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Mozilla veröffentlicht Firefox 153 mit Tab-Umgebungen für alle Nutzer

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Mozilla hat Firefox 153 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

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Tab-Umgebungen für alle Nutzer

Tab-Umgebungen sind ein Feature, welches Firefox schon seit vielen Jahren besitzt, aber bislang entweder über eine Erweiterung oder eine versteckte Option aktiviert werden mussten. Ab sofort sind Tab-Umgebungen für alle Nutzer standardmäßig aktiviert.

Bei den Tab-Umgebungen handelt sich um ein einzigartiges Privatsphäre-Feature von Firefox. Die Container stellen getrennte Umgebungen unter anderem für Cookies, Local Storage, IndexedDB, den HTTP- und den Bilder-Cache dar. Chronik, Lesezeichen, gespeicherte Passwörter sowie Formulardaten hingegen teilen sich alle Container. Somit handelt es sich um eine einfache Möglichkeit, bestimmte Daten voneinander zu trennen, ohne dafür komplett eigene Browser-Profile nutzen zu müssen.

Firefox 153

Ein möglicher Anwendungsfall, der sich daraus ergibt, ist beispielsweise das Anmelden mit sowohl einer privaten als auch mit einer geschäftlichen E-Mail-Adresse beim selben Anbieter – gleichzeitig, ohne einen anderen Browser hinzuziehen oder ein privates Fenster dazu zweckentfremden zu müssen. Als weiteres Beispiel wäre denkbar, auf Facebook angemeldet zu sein, ohne dass Facebook den Benutzer über die Facebook-Buttons auf Webseiten tracken kann. Wenn es um Tracking geht, ist es natürlich auch bis zur Werbung nicht so weit und so ist ein weiteres denkbares Szenario, dass man Webseiten privat besuchen möchte, ohne entsprechende Werbeanzeigen zu sehen, wenn man Firefox für die Arbeit benutzt. Und wer das Mozilla VPN nutzt, kann darüber sogar theoretisch in jedem Tab über einen anderen Standort online sein.

Eine neue Tab-Umgebung kann durch ein langes Drücken der Schaltfläche für einen neuen Tab ausgewählt werden.

Tipp: Mit der neuesten Version meiner Firefox-Erweiterung New Tab Override kann für jede Tab-Umgebung eine individuelle Startseite festgelegt werden.

Tabs per QR-Code teilen

Im Teilen-Menü des Kontextmenüs von Tabs gibt es eine neue Funktion, um einen QR-Code zu generieren, der zum Teilen des Tabs genutzt werden kann.

Firefox 153

HDR für Nutzer von Windows

Firefox 153 unterstützt die Wiedergabe von HDR-Videos (High Dynamic Range) auf Windows, nachdem diese auf macOS schon seit mehreren Jahren unterstützt werden. Unterstützung für Linux wird mit einem späteren Update folgen.

Voraussetzung ist die Aktivierung des HDR-Modus in den Bildschirmeinstellungen von Windows. Notebooks, welche nur „HDR-Videostreaming” anbieten, werden nicht unterstützt. Außerdem können manche auf Smartphones aufgenommene Videos unter Umständen noch nicht in HDR abgespielt werden.

PDF-Verbesserungen

Das Zusammenfügen von PDF-Dateien, einem neuen Feature seit Firefox 151, ist nun auch per Drag and Drop von anderen PDF-Dateien in die Seitenleiste des PDF-Betrachter von Firefox möglich. Außerdem können jetzt auch Bilder als neue Seiten von PDF-Dateien eingefügt werden.

Mit about:pdf gibt es eine neue Einstiegs-Seite, um PDF-Dateien zu öffnen.

Firefox 153

Tabs, die eine PDF-Datei anzeigen, haben jetzt ein entsprechendes PDF-Favicon.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen in Firefox 153

Wenn eine Website eine erteilte Standortberechtigung hat, wird das entsprechende Symbol in der Adressleiste ab sofort in roter Farbe dargestellt.

Die Erkennung für Videos mit Overlays wurde verbessert, sodass Nutzer über Kontextmenüs einfacher auf Videoaktionen zugreifen können, beispielsweise bei Instagram-Videos.

Eine neue Schnellaktion „Farbe” wurde in die Adressleiste eingefügt, um über eine entsprechende Eingabe einen Farbpicker zu aktivieren, mit dem Farbcodes von einer Website ausgelesen werden können.

Auf macOS kann der Vollbild-Modus jetzt auch über die Tastenkombination Globus + F ausgelöst werden.

Auch für die sogenannten intelligenten Fenster, einem neuen KI-Feature, welches schrittweise ausgerollt wird, gab es mit diesem Update wieder Verbesserungen. So können KI-Modelle nun direkt im Assistenten angezeigt und ausgewählt werden und intelligente Fenster haben jetzt auch eine traditionelle Adressleiste wie reguläre Fenster.

Die Funktion „Tab zur Taskleiste hinzufügen” funktioniert jetzt auch für Snap- und Flatpak-Installationen auf Linux.

Die Entwickler-Werkzeuge besitzen nun einen lokalen Modus. Sobald eine lokale Website via file:// aufgerufen wird, bietet Firefox bei aktivierten Entwicklerwerkzeugen an, einen lokalen Server zu starten, womit die standardmäßig vorhandenen Einschränkungen des file://-Protokolls umgangen werden. Sobald die Entwickler-Werkzeuge geschlossen werden, wird auch der lokale Modus wieder beendet.

Firefox 153 bringt Unterstützung für neue und aktualisierte Unternehmensrichtlinien, die von meiner Firefox-Erweiterung Enterprise Policy Generator bereits unterstützt werden.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 153 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 153 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Firefox 153 zeigt an, wenn eine Website ein QWAC-Zertifikat (Qualified Website Authentication Certificate) besitzt. Dabei handelt es sich um ein digitales Zertifikat nach der EU-Verordnung eIDAS.

Verbesserungen der Webplattform

Firefox unterstützt aus Gründen der Webkompatibilität nun eine eingeschränkte Teilmenge des nicht standardkonformen Pseudo-Elements ::-webkit-scrollbar. Vollständige Gestaltungsmöglichkeiten werden bewusst nicht unterstützt.

Die Intl.LocaleInfo-API erweitert die Möglichkeiten zur Abfrage von Lokalisierungs-Informationen, wie beispielsweise Wochenangaben (erster Tag der Woche, Beginn des Wochenendes, Ende des Wochenendes), Textrichtung und Stundenzyklus.

Für <input type=time>-Elemente zeigt Firefox jetzt einen Uhrzeit-Picker an.

WebExtensions haben standardmäßig nicht länger Zugriff auf lokale Dateien. Nutzer können über eine separate Berechtigung unabhängig von der Berechtigung für den Zugriff auf Websites kontrollieren, ob Erweiterungen auf lokale Dateien zugreifen dürfen oder nicht.

Neu für Erweiterungs-Entwickler ist außerdem eine publicSuffix-API sowie Unterstützung für userScripts.execute().

Dies war nur eine kleine Auswahl. Auch für Entwickler von Firefox-Erweiterungen gab es Änderungen. Weitere Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungsentwickler lassen sich wie immer in den MDN Web Docs nachlesen.

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Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler aus Salzburg. Auf soeren-hentzschel.at informiert er umfassend über Neuigkeiten zu Mozilla. Außerdem ist er Betreiber von mozilla-insights.org, einer Website, welche Fakten über Mozilla recherchiert und visualisiert, sowie camp-firefox.de, der ersten Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum für Firefox-Probleme aller Art. Weitere Projekte sind firefox.agenedia.com, firefoxosdevices.org sowie sozone.de.

6 Kommentare - bis jetzt!

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  1. will ich nicht sagen
    schrieb am :

    Bzgl. "Tab-Umgebungen für alle Nutzer":

    Bedeutet das, dass ich das Addon "Firefox Multi-Account Containers" jetzt nicht mehr benötige?

  2. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Wenn es dir alleine um Tab-Umgebungen geht, benötigst du die Erweiterung nicht. Die hättest du auch vorher schon nicht benötigt, wenn du eine Option in about:config aktiviert hättest. Die Erweiterung bringt dafür ein paar zusätzliche Funktionen. In Zukunft werden diese Funktionen aber auch in Firefox landen und die Erweiterung wird dann eingestellt werden.

  3. Se
    schrieb am :

    Notebooks, welche nur „HDR-Videostreaming” anbieten, werden nicht unterstützt. 

    Wie passt das mit der HDR unterstützung zusammen?

    Cool das mit den Tab-containern. Benutz ich auf Win schon lange.

    Bieten andere Browser sowas nicht auch an? Was macht das feature nochmal einzigartig?

  4. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Wie passt das mit der HDR unterstützung zusammen?

    Es gibt mehrere HDR-Optionen. Und wenn nur die genannte Option, aber die anderen nicht verfügbar sind, ist die Unterstützung nicht ausreichend.

    Bieten andere Browser sowas nicht auch an?

    Nein. Abgesehen von Nischen-Browsern, die auf Firefox basieren, bietet kein anderer relevanter Browser dieses Feature an.

    Was macht das feature nochmal einzigartig?

    Das ist im Artikel im zweiten und dritten Abschnitt unter der entsprechenden Überschrift beschrieben.

  5. Se
    schrieb am :

         

    Es gibt mehrere HDR-Optionen. Und wenn nur die genannte Option, aber die anderen nicht verfügbar sind, ist die Unterstützung nicht ausreichend.

    Danke

    Nein. Abgesehen von Nischen-Browsern, die auf Firefox basieren, bietet kein anderer relevanter Browser dieses Feature an.

    Chrome bietet doch auch eine Sandbox. Sind das nicht auch Container oder ist hier der funktionumfang der unterschied?

    Hab z.b. grad gelesen das die sich in Chrome nicht abschalten lässt.

    Das ist im Artikel im zweiten und dritten Abschnitt unter der entsprechenden Überschrift beschrieben.

    Deshalb meine frage was die in ff einzigartig macht.

     

    Landen die Container irgendwann auch mal im Android-fuchs? Gibt zwar n paar add-ons aber ob man den so trauen kann.

     

  6. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Chrome bietet doch auch eine Sandbox. Sind das nicht auch Container oder ist hier der funktionumfang der unterschied?

    Hab z.b. grad gelesen das die sich in Chrome nicht abschalten lässt.

    Ich kennne den Sandbox-Begriff im Browserkontext nur auf Sicherheit bezogen. Vor allem, wenn du schreibst, dass das nicht abschaltbar ist. Auch Firefox hat eine Sandbox. So etwas ist vollkommen transparent und für den Nutzer nicht sichtbar. Hier geht es aber um eine Nutzer-Funktion, die man bewusst nutzt oder eben nicht nutzt, weil man Websites in unterschiedlichen Umgebungen ausführen müssen, beispielsweise weil man auf der gleichen Website zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Accounts eingeloggt sein möchte. Der Artikel nennt noch weitere Anwendungsfälle. Chrome hat diese Funktion nicht.

    Landen die Container irgendwann auch mal im Android-fuchs? Gibt zwar n paar add-ons aber ob man den so trauen kann.

    Wer weiß, was irgendwann einmal ist. Aktuell steht das aber nicht auf der Roadmap für Android. Add-ons können das ohne entsprechende Plattform-Unterstützung auch nicht nachbauen.

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