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Firefox 67 bekommt dedizierte Profile pro Installation

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Wer mehrere Firefox-Installationen auf seinem System nutzt, hat bisher standardmäßig ein gemeinsames Firefox-Profil für alle Installationen verwendet. Dies ändert sich mit Firefox 67.

Lesezeichen, Chronik, Erweiterungen, Passwörter, Einstellungen – diese und noch weitere Dinge werden in einem sogenannten Profil gespeichert. Verschiedene Firefox-Installationen nutzen standardmäßig immer das gleiche Profil. Was im ersten Moment praktisch erscheint, bringt mehrere Probleme mit sich.

Das größte Problem ist die Möglichkeit eines Datenverlustes durch Downgrades. Technisch liegt ein Downgrade nicht nur dann vor, wenn man eine Firefox-Installation durch Neuinstallation einer älteren Version ersetzt. Wer beispielsweise sowohl die aktuelle Release- als auch eine aktuelle Nightly-Version von Firefox installiert hat, führt aus technischer Sicht ebenso ein Downgrade durch, wenn zunächst Firefox Nightly und anschließend die Release-Version von Firefox mit dem gleichen Profil gestartet wird, da auch hier eine ältere Version der neueren Version folgt. Downgrades wurden von Firefox noch nie offiziell unterstützt und Hinweise in den Release Notes, dass ein Downgrade von einer bestimmten Version Probleme verursacht, gab es bereits häufiger.

Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass bei Nutzung eines gemeinsamen Profils nicht ohne Weiteres zwei Firefox-Installationen parallel genutzt werden können.

Ab Firefox 67 nutzt der Mozilla-Browser dedizierte Profile pro Installation. Das heißt, dass wenn ein Nutzer mehrere Firefox-Installation hat, jede dieser Installationen ein eigenes Profil verwendet und damit standardmäßig nicht länger in allen Installationen automatisch die gleichen Lesezeichen, die gleiche Chronik etc. zur Verfügung stehen. Wer seine Daten profilübergreifend synchron halten möchte, nutzt dafür idealerweise Firefox Sync, was genau für diesen Zweck ausgelegt ist. Die zuvor genannten Probleme gehören mit dieser Änderung der Vergangenheit an.

Dedizierte Firefox-Profile pro Installation

Wer bereits unterschiedliche Profile für unterschiedliche Installationen nutzt, was de facto schon vorher empfohlen war, ist von der Änderung nicht betroffen. Wer bisher ein gemeinsames Profil für unterschiedliche Installationen verwendet, ist in der folgenden Weise betroffen: Die Firefox-Installation, welche als erstes gestartet wird, erhält alle bisherigen Daten und Anpassungen. Jede weitere Installation erhält ein ganz frisches Profil. Über den Profilmanager kann die Zuordnung von Firefox-Installationen und -Profilen jederzeit angepasst werden.

Die Änderung wird aller Voraussicht nach am 28. Januar in Firefox Nightly in Kraft treten. Nutzer von Firefox Nightly werden nach dem morgigen Update, am 14. Januar, vorab über die Änderung informiert.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler aus Salzburg. Auf soeren-hentzschel.at informiert er umfassend über Neuigkeiten zu Mozilla. Außerdem ist er Betreiber von camp-firefox.de, der ersten Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum für Firefox-Probleme aller Art. Weitere Projekte sind firefox.agenedia.com, mozilla.de, firefoxosdevices.org sowie sozone.de.

3 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Franz
    schrieb am :

    Unter Linux kann man das Problem mit "firejail" umschiffen:

    firejail –private=~/moz1 firefox

    firejail –private=~/moz2 firefox-nightly

    😉

  2. OMG
    schrieb am :

    schöner Tip Franz, merci.

    Muss ich mein bestehendes Profil (jetzt, .mozilla/firefox/…) nach .moz1 verlegen, oder erstellt das firejail selbsttätig?

  3. Hauro
    schrieb am :

    Nightly ist mein Standard-Browser und die Release nur zur Überprüfung, falls etwas nicht in Ordnung ist – was so gut wie nicht vorkommt – installiert.

    Nightly wird ohne Parameter gestartet und die Release mit '"…\firefox.exe" -no-remote -P "firefox.release"'

    Damit ist es möglich (mehrere Versionen von) Firefox parallel laufen zu lassen. Einziger zu beachtender Punkt dabei ist, dass wenn über das Icon in der Windows-Taskleiste, dessen Verknüpfung mit den Optionen -no-remote -P parametrisiert ist, ein Menü-Punkt aus 'Häufig' oder 'Aufgaben' ausgewählt wird, der Standard-Browser geöffnet wird. Dies liegt vermutlich an Windows, dass diese Menü-Einträge immer dem Standard-Browser verbindet.

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