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Fenix FAQ – Alles zum neuen Mozilla-Browser für Android

Geschätzte Lesedauer:

Unter dem Namen Fenix arbeitet Mozilla an einem neuen Browser für Android. Ich habe eine FAQ-Seite mit den wichtigsten Fragen und Antworten zu Fenix zusammengestellt, vom Release-Termin, Start der Beta-Phase und Firefox-Migration über geplante Funktionen, Erweiterungs-Unterstützung, synchronisierte Daten bis hin zur verwendeten Gecko-Version. Die FAQ werden ständig aktualisiert, sobald sich neue Informationen ergeben.

Letzte Aktualisierung: 3. April 2019.

Unter dem Namen Fenix entwickelt Mozilla einen neuen Browser für Android, welcher die Nachfolge des aktuellen Firefox für Android antreten soll.

Fenix basiert auf den von Mozilla entwickelten Android Components und GeckoView, welche nicht nur die Grundlage für Fenix, sondern auch für andere Mozilla-Produkte wie Firefox Klar oder Firefox Reality bilden. Bei den Android Components handelt es sich um wiederverwendbare Komponenten, aus denen sich Browser-Produkte bauen lassen. GeckoView ist Mozillas Pendant zu Googles Chromium WebView, aber nicht mit dem Fokus, Webinhalte in Apps einzubetten, sondern ganze Anwendungen wie Browser mit Mozillas Gecko-Engine bauen zu können.

Ein genauer Release-Termin steht noch nicht fest. Auf GitHub hat Mozilla als Ablaufdatum für sein Minimum Viable Product, also die erste Version, den 30. Juni 2019 genannt, in einem öffentlichen Meilenstein-Dokument wird Ende Juni als Ziel für die Veröffentlichung ausgegeben. Viel später als Ende Juni oder ansonsten Juli 2019 sollte es also nicht werden.

Es ist es geplant, im zweiten Quartal die öffentliche Beta-Phase zu starten. Genauer wird es vermutlich am 1. Mai soweit sein.

Ja, allerdings gibt es noch keine direkte Installationsmöglichkeit über den Google Play Store, F-Droid oder GitHub Releases.

Es ist aber bereits möglich, fertige APK-Dateien über Taskcluster herunterzuladen oder den Quellcode über GitHub herunterzuladen und die App dann mittels Android Studio praktisch mit einem Klick zu kompilieren und auf dem Smartphone zu installieren.

Wichtig: Es gibt bisher keine eingebaute Update-Funktion. Die Testversionen sind also selbständig aktuell zu halten.

Natürlich ist auch zu beachten, dass der aktuelle Stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht das fertige Produkt repräsentieren kann.

Ja, Firefox wird mittelfristig automatisch durch Fenix ersetzt werden, allerdings noch nicht die erste Version von Fenix.

Zunächst werden Firefox und Fenix also eine Weile parallel zueinander angeboten werden. Eine Migration von Firefox auf Fenix findet erst später im Jahr statt, wenn Fenix weitere Features erhalten hat.

Ja, Fenix hat sich schon auf einigen Mockups gezeigt. Wichtig ist, dass Mockups nicht zwangsläufig das finale Produkt repräsentieren müssen. Sowohl, was das Design betrifft, als auch funktional können sich noch Änderungen ergeben. In jedem Fall zeigen die Mockups schon sehr gut, was der Nutzer in etwa von Fenix erwarten darf - und was nicht.

Die erste Anlaufstelle für Bilder zu Fenix ist dieser Blog. Hier gab es als erstes Bilder von Fenix zu sehen und auch in dieser Anzahl findet man nicht auf vielen Seiten Bilder von Fenix.

Ja, der Funktionsumfang der ersten Version von Fenix ist im Groben bekannt und wird durch die Screenshots, siehe vorheriger Punkt, gezeigt.

Allerdings können sich bis zur Veröffentlichung noch Änderungen ergeben. So schaffen es beispielsweise die Screenshot- und der Energie-Spar-Modus als Master-Schalter nicht in die erste Version, wobei einzelne Komponenten des Energie-Spar-Modus als eigenständige Optionen verfügbar sein werden, wie zum Beispiel der Werbeblocker. Im Falle des Energie-Spar-Modus beispielsweise möchte man zunächst genügend Daten sammeln, inwiefern die einzelnen Maßnahmen den Akku wirklich schonen, bevor Versprechungen gemacht werden.

Ja und Nein. Zumindest in der ersten Version von Fenix wird es keinen integrierten Passwort-Manager geben. Allerdings wird Fenix von Anfang an Passwort-Apps von Drittanbietern unterstützen. Wer also sowieso schon einen Passwort-Manager für Android installiert hat, der hat automatisch auch in Fenix Zugriff auf seine gespeicherten Zugangsdaten.

Mit Firefox Lockbox wird Mozilla schon sehr bald seinen eigenen Passwort-Manager für Android veröffentlichen. Und dieser unterstützt die Synchronisation mit Firefox. Wer also Firefox Lockbox nutzt, hat automatisch seine Zugangsdaten aus Firefox auch in Fenix.

Firefox Lockbox wird die von Fenix bevorzugte Variante für das Ausfüllen von Passwortfeldern sein. Während auch andere Passwort-Manager von Fenix unterstützt werden, soll Firefox Lockbox in einer späteren Version von Fenix innerhalb der App beworben werden.

Ja, allerdings werden in der ersten Version lediglich Chronik und Lesezeichen synchronisiert, noch keine offenen Tabs oder Zugangsdaten.

Über Mozillas Passwort-Manager Firefox Lockbox für Android und dessen Synchronisation mit Firefox lassen sich aber auch in Fenix die Zugangsdaten aus Firefox nutzen.

Nein. Fenix besitzt eine grundlegende WebExtension-Architektur, welche in der ersten Version von Fenix allerdings zunächst nur intern für eigene Features wie den Werbeblocker, die Lese-Ansicht und das Auslesen von Webseiten-Icons genutzt wird. Der Nutzer wird in der ersten Version selbst noch keine Erweiterungen installieren können.

Für spätere Versionen von Fenix befindet sich die Unterstützung von Erweiterungen aber in Erwägung.

Ja. Zwar wird es in der ersten Version von Fenix noch nicht möglich sein, Erweiterungen zu installieren, allerdings soll Fenix bereits von Haus aus einen eingebauten Werbeblocker besitzen.

Details wurden dazu noch keine veröffentlicht. Wahrscheinlich ist eine Implementierung, wie sie auch für Firefox Klar geplant ist. Der Werbeblocker in Firefox Klar kombiniert die Filterlisten Easylist, EasyPrivacy, Fanboy’s Annoyance List sowie AdGuard Mobile Ad Filter.

Gecko ist der Name der Rendering-Engine von Mozilla und für die Darstellung von Webseiten verantwortlich. Die erste Version von Fenix wird auf Gecko 68 basieren, also der Engine aus Firefox 68.

Spätere Versionen von Fenix werden natürlich dann auf entsprechend neueren Gecko-Versionen basieren.

Android muss in Version 5.0 oder höher installiert sein. Android 5.0 erschien im November 2014.

Wer keine wichtige Neuigkeit über Fenix verpassen möchte, folgt diesem Themen-Spezial dieses Blogs. Die Artikel-Sammlung steht auch als Feed zur Verfügung, welcher über den Feed-Reader der Wahl abonniert werden kann.

Nein. 😉 Fenix ist nur ein interner Projektname, so wie der aktuelle Firefox für Android intern auf den Namen Fennec hört.

Fenix wird zunächst einmal als GeckoView Preview einer größeren Masse zugänglich gemacht werden.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und ehemaliger Mozilla Repräsentant. Neben diesem Mozilla-Blog ist er Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox und betreibt außerdem die Webseiten firefox.agenedia.com, firefoxosdevices.org, mozilla.de sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone.

8 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Roman
    schrieb am :

    Danke für diese Übersicht. Ich bin schon sehr gespannt, was dann wirklich auf uns zukommen wird und werde vermutlich schon die Beta probieren.

  2. René
    schrieb am :

    Ehrlich gesagt vermisse ich am aktuellen mobilen Firefox nur etwas datensparsamere Grundeinstellungen. Je mehr Funktionen über die Zeit hinzu kamen, desto mehr muss man nun immer abschalten, wenn man ihn auf einem neuen Gerät einrichtet. Firefox Klar war mir dann aber doch zu spartanisch. Ansonsten bin ich ganz zufrieden mit Fennec. Schön, dass sich auch wieder Lesezeichen und Chronik synchronisieren lassen. Passwort-Sync brauche ich nicht. Die will ich eh nicht in der Cloud haben. Hoffentlich muss ich mich nicht zu sehr umstellen. Achja, und es kommt mir kein Browser mehr ins Haus, auf dem ich kein uBlock Origin installiert bekomme. Sobald es wieder Addons gibt, wird sich da aber sicher eine Lösung für finden. 🙂

  3. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Wozu brauchst du uBlock Origin, wenn der Werbeblocker bereits von Haus aus integriert ist? 😉

  4. schrieb am :

    uBlock hat wahrscheinlich ein paar mehr Filterlisten, wobei die im Artikel genannten wohl fast alles abdecken. Aber in uBlock kann man eigene Filter anlegen – die Funktion ist ganz nützlich wenn es man Fehler in Blocklisten gibt oder ein bestimmtes Element auf einer Website besonders nervt.

    Insgesamt gefällt mir Fenix schon recht gut – mit Ausnahme dieser Schnellaktionsleiste. Manche Funktionen wie Screenshots oder die Leseansicht brauche ich mobil nie. Ist eine Möglichkeit geplant, dass in Zukunft anpassbar zu machen?

  5. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    mit Ausnahme dieser Schnellaktionsleiste. Manche Funktionen wie Screenshots oder die Leseansicht brauche ich mobil nie. Ist eine Möglichkeit geplant, dass in Zukunft anpassbar zu machen?

    Meines Wissens nicht, allerdings ist diese Leiste sowieso versteckt und wird nur sichtbar, wenn du von unten nach oben wischst.

  6. Stefan Busch
    schrieb am :

    Welche Android Version benötigt man für die Installation mindestens?

  7. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Danke für die Frage. Das ist nämlich eine sehr gute Frage, die ich soeben mit in die FAQ aufgenommen habe. Nach aktuellem Stand der Dinge wird Android 5.0 oder höher verlangt.

  8. Stefan Busch
    schrieb am :

    Danke, dann wird es leider mit meinem Tablet nicht gehen,  das 4.4.2

    hat und keine Updates mehr bekommt

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