterstützung nachliefert.)

    Gefühl (ich hab es nie gemessen) saugt Firefox etwas mehr an meinem Akku als Chrome. In Bereich Geschwindigkeit oder Usability nehmen sich da beide nicht mehr viel – daher gibts für mich nicht wirklich ein "besser".

  11. Thorky
    schrieb am :

    Was ich mich frage: wäre ein modernes, unter der Regie von Mozilla geschaffenes neues Seamonkey nicht eine Option, in den Businessmarkt zu kommen? Alles unter einem Dach und als nur ein Programm von den Admins doch sicherlich besser zu verwalten. Mag das alte eingestampft werden, wünsche ich mir durchaus ein neues "Seeäffchen". 🙂

  12. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Was ich mich frage: wäre ein modernes, unter der Regie von Mozilla geschaffenes neues Seamonkey nicht eine Option

    Mozilla entwickelt Firefox. Thunderbird wird nicht von Mozilla entwickelt, einen HTML-WYSIYWG-Editor sowie eine Chat-Applikation gibt es beides von Mozilla nicht. Also alleine daran scheitert die Idee schon. Und all das will Mozilla auch überhaupt nicht. Mozilla hat den Fokus ganz bewusst auf Firefox gesetzt. Das nächste Problem: Modern – Genau davor schrecken einige SeaMonkey-Nutzer zurück.

    in den Businessmarkt zu kommen?

    Das ist Mozilla mit Firefox bereits. Es gibt GPO auf Windows, das entsprechende Pendant in Form einer .plist-Datei auf Apple macOS, policies.json für alle drei Desktop-Plattformen und MSI-Installer für Windows.

    Mehr Möglichkeiten gibt es bestimmt, den Enterprise-Sektor zu bedienen, aber eine solche Suite hilft dabei definitiv nicht. Siehe dazu Antwort auf den folgenden Absatz:

    Alles unter einem Dach und als nur ein Programm von den Admins doch sicherlich besser zu verwalten.

    Es war noch nie eine Hürde für irgendein Unternehmen, zwei statt einer Anwendung zu installieren. Und ob es nun zwei separate Anwendungen oder eine Anwendung ist – die Dinge, die verwaltet werden müssen, bleiben ja die Gleichen.

    Die Idee von SeaMonkey mag sicher ihre Daseinsberechtigung haben. Aber speziell für den "Businessmarkt" fällt mir kein Argument ein. Nur als persönliche Vorliebe. 😉

  13. Helmut
    schrieb am :

    Es gibt auch aktuellere SeaMonkey 2.53 Builds von Bill Gianopoulos, der die Patches von Waterfox einarbeitet.

    Waterfox hat vor ein paar Tagen die Version 68 Alpha zum Testen veröffentlicht, die das nächste Major Release sein soll..

    Das Projekt wird also auch zu Quantum wechseln. Dann ist es da auch aus mit alten, liebgewordenen Erweiterungen der Nutzer, bei denen es bereits rumort, die die Alpha angetestet haben und bei denen die ein oder andere Erweiterung nicht mehr funktioniert.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich Leute nicht weiterentwickeln wollen und das auch von Softwareentwickler verlangen, was ein Widerspruch ist.

    Spezies, die sich nicht an ihre Umgebung anpassen können …

  14. Burghardt
    schrieb am :

    Wurde mein Kommentar von vor ein paar Tagen entfernt? Eine Abo-Bestätigung hatte ich erhalten.

  15. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Kommentare erscheinen hier standardmäßig nicht und müssen erst freigeschaltet werden. Vielleicht ist der Kommentar aus irgendeinem Grund im Spamfilter gelandet? Der Spam wird nämlich regelmäßig geleert und ich sehe nichts.

  16. Burghardt
    schrieb am :

    Danke für die Info. Ich hatte die Bestätigung der Freischaltung sofort erhalten (leider gleich gelöscht) und gestern erst wieder nachgesehen.

    Zum  Glück habe ich eine Kopie. Hier also neuer Versuch:

    Ich bin einer von "den Leuten", die sich zumindest in diesem Bereich nicht weiterentwickeln und auch nicht an ihre Umgebung anpassen wollen, weil sie es einfach nicht brauchen. Ich verlange dies natürlich nicht von Softwareentwicklern, die andere, "interessantere" Personengruppen ansprechen müssen.

    Ich lasse mal bei meinen Ausführungen den wichtigen Sicherheitsaspekt außen vor, da dort natürlich zugegeben ständige Anpassungen notwendig sein dürften.

    Ich bin/war jahrelanger Nutzer von FF weil mir die Möglichkeit gegeben war, "mein" FF exakt an meine Anforderungen anzupassen. Wenn sich meine Anforderungen nicht ändern, benötige ich weder neue Funktionen noch Funktionsänderungen. Falls im Einzelfall doch einmal, gab es es ja zur Anpassung eine Vielzahl von Erweiterungen.

    FF ist für mich ein Arbeitsgerät und muss so funktionieren, wie ich es benötige und nicht, wie die Entwickler oder andere Nutzer es für sich wünschen (Ich würde auch zahlen!). Dafür war FF ideal und (wenn man es wollte) nicht überladen mit Funktionen, von denen man 95% nicht nutzt.

    Wenn ich mit dieser Einstellung allein stehe, muss ich natürlich die Konsequenzen tragen und mich ggf. von FF verabschieden. Ich verstehe aber nicht, dass ich mich für meine Einstellung permanent rechtfertigen muss (kostenlos und dann Ansprüche stellen, nicht weiterentwickeln wollen, nicht anpassen können etc.). Der Handwerker muss sich nicht an den Hammer anpassen, sondern der Handwerker sucht sich das passende Werkzeug.

    Bisher arbeite ich zweigleisig mit FF56 und der jeweils aktuellen Version, bis ich eine alternative Lösung gefunden habe oder das neue FF so einrichten kann, dass es die für meine Zwecke wichtigen Funktionen hat.

    Eine konkrete Frage hierzu noch. Welche FFesr-Version, bzw. welcher Klon, der/die noch die alten Erweiterungen verarbeitet, wäre die unter den gegebenen Umständen für die nächste Zeit die "sicherste" akzeptable Zweitlösung?

     

  17. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Danke für die Info. Ich hatte die Bestätigung der Freischaltung sofort erhalten (leider gleich gelöscht) und gestern erst wieder nachgesehen

    Eine Bestätigung gibt es für das Abonnieren, das Freischalten selbst generiert keine eigene Bestätigung. 😉

    Ich bin/war jahrelanger Nutzer von FF weil mir die Möglichkeit gegeben war, "mein" FF exakt an meine Anforderungen anzupassen. Wenn sich meine Anforderungen nicht ändern, benötige ich weder neue Funktionen noch Funktionsänderungen. Falls im Einzelfall doch einmal, gab es es ja zur Anpassung eine Vielzahl von Erweiterungen.

    Hier liegt ein Irrtum vor: Du benötigst ständig Anpassungen. Alleine, weil sich Webseiten weiterentwickeln und die Implementierung von Webstandards das A und O eines jeden Browsers ist. Das heißt, selbst wenn du nur die Grundanforderung hast, dass Webseiten korrekt dargestellt werden, benötigst du immer wieder Updates. Als Nutzer nimmt man das nicht wahr, aber in ausnahmslos jedem Major-Release von Firefox tut sich auch einiges in dem Bereich. Der Nutzer erwartet, dass alles funktioniert. Damit das so ist, ist aber auch eine Menge Arbeit für die Browserhersteller notwendig und das ununterbrochen.

    Auch gibt es keinen Grund, in der Vergangenheit zu sprechen. Nach wie vor kann nahezu alles mit Firefox umgesetzt werden.

    FF ist für mich ein Arbeitsgerät und muss so funktionieren, wie ich es benötige und nicht, wie die Entwickler oder andere Nutzer es für sich wünschen

    Den Funktionsumfang einer Software bestimmt immer der Entwickler, alles andere kann nicht funktionieren. Firefox eine dreistellige Millionenzahl an Nutzer und muss die alle bedienen, nicht nur dich.

    (Ich würde auch zahlen!). Dafür war FF ideal und (wenn man es wollte) nicht überladen mit Funktionen, von denen man 95% nicht nutzt.

    Siehe Antwort auf deinen vorherigen Satz. Ein Brower mit so vielen Nutzern muss viele Funktionen haben, weil die alle glücklich gemacht werden. Der Begriff "überladen" ist inhaltslos. Denn Funktionen, die du nicht brauchst, tun dir nichts. Aber viele andere freuen sich über diese Funktionen.

    Selbst wenn du für Firefox bezahlen würdest, würde sich an diesem Umstand nicht das Geringste ändern. Auch als Bezahlprodukt müsste Mozilla die Anforderungen aller erfüllen.

    Wenn ich mit dieser Einstellung allein stehe, muss ich natürlich die Konsequenzen tragen und mich ggf. von FF verabschieden.

    Dieses Fazit verstehe ich nicht. Es gibt keinen Browser, der besser anpassbar ist als Firefox.

    Ich verstehe aber nicht, dass ich mich für meine Einstellung permanent rechtfertigen muss (kostenlos und dann Ansprüche stellen, nicht weiterentwickeln wollen, nicht anpassen können etc.).

    Rechtfertigen muss sich nur, wer in einer Weise handelt, dass es andere betrifft. Wer beispielsweise unsichere Software nutzt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch seine Mitmenschen. Und daran ist jede Kritik berechtigt.

    Und ja, wer die Software, die er nutzt, nicht selbst entwickelt, kann nicht verlangen, dass die Software für denjenigen maßgeschneidert wird. Das geht nicht.

    Der Handwerker muss sich nicht an den Hammer anpassen, sondern der Handwerker sucht sich das passende Werkzeug.

    Der Vergleich ergibt keinen Sinn. Selbstverständlich muss sich auch der Handwerker, wie eigentlich jeder, an an die Anforderungen der Zeit anpassen. Das Handwerk von 1990 und das Handwerk von 2019 sehen anders aus.

    Bisher arbeite ich zweigleisig mit FF56 und der jeweils aktuellen Version, bis ich eine alternative Lösung gefunden habe

    Diese Zweigleisigkeit ist für mich nicht nachvollziehbar. Das sagt mir bereits mein gesunder Menschenverstand, dass die Benutzung des Internets mit einem Browser, der voller bekannter und schwerwiegender Sicherheitslücken ist, eine saudumme Idee ist. Und für Menschen, die damit das Internet zu einem unsichereren Ort machen, habe ich null Verständnis.

    oder das neue FF so einrichten kann, dass es die für meine Zwecke wichtigen Funktionen hat.

    Es gibt fast nichts, was nicht möglich wäre. Man muss halt auch die richtigen Fragen im Firefox-Forum stellen. Das kann einem niemand abnehmen.

    Eine konkrete Frage hierzu noch. Welche FFesr-Version, bzw. welcher Klon, der/die noch die alten Erweiterungen verarbeitet, wäre die unter den gegebenen Umständen für die nächste Zeit die "sicherste" akzeptable Zweitlösung?

    Firefox ESR basiert ab nächstem Monat eh auf Firefox 68, wie der reguläre Firefox. Wenn du nur aus diesem "Gründen" Firefox ESR einsetzen willst, gibt es keinen Grund für Firefox ESR. Tor basiert auf Firefox ESR, Cliqz basiert auf der aktuellen Mainstream-Version von Firefox. Mehr seriöse Derivate existieren nicht. Alles andere, was auf Firefox basiert, ist entweder als akute Sicherheitsbedrohung einzustufen oder so unbekannt, dass ich es nicht kenne.

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