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Mozilla veröffentlicht Erweiterung gegen Facebook-Tracking

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Kurz nach dem Datenskandal um Facebook und Mozillas daraus gezogener Konsequenz, umgehend alle Werbeaktivitäten auf Facebook einzustellen, hat Mozilla nun eine Erweiterung für Firefox veröffentlicht, welche Tracking durch Facebook unterbindet.

Der Datenskandal um Faceboook und die Daten-Analyse-Firma Cambridge Analytica, welche ohne Zustimmung der Nutzer die Daten von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern verwendet hat, um den Wahlkamp von Donald Trump in den USA zu unterstützen, war in den letzten Tagen praktisch überall ein Thema. Wie viele andere Unternehmen hat auch Mozilla daraus eine Konsquenz gezogen und bis auf Weiteres sämtliche Werbeaktivitäten auf Facebook eingestellt, um ein Zeichen zu setzen. Außerdem hat Mozilla eine Petition gestartet, um Facebook aufzufordern, die Privatsphäre seiner Nutzer mehr zu respektieren.

Nun hat Mozilla mit Facebook Container eine neue Browser-Erweiterung für Firefox veröffentlicht, welche vor Tracking durch Facebook schützen soll. Auch wenn diese Erweiterung in keinem direkten Zusammenhang zum Datenskandal steht und die Verwendung der Daten nicht hätte verhindern können, so war die aktuelle Debatte um Facebook dennoch Anlass für Mozilla, seinen Nutzern ein Werkzeug an die Hand zu geben, um die Aktivitäten von Facebook einzuschränken.

Download Facebook Container für Mozilla Firefox

Die Erweiterung Facebook Container basiert auf der Container-Technologie, an welcher Mozilla in den letzten Jahren gearbeitet hat und die in dieser Form einzigartig in Firefox ist. Container stellen getrennte Umgebungen unter anderem für Cookies, Local Storage, IndexedDB, den HTTP- und den Bilder-Cache dar.

Im Endeffekt handelt es sich bei Facebook Container um eine abgespeckte Form von Mozillas Erweiterung Multi Account Containers, welche allerdings komplett ohne Konfiguration auskommt und automatisch sowie ausschließlich für Facebook aktiv ist. Facebook Container isoliert Facebook von anderen Webaktivitäten. Facebook kann nach einem erneuten Login weiter wie bisher genutzt werden und Facebook kann weiterhin Werbung anzeigen. Der Unterschied zu vorher ist, dass es für Facebook deutlich erschwert wird, die Aktivitäten des Nutzers außerhalb von Facebook zu tracken, da Facebook in seinem eigenen Container ausgeführt wird, während alle anderen Webseiten nicht im Facebook-Container ausgeführt werden. Das bedeutet auch, dass auf anderen Webseiten eingebettete Kommentar-Formulare von Facebook und Teilen-Buttons nicht funktionieren werden, weil man ausschließlich im Facebook-Container in Facebook angemeldet ist.

Wer Facebook weiterhin nutzen, aber das Tracking durch Facebook eindämmen möchte und keine Facebook-Funktionalitäten auf anderen Webseiten benötigt, findet mit Facebook Container von Mozilla eine praktische Erweiterung.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

5 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Merlin
    schrieb am :

    fand ich übrigens ein gute Idee von Mozilla Facebook Aktivitäten erstmal einzustellen, soweit ich weiß überhaupt der einzigste Browser der in der Form reagiert hat auf den Skandal,  auch andere Unternehmen wie Tesla oder Commerzbank wenden sich ab, das und der Umstand das FB Aktien in Talfahrt und Milliardenverluste an der Börse zu verzeichnen sind hat Zuckerberg wohl zum nachdenken gebracht.

     

  2. Christoph
    schrieb am :

    Hmm, wenn man die Container bereits verwendet, müsste es das selbe sein, wenn man für Facebook einen eigenen Container verwendet, oder?

    Finde übrigens, dass die Container super sind. Ganz tolle Erweiterung.

  3. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Theoretisch schon, wobei ich nicht weiß, wie ohne die Erweiterung Facebook Container das Verhalten von externen Links auf Facebook ist, also ob die dann im Facebook-Container geöffnet werden oder nicht. Falls die Links nicht im Facebook-Container geöffnet werden, ist das Verhalten wohl identisch. 😉

  4. anon
    schrieb am :

    Genau das ist ja die Besonderheit des Add-Ons. Der alte Name beschreibt es ganz gut: Contain Facebook (https://github.com/mozilla/contain-facebook)

    Heißt Facebook wird immer nur im eigenen Container geöffnet, alle anderen Seiten (also z.B. Links auf Facebook zu Fremdseiten) werden wiederum im Standard-Container (quasi ohne Container) geöffnet. Damit bleibt der Facebook-Container frei von den "Surfüberresten" der ganzen anderen Webseiten und Facebook kann entsprechend keine Daten darüber sammeln.

    Ich bin ursprünglich davon ausgegangen, dass das "Multi-Account Containers" Add-On sich genauso verhält. Dem ist aber leider nicht so.
    Bei "MAC" ist es ja so: Ist man einmal in einem Container dann bleibt man bei normalen Surfen für gewöhnlich auch darin. Erst wenn man explizit angibt, dass man einen Link in einem anderen Container öffnen will (oder aber, wenn die angeklickte Webseite bereits einem anderen Container zugeordnet ist), verlässt man den Container.
    Mir ist es schon öfters passiert, dass ich stundenlang im Google-/Facebook-/Microsoft-Container gesurft habe – über die verschiedensten Seiten hinweg – weil ich nicht bemerkt habe, dass ich meinen ersten Tab der Surf-Session aus einem Link einer der Container gestartet habe.
    Klar, die Tabs sind farblich gekennzeichnet, aber das kann man auch schnell wieder vergessen. Nach einer Weile sind die ganzen Container dann voller Cookies von anderen Webseiten…

    Ich verstehe den Use-Case, dass man sich extra Container für best. Zwecke erstellt: zum Surfen allgemein, fürs Einkaufen, etc. erstellt.
    Wenn man "MAC" aber hauptsächlich nutzt um die großen Netzwerke (Google, Microsoft, etc.) in einen Container einzufangen und alles andere außerhalb tun möchte, dann ist das mit dem "MAC" Add-On aktuell nicht möglich.

    (Das soll wohl mit Temporary Containers möglich sein, habe ich aber noch nicht getestet.)

    Ich versteh aber auch etwas den Hintergrund, da ein solches Verhalten z.B. beim Shopping leicht zu Problemen führen kann: Ich habe letztens erst etwas in einem Online-Shop kaufen wollen, beim finalen Kaufbestätigungsklick wurde ich dann auf PayPal weitergeleitet. Die Seite hatte ich aber bereits dem Finanzen-Container hinzugefügt. Was dazu geführt hat, dass der Online-Shop nicht korrekt mit PayPal "kommunzieren" konnte (nehme an über Cookies) und ewig auf die Bestätigung der erfolgten Bezahlung gewartet hat.

    Für einzelne Seiten sind solche Add-Ons wie der Facebook Container also sinnvoll, für größere Sessions, wo man oft die Webseiten wechselt, kann es jedoch zu Problemen führen.

  5. tedus
    schrieb am :

    wenn es wirklich so ist, dass ein selbst erstellter Container des "normalen" container addons anders ist, als der Facebook Addon – dann hoffen wir mal, das es dort hinzugefügt wird. Ich nutze jedenfalls lieber weniger als mehr Addons – vor allem wen die Funktionen prinzipiell die selben sind

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