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Auf dem Weg zum neuen Mozilla-Logo

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Mozilla soll eine neue visuelle Identität erhalten. Das Besondere hierbei: Der ganze Design-Prozess ist offen und Input der Community ausdrücklich erwünscht. Regelmäßige Videos halten Interessierte auf dem Laufenden.

Vor einem Monat hat Mozilla angekündigt, ein neues visuelles Erscheinungsbild kreieren zu wollen, was auch ein Logo einschließt. Dieses soll mit Hilfe eines Online-Tools verändert werden können, ohne Wiedererkennungswert zu verlieren; Mozilla schafft damit eine lebendige Marke. Bislang hat Mozilla nur einen Schriftzug und kein Logo.

Wer auf dem Weg zum neuen Logo nichts verpassen möchte, der abonniert den YouTube-Kanal von Mozilla Art-Designer Sean Martell, auf welchem es Live-Streams der Logo-Experimente zu sehen gibt (diese gibt es hinterher auch als Video auf dem Kanal), und folgt seinem Blog sowie dem Blog des Mozilla Creative Teams. Dort gibt es immer wieder neue Blog-Artikel und kurze Videos, welche den aktuellen Stand zusammenfassen.

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Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und Mozilla Repräsentant (Alumnus). Neben diesem Mozilla-Blog betreibt er unter anderem noch firefoxosdevices.org sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone und ist außerdem Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox.

7 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Anon
    schrieb am :

    Nette Idee, wobei das „m“ ja wohl bereits das Mozilla-Logo ist ohne offiziell dazu auserkoren zu sein. Wirklich überzeugen können mich die bisherigen Entwürfe deswegen auch nicht.

  2. schrieb am :

    Bei so viel Geschwätz von Open Source frage ich mich, warum man bei Mozilla immer nur OS X sieht. Seit wann ist das eigentlich so? Ende der 90er und Anfang der 2000er war Linux das erste, was man mit Mozilla assoziiert hatte. Die Linux-Version wird richtiggehend vernachlässigt, ich war kürzlich nahe davor, auf Chromium umzusteigen, weil die GPU-Hardwarebeschleunigung von Firefox immer noch hochexperimentell ist und per Standard deaktiviert. Dabei spreche ich nicht von irgendwelchen Video-Codecs, sondern dem Darstellen und Rendern der Seite inklusive Scrollen – alles eine Katastrophe auf Linux, wenn man eine höhere Auflösung als FullHD hat (da nützt auch ein schneller Prozessor scheinbar nichts). Ich habe knapp eine *WOCHE* meiner Semesterferien dafür geopfert, mich mit den OpenGL-Optionen von Firefox zu beschäftigen + auf den freien radeon-Treiber umzusteigen, weil es mit AMDs Catalyst nicht ging. Jetzt läuft es einigermaßen, mit Tearing hier und da, aber zumindest hab ich nach JAHREN ENDLICH mal geschmeidiges Scrolling wie auf Windows oder OS X, ich konnte es kaum fassen, als es nicht mehr ruckelte! DA sollten sie auch mal ansetzen und sich in ihrer Philosophie auch auf die Bedeutung der Linux-Plattform besinnen. (Du weißt, Dein Blog ist im Ubuntuusers Planet. 😉 ).

  3. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Mozilla mag sich um Open Source drehen, aber die Betriebssysteme stammen nun einmal nicht von Mozilla und Tatsache ist, dass Windows und OS X zusammen 99 Prozent ausmachen und dass die Leute bei Mozilla in derselben Realität leben wie die Nutzer, das heißt es ist grundsätzlich auch von 99 Prozent Mitarbeitern und ehrenamtlichen Contributors auszugehen, die nicht Linux nutzen. Natürlich wird der Linux-Anteil dabei tatsächlich etwas höher liegen, weil Linux unter Leuten, die an Open Source-Projekten beteiligt sind, naturgemäß verbreiteter ist als bei gewöhnlichen Endnutzern, aber die Tendenz ist ziemlich klar. Lange Rede, kurzer Sinn: Man sieht bei Mozilla nicht nur OS X, auch sehr viel Windows und weniger Linux, das liegt aber einfach in der Natur. Es wäre ziemlich merkwürdig, wenn bei Mozilla fast jeder Linux nutzen würde, die treffen ihre Betriebssystemwahl ja auch wie jeder andere Mensch auch, nach genau den gleichen Kriterien, das heißt die Relationen sollten normalerweise auch ungefähr übereinstimmen. 😉

    Was diesen Blog betrifft, ich arbeite ja nicht für Mozilla, aber wenn du das Planet Ubuntuusers einbringst, dann siehst du von den Mozilla-Artikeln, die von hier kommen, fast nur OS X, weil das ganz einfach das Betriebssystem ist, welches ich nutze. Und die meisten Bilder in meinen Artikeln sind reale Screenshots von meinem System. Wenn das mal nicht OS X ist, dann Windows, denn ich besitze auch ein Windows-System, aber das nutze ich selten. Ein Desktop-Linux besitze ich überhaupt nicht, Bilder hiervon sind auf meinem Blog also nahezu ausgeschlossen. Bei Mockups ist auch viel OS X bei, aber auch viel Windows, einigermaßen ausgeglichen denke ich, vielleicht eine leichte Tendenz zu OS X, aber wie viele Designer kennst du, die nicht OS X nutzen? Ich nicht viele. 😉 Bei Mockups hat es häufig auch nur wenig Sinn, Mockups für alle Plattformen zu erstellen, vor allem, wenn Neuerungen überall gleich aussehen sollen, das wäre einfach überflüssige Arbeit. Darum gibt es dann meistens Mockups für das System des jeweiligen Designers und das wird dann für alle Plattformen übernommen.

    Und die Verbreitung spiegelt sich bestimmt auch in der Entwicklung wieder. Ich bin zu weit weg von Linux, aber es ist für mich klar, dass wenn in Relation so viel weniger Linux nutzen, es auch in gleicher Relation tendenziell weniger Leute gibt, die im Gegensatz zu Windows zum Code beitragen können. Mozilla hat übrigens auch nur ganz wenige mit speziellen Entwicklerkenntnissen zu OS X. Ich weiß nicht, ob es noch aktuell ist, dass Mozilla nur einen einzigen bezahlten OS X-Entwickler hat, diese Information ist jetzt auch schon ein paar Jahre alt. Die Verbreitung von OS X nimmt ja zu, das könnte sich durchaus geändert haben, keine Ahnung.

    Ich denke nicht, dass Linux bewusst vernachlässigt wird, sondern genau das zutrifft, was ich eben meinte, weniger Nutzer = weniger Mitwirkende, denn woher sollen die kommen? Aber man hat es an Australis gesehen, dass Mozilla Linux nicht vernachlässigt hat, Linux hat nicht weniger Aufmerksamkeit erhalten und dafür wurden auch Mockups für mehrere Linux-Oberflächen entworfen. Sprich Vernachlässigungen entstehen meiner Meinung nach primär aus Ressourcenmangel.

    Dass die Situation bezüglich Hardwarebeschleunigung auf Linux nicht so prickelnd ist wie auf Windows oder OS X (naja, prickelnd würde ich bei dem Thema generell vermeiden zu sagen), weiß ich nicht, kann ich mir gut vorstellen, dass dem so ist. Aber hier sprechen hier auch von einer ganz engen Verzahnung mit dem Betriebssystem, Grafikkarte, Grafikkartentreiber und Grafikschnittstelle (also auf Windows z.B. sowas wie DirectX). Soweit ich weiß, ist die Treibersituation auf Linux aber generell schwieriger, das macht es für Mozilla nicht unbedingt einfacher. Hier bewege ich mich aber auf einem zu spekulativen Boden.

    Nur wie ich eingangs schon andeutete: Dass Mozilla Open Source-Produkte entwickelt, das hat überhaupt nichts mit der Verbreitung von Betriebssystemen, auch nicht innerhalb Mozillas, zu tun und kann nicht ausschlaggebend für die Prioritäten sein. Würden mehr Menschen Linux nutzen, dann würde es ganz automatisch mehr Entwickler geben, welche sich ganz speziell um Linux kümmern können, da bin ich mir mit meiner naiven Sichtweise relativ sicher. Die Tatsache, dass Linux wie Firefox Open Source ist, macht Linux nicht wichtiger, das ist einfach eine ganz andere Baustelle. 😉

  4. schrieb am :

    Erstmal: Beachtlich, dass Du Dir für die Kommentare solche Mühe zu antworten gibst, selbst wenn sie so wenig zum Thema gehören wie meiner! Hab da echt viel Respekt vor.
    Du hast natürlich Recht, dass die Betriebssystemverbreitung eine Rolle spielt und spielen sollte. Aber wie gesagt, früher war Mozilla klar eine Linux-Schmiede, wenn man alte Dokus aus der Gründerzeit und den frühen 2000ern sieht, sind da überall Linux-Terminals (mir fällt gerade „Code Rush“ ein). Auch Glyn Moody schreibt in seinem Buch „Rebel Code“ (2002) über Mozilla und ihre starke Verbindung mit Linux und dem Freie Software-Gedanken. – Dass Mozillas Projekte Firefox, Thunderbird usw. Freie Software sind, das ist mir klar. Aber früher gehörte zu dem Bekenntnis Mozillas zu Freier Software auch der klare (Mit-)Fokus auf die Linux-Plattform, um sie weiter zu stärken. Gerade auch, um sie für Entwickler attraktiv zu machen! Selbst wenn der Browser grundsätzlich funktioniert, es sind dann die kleinen Dinge wie „Warum scrollt der so ruckelig?“, „Warum sind alle CSS-Animationen ewig langsam?“, oder „Warum sehen diese Dateifenster so gar nicht nach meinem Desktop aus?“, die selbst Entwickler dann bei Linux nerven und zu OS X treiben. Und Entwickler und alle Nerds sind dann auch die Leute, die anderen Softwareempfehlungen abgeben und/oder ihnen ihre Software vorsetzen.
    Aktuell ist der Linux-Marktanteil übrigens bei ganzen 1,67%. 😉
    Ich hab nichts gegen Deine Screenshots, ist ja ok dass Du OS X nutzt. Aber es fällt mir schon seit guten drei-vier Jahren auf, dass *alles*, was ich von Mozilla an Screenshots, Mockups, oder Entwicklerbildschirmen sehe, OS X ist, und daran stoße ich mich einfach. Mozilla wirkt auf mich wie ein hippes Valley-Startup, dass gerade VC für ihre hippe iOS-App gesammelt hat.
    Noch mal Chromium zum Vergleich: Der Browser funktioniert kommentarlos mit hardwarebeschleunigten OpenGL-Layern unter Linux, dafür braucht’s noch nicht mal ein Gefummele. Linux-Firefox ist dagegen da noch auf dem Stand der Windows-Version von vor 6 (?) Jahren. Das ist echt jämmerlich. Ich will ihn gern verwenden und habe wie gesagt viel Zeit reingesteckt, dass Hardwarebeschleunigung nun bei mir funktioniert, aber dass an so was kaum gearbeitet wird, was man sieht, wenn man die entsprechenden Bug-Threads in Bugzilla anschaut, ist für mich einfach sehr enttäuschend. – Und Google hat ihren Browser auch mit den gängigen Treibern kompatibel machen können, offensichtlich ist das kein Ding der Unmöglichkeit.
    Australis, jap, da haben sie Linux berücksichtigt. Was aber immer noch ansteht, ist der Qt-Port, der Mozilla egal ist und halbfertig von KDElern rumhängt. Letztens etwas wo gelesen, dass sie jetzt am GTK+ 3-Port rummachen, aber GTK+ 3 ist sehr GNOME-lastig und integriert sich schlecht in andere Desktops, außerdem verwendet die Mehrzahl der Linux-Nutzer heute einen Qt-basierten Desktop und monatlich kündigt gerade eine Anwendung ihren Wechsel von GTK+ (2) auf Qt an. Das steht einfach an und da wären schon Grundlagen da, aber dafür wird niemand abgestellt, lieber werden Mozillas Gelder an Web-Startups ausgeschüttet und ähnliche Späße.
    Der Linux-Firefox profitiert auch nur durch Code-Pflege von der Android-App, weil die ganze Java-Grütze und Googles Frameworks in einem Canonical-like NIH-Syndrom mit dem Linux-Desktop wenig bis nichts gemein haben.

    Entschuldige, dass ich Dein Blog als Plattform dafür nutze, aber mich hat’s gejuckt, meine Gedanken dazu mal auszudrücken. Wirklich nichts für Ungut, Du machst hier eine spitzen Kommunikationsarbeit!

  5. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Danke. 🙂 Und das Eingehen auf die Kommentatoren gehört für mich dazu, das darf auch gerne mal etwas Off-Topic sein, solange es eine nette und spannende Unterhaltung ist, sowas ist ja meistens bereichernd.

    Dass Mozilla früher eine Linux-Schmiede gewesen sei, das mag in den Anfangstagen zugetroffen haben, das weiß ich nicht. Ich bin ja selbst „erst“ mit Firefox 1.0 dazugestoßen als Firefox ganz groß gehypt wurde – was überhaupt der Grund war, wieso ich mir Firefox überhaupt angesehen habe. Ich habe mich nicht für Browser interessiert, aber alles hat von Firefox gesprochen, ich wollte wissen, wieso. Da hatte Mozilla aber auch schon knapp 40 Mitarbeiter. Nichts im Vergleich zu den etwa 1.000 Mitarbeitern heute (natürlich längst nicht alles Firefox, heute macht Mozilla extrem viel), aber schon nicht mehr ganz klein, da war man glaub ich schon nicht mehr so speziell. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Open Source ist allgemein natürlich immer wichtig für Mozilla gewesen und wird es wohl auch immer sein, die Offenheit von Linux begrüßt und unterstützt man ganz sicher, daran habe ich keinen Zweifel, aber das bedeutet halt wenig für die Entwicklung von Firefox. Letzten Endes ist aber das wichtig, was die Leute wollen und wenn die Mehrheit Betriebssystem X nutzt, dann ist Betriebssystem X besonders wichtig und nicht Betriebssystem Y, nur weil es Open Source ist. Meinetwegen lass Linux nicht nur einen Prozent Marktanteil haben, sondern 1,67 Prozent. Es gibt für sowas ja immer viele Quellen und die Wahrheit liegt meistens irgendwo in der Mitte. Vielleicht sind diese Mitte sogar 1,8 Prozent. Ich musste mir kürzlich erst von jemandem anhören, wie enttäuscht er von mir sei, als er gelesen hatte, dass ich Trillian als Messenger nutze. Bei all meinem Engangement für Mozilla hätte er angenommen, dass ich Open Source grundsätzlich über alles stelle und diesen Gedanken so intensiv lebe, dass ich einen Open Source Messenger wie Miranda nutze. Fakt ist aber, es gibt keinen Messenger, welcher mit Trillian mithalten kann, was meine persönlichen Anforderungen betrifft. Ich halte Open Source für einen wichtigen Faktor, würde aber auch Firefox nicht nutzen, wenn ich nicht unabhängig davon überzeugt wäre, dass es der beste Browser ist. Worauf ich hinaus will: Open Source ist ein guter und wichtiger Punkt. Aber am Ende nicht entscheidend, am Ende will man in der Regel halt einfach das beste Produkt nutzen. Was das beste ist, ist natürlich auch sehr individuell und muss nicht für jeden das gleiche Produkt bedeuten. Und wenn 90 Prozent System X für das beste System halten, dann hat Mozilla gar keine andere Wahl, als hier die meisten Ressourcen zu investieren, denn letztlich geht es für Mozilla, wenn es ihnen als Non-Profit-Organisation schon nicht in erster Linie um Profit gehen kann, zumindest um das Durchsetzen ihrer Mission und ihrer Ideale und was braucht man dazu? Einfluss. Wie bekommt man den? Marktanteile. Die Meinung eines Mozillas mit 80 Prozent Marktanteil ist bedeutender als die Meinung eines Mozillas mit fünf Prozent Marktanteil, Einfluss ging schon immer über Macht. Und Marktanteil bekommst du nicht, wenn du dich für deine Prioritäten nicht daran orientierst, was die Nutzer nutzen und daraus resultierend benötigen. Darum ist das mit der hohen Priorität für Linux als Open Source-System ein schönes Ideal, nur halt nichts, wofür man unbedingt speziell viele Mitarbeiter einstellt, nur um die Integration in Linux zu verbessern. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass wenn es mehr Linux-Nutzer geben würde, sich mehr für Firefox auf Linux einbringen könnten und würden und Firefox dann auch automatisch noch besser auf Linux wäre. Das ist ja das Wunderbare an Open Source: Die Verbesserungen müssen nicht von Angestellten kommen. Gerade in dieser Außenseiterposition mit wenig Marktanteil sind Community-Beiträge zwingend erforderlich, man kann nicht erwarten, dass der Hersteller für 2% die selben Ressourcen investiert wie für 90 Prozent. Da muss auch eine Non-Profit-Organisation wirtschaftlich denken, wenn du so willst. Das ist alles keine Mozilla-Meinung, das ist meine persönliche Sicht darauf. 😉

    Ich habe kein Problem damit, wenn viele Mockups / Screenshots OS X zeigen, denn wenn du mich fragst, dann ganz ehrlich, sage ich dir, dass ich OS X für das beste Betriebssystem halte. Das hast du dir wahrscheinlich eh gedacht, denn klar, wieso sollte ich es sonst auch nutzen. Und wie ich im letzten Kommentar bereits andeutete, Designer haben einen Hang zu OS X, das ist normal. Und es wäre wie gesagt halt oft sinnlos, die Mockups oder Screenshots für jedes System neu zu machen, bringt oft nichts. Daraus sollte man wirklich nicht ableiten, dass Linux für die Designer unbedeutend wäre, die wollen ja auch, dass ihre Arbeit gut auf allen Systemen aussieht.

    Was die Hardwarebeschleunigung betrifft, ich weiß, dass Nutzer gerne argumentieren „aber Browser X…“, das ist in diesem Fall aber wirklich schwierig, weil das wirklich jeder Browser anders umsetzt. Zumindest bei Windows ist mir das bekannt, dass es da kaum Gemeinsamkeiten zwischen den Browsern bzgl. Hardwarebeschleunigung gibt. Und glaub das mal, dass Hardwarebeschleunigung selbst auf Windows ein heikles Thema ist, wie viele Support-Anfragen habe ich schon aufgrund von Darstellungsfehlern oder nicht gefallendem Text-Rendering gesehen (was ja auch in fast jedem Browser anders aussieht). Da reicht es, wenn Microsoft ein optionales Update für Windows veröffentlicht und schon haben tausende Nutzer Probleme mit der Darstellung in Firefox, das ist, ich will nicht sagen Alltag, aber es kommt vor. Wie schon angedeutet ist hier die Abhängigkeit von Betriebssystem, Grafikkarte und Treiber extrem hoch. Vieles ist einfach außerhalb des Einflussgebietes von Mozilla, oft bedarf es einer Zusammenarbeit aller Beteiligten. Und bedürfte es. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.

  6. schrieb am :

    Open Source ist ein guter und wichtiger Punkt. Aber am Ende nicht entscheidend, am Ende will man in der Regel halt einfach das beste Produkt nutzen.

    Wir driften ab, aber ich mach mal mit: Mir macht Linux Spaß und ich ziehe es auch meiner Hackintosh-Installation vor, weil ich darauf einfach die größtmögliche Anpassbarkeit (und coole Softwarefeatures) habe. Freie Software und ihre Philosophie erlaubt mir, dass mit ihr zu machen, was ich möchte, wie ich es möchte, und für mich ist das ein *Feature*. Ich bin tatsächlich so ein überzeugter Verfechter von Freier Software (bitte nicht mit Open Source verwechseln), im Moment läuft auf meinem System, vom BIOS abgesehen, kein einziger Binärblob und darauf bin ich stolz.
    Der Linux-Desktop muss auch gar nicht hässlich und unkomfortabel sein.

    Bei Mozillas Ziel mit Einfluss und Marktanteil kann ich Dir noch folgen.

    Darum ist das mit der hohen Priorität für Linux als Open Source-System ein schönes Ideal, nur halt nichts, wofür man unbedingt speziell viele Mitarbeiter einstellt, nur um die Integration in Linux zu verbessern.

    Da liegt aber ein Denkfehler bei Dir: Firefox ist als Webbrowser ein essentielles Softwareelement eines modernen PC-Betriebssystems. Der Browser ist plattformentscheidendes Element der Softwareumgebung. *Gerade* eine Non-Profit-Organisation – und dann auch noch eine mit dieser Philosophie – sollte es zum Anliegen haben, solche Systeme für den Markt zu stärken. Wenn dein Browser nicht zeitgemäß funktioniert (sprich: ruckelt wie Sau), installierst du einen anderen oder steigst auf ein anderes OS um. Wie ich oben schon ausführte, sind das die Dinge, die auch ganz speziell Nerds aufregen und dann dazu veranlassen, die Plattform zu verlassen – mit all ihren Konsequenzen: Weniger Entwickler, weniger Fortschritt, weniger zufriedene Normalnutzer. Außerdem empfehlen oder bestimmen Nerds anderen ihre Software und das hat noch weitere Konsequenzen. Linux sollte von Mozilla wie eine wirkliche Major-Plattform behandelt werden. Wer weiß, vielleicht muss man bald auch ChromeOS etwas entgegensetzen. Es wäre strategisch klug und ich sehe Mozilla dort in der Verantwortung, weil auch viele der Außerhaus-Hacker Linux-Nutzer sind und sie außerdem als Non-Profit-Organisation in der Lage sind, solchen Idealen zu folgen. Als solche sollten sie nicht nur darauf schauen, wie viel Marktanteil eine Plattform hat, sondern auch, welchen Einfluss sie auf das Gefüge haben können (aber das tun sie ja bereits, das muss man ihnen zu Gute halten).

    Da muss auch eine Non-Profit-Organisation wirtschaftlich denken

    Aber gleichzeitig schafft man Inkubatoren für Web-Startups? Ich erwarte ja nicht sehr viel, aber es sollte auf der Standardinstallation nicht mehr ruckeln und das Oberflächentoolkit sollte von GTK+ 2 auf Qt portiert werden. Letzteres stell ich mir als Nicht-Vertrauter mit dem Code als gar nicht so schwer vor, weil die UI nach wie vor XUL wäre. Dafür sollten sie doch mal echt wen abstellen können – die Community hat nicht die Ressourcen dazu.

    Dass Designer meist Macs nutzen, ist ja bekannt. Es fehlt Linux auch noch an der Unterstützung von proprietären Branchenstandards wie der Adobe-Software und Co. (aber auch mit den Open Source-Alternativen kann man viel erreichen). Wenn es nur die Designer wären, aber es ist eben so, dass wirklich alles, was ich von Mozilla sehe, alles (Media-)Material, was sie raustragen, nur noch OS X-Desktops zeigt. Bei ihrem ständig wiederholten Freiheitscredo enttäuscht mich das.
    Die Situation mit der Hardwarebeschleunigung sollte ab Windows 7 eigentlich stark verbessert worden sein, aber glaube ich auch absolut, dass das ein ähnlicher Krampf ist. Für Windows stellen sie ja aber auch sowieso mehr Entwickler ab, was natürlich vollkommen berechtigt ist.

  7. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Da liegt aber ein Denkfehler bei Dir: Firefox ist als Webbrowser ein essentielles Softwareelement eines modernen PC-Betriebssystems. Der Browser ist plattformentscheidendes Element der Softwareumgebung. *Gerade* eine Non-Profit-Organisation – und dann auch noch eine mit dieser Philosophie – sollte es zum Anliegen haben, solche Systeme für den Markt zu stärken.

    Das sehe ich etwas anders. Mozilla entwickelt Open Source-Software und Open Source hat für Mozilla eine große Bedeutung, klar. Aber Mozillas Zielsetzung ist ziemlich klar abgesteckt: das Web. Und das sieht man denke ich sehr gut an einem schmerzhaften Beispiel: Thunderbird. Thunderbird ist ein ganz tolles Open Source-Produkt, wie ich finde. Mozilla hat es aber komplett depriorisiert und die Entwicklung an die Community übergeben, weil Thunderbird nichts mit dem Web zu tun hat und Thunderbird nicht dazu beiträgt, Mozillas Ziele zu verfolgen. Das finden viele nicht toll, mich eingeschlossen, aber Mozilla ist mittlerweile nicht nur sehr viel größer, sondern auch fokussierter.

    Wenn dein Browser nicht zeitgemäß funktioniert (sprich: ruckelt wie Sau), installierst du einen anderen oder steigst auf ein anderes OS um.

    Das steht natürlich außer Frage, dass das sehr ärgerlich ist und dazu führen kann, dass man einen anderen Browser verwendet. Und wenn man nicht ein ganz so großer Open Source Verfechter ist wie du dich beschreibst, dann geht das wahrscheinlich noch schneller, dass man bei einem anderen Browser ist. Betrifft andere Plattformen natürlich genauso. 😉

    Linux sollte von Mozilla wie eine wirkliche Major-Plattform behandelt werden.

    Das ist Linux auch für Mozilla, Mozilla steht auf einer Stufe mit Windows und OS X:
    https://developer.mozilla.org/en-US/docs/Supported_build_configurations

    Dennoch gibt es natürlich die meisten Entwickler für die Plattform mit den meisten Nutzern, das liegt in der Natur in der Sache. Und sehr viel kommt außerdem von ehrenamtlichen Contributors, das ist bei Firefox ja nicht so, dass da nur bezahlte Entwickler dran arbeiten, ganz und gar nicht.

    und sie außerdem als Non-Profit-Organisation in der Lage sind, solchen Idealen zu folgen.

    Da bin ich mir nicht so sicher. Mozilla fokussiert sich auch, weil sie eben nicht unendlich Ressourcen zur Verfügung haben. Also Ideale und Realität sind immer zweierlei. 😉

    Ich erwarte ja nicht sehr viel, aber es sollte auf der Standardinstallation nicht mehr ruckeln und das Oberflächentoolkit sollte von GTK+ 2 auf Qt portiert werden.

    Letzteres wird sehr wahrscheinlich nicht für die aktuelle Codebasis passieren, du hast den entsprechenden Report ja selbst verlinkt, es gibt keine Qt-Builds mehr auf Mozillas Servern. Und um auf den Punkte Ressourcen zurückzukommen, der Aufwand wäre enorm, ich weiß nicht, ob das so viel Gewinn bringen würde, der das rechtfertigen würde. Mozillas neue Engine Servo soll aber gut sowohl mit GTK als auch mit Qt zusammenspielen.

    Dass Designer meist Macs nutzen, ist ja bekannt. Es fehlt Linux auch noch an der Unterstützung von proprietären Branchenstandards wie der Adobe-Software und Co. (aber auch mit den Open Source-Alternativen kann man viel erreichen)

    Ich kenne tatsächlich jemanden, der schwört auf Gimp statt Photoshop. 😉

    Wenn es nur die Designer wären, aber es ist eben so, dass wirklich alles, was ich von Mozilla sehe, alles (Media-)Material, was sie raustragen, nur noch OS X-Desktops zeigt. Bei ihrem ständig wiederholten Freiheitscredo enttäuscht mich das.

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