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Firefox: Mozilla beendet Deal mit Yahoo! vorzeitig, neuer Vertrag mit Google

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Mozilla hat am gestrigen Tag nicht nur Firefox Quantum veröffentlicht, den größten und wohl auch wichtigsten Release in der bisherigen Geschichte von Firefox. Auch hat Mozilla angekündigt, dass Google in den USA und weiteren Ländern, wo sie es nicht mehr waren, ab sofort wieder die Standard-Suchmaschine von Firefox sein wird. Dies bedeutet auch einen vorzeitigen Ausstieg Mozillas aus dem Vertrag mit Yahoo!.

Mozilla war gestern groß in den Medien. Grund dafür war die lang ersehnte Veröffentlichung von Firefox Quantum, der neuen Firefox-Version, welche Mozilla wieder mit an die Spitze des Browser-Marktes bringen soll. Die neue Version könnte wegweisend für die Zukunft von Mozilla sein. Für die Zukunft nicht minder wichtig ist eine Entscheidung, welche ebenfalls gestern angekündigt worden ist und zwischen den ganzen Nachrichten rund um Firefox Quantum leicht untergehen konnte: Yahoo! ist nicht länger die Standard-Suchmaschine von Firefox in den USA. Ab sofort wird Google wieder die standardmäßig ausgewählte Suchmaschine von Firefox in den USA, Kanada, Hong Kong und Taiwan sein.

Google war bereits viele Jahre lang die weltweite Standard-Suchmaschine in Firefox, ehe Mozilla vor drei Jahren die Zusammenarbeit beendet hatte. Damals hatte Mozilla die Freiheit gewonnen, für jedes Land individuelle Vereinbarungen auszuhandeln und Yahoo! wurde zum wichtigsten Geldgeber für Mozilla und dafür zur Standard-Suchmaschine in den USA gemacht. Wirtschaftlich war dies für Mozilla kein Verlust. Direkt im ersten Jahr nach Google als wichtigster Geldgeber konnte Mozilla seinen Umsatz um 90 Millionen Dollar steigern.

Die gestrige Ankündigung kommt überraschend, war die Partnerschaft zwischen Mozilla und Yahoo! doch ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegt. Sogar für Verizon, den mittlerweile neuen Eigentümer von Yahoo!, kam diese Entscheidung unerwartet:

„Yahoo and Mozilla have enjoyed a productive relationship together since 2014,“ said Charles Stewart, a spokesman for Verizon’s digital advertising business, Oath. „We are surprised that Mozilla has decided to take another path and we are in discussions with them regarding the terms of our agreement.“ – Bloomberg

Wie Bloomberg berichtet, wurde seitens Google bestätigt, dass es einen neuen Vertrag zwischen Mozilla und Google gibt, aber weder Google noch Mozilla haben bislang Angaben zur finanziellen Seite gemacht.

Bereits im vergangenen Jahr wurde berichtet, dass eine Klausel im Vertrag zwischen Mozilla und Yahoo! bestehen soll, welche es Mozilla erlaubt, bei einer Übernahme von Yahoo! innerhalb eines bestimmten Zeitraums aus dem Vertrag auszusteigen, wenn Mozilla der neue Besitzer nicht zusagt, und trotzdem die jährlichen Zahlungen von rund 375 Millionen Dollar zu erhalten. Ob Mozilla von dieser Klausel Gebrauch gemacht hat, ist nicht bekannt. In jedem Fall kam es zu einem vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag.

Denelle Dixon, Mozillas Chief Business and Legal Officer, wird mit den folgenden Worten zitiert:

„We exercised our contractual right to terminate our agreement with Yahoo! based on a number of factors including doing what’s best for our brand, our effort to provide quality web search, and the broader content experience for our users. We believe there are opportunities to work with Oath and Verizon outside of search.

As part of our focus on user experience and performance in Firefox Quantum, Google will also become our new default search provider in the United States, Canada, Hong Kong and Taiwan. With over 60 search providers pre-installed as defaults or secondary options across more than 90 language versions, Firefox has more choice in search providers than any other browser.“ – TechChrunch

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

3 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Herr Hugo
    schrieb am :

    Egal, was wer mit wem gedealt hat oder nicht: in FF wird von mir mit Google gesucht. War so, ist so, bleibt so.

    Auch wenn die Datenkrake UNgeheuer neugierig ist: suchen kannse am besten. Deswegen auch bei mir Google als Startseite und für neue Tabs (aber ohne deren "Vorschläge")

  2. Markus
    schrieb am :

    Herr Hugo warum nutzen sie nicht startpage.com als Suchmaschine, da diese auf die Google-Ergebnisse zugreift ohne ihre Daten preis zu geben?

  3. Frank Weidel
    schrieb am :

    Außerdem ist es immer die Frage WAS ich suche. Ich habe einen umfangreichen Test mit Google vs Startpage vs DuckDuckGo gemacht und da hat jede Suchmaschine ihre Stärken und Schwächen gezeigt. Keine ist IMMER die beste.

    Fakt ist für allgemeine Suchen, absolut alltägliches, sei es eine Schauspieler eine Serie, das beste Kochrezept für Muffins oder diese eine Webseite deren Namen ich nicht mehr genau weiß – dafür tauge JEDE! Suchmaschine. Gerade die breite Masse würde absolut keinen Unterschied merken was da jetzt voreingestellt ist.

    Google ist stark in wissenschaftlichen Bereichen, dort kommen bei DuckDuckGo oft nicht so gute Treffer. Startpage leitet von Google ab, somit meistens identische Treffer.

    Gegen Google spricht jedoch extrem vieles. Datenschutz wird mit Füßen getreten, es werden Suchtreffer auf dreisteste Art manipuliert, zugunsten eigener Dienste oder derer, die Geld an Google bezahlen um oben gelistet zu werden. Hier punktet DuckDuckGo mit deutlich neutraleren Ergebnissen.

    Aber ich hab eine unglaubliche Neuigkeit! Man kann – das werdet ihr nicht glauben – ja man kann die Suchmaschine im Flug wechseln! Einfach statt "Enter" drücken auf eine andere Suchmaschine klicken und schon kann man vergleichen. Aber ich weiß, das ist euch wahrscheinlich zu anstrengend, lieber Google für alles nutzen. Was kann schon schief gehen, wenn man einem Konzern all seine Daten gibt *genius*

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