Dank KI: Mozilla schließt 423 Sicherheitslücken in Firefox – nur im April 2026
Alleine im April 2026 hat Mozilla 423 Sicherheitslücken in Firefox geschlossen. Dies war vor allem mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) möglich. Zum Vergleich: In der Vergangenheit bewegte man sich meist zwischen 20 und 30 Sicherheitslücken pro Monat.
Bereits im März habe ich darüber berichtet, wie Mozilla seinen Browser in Zusamenarbeit mit Anthropic durch KI-Einsatz sicherer gemacht hat. Damals konnten durch Nutzung von Anthropics KI-Modell Claude Opus 22 bis dahin unentdeckte Sicherheitslücken (sowie über 90 weitere Bugs ohne Sicherheits-Relevanz) gefunden werden, die in Firefox 148 behoben worden sind.
Bei einem einmaligen KI-Einsatz blieb es nicht. Stattdessen hat Mozilla seine Sicherheitsabläufe angepasst, um KI stärker in die Sicherung von Firefox zu integrieren. Außerdem ist Mozilla eines von wenigen Unternehmen, welches bereits Zugriff auf eine Vorschau-Version von Anthropics neuem KI-Modell Claude Mythos erhalten hat.
Mit dessen Hilfe wurde alleine in Firefox 150 eine bemerkenswerte Anzahl von 271 Sicherheitslücken geschlossen. Weitere KI-unterstützte Sicherheits-Korrekturen erfolgten in Firefox 149.0.2, Firefox 150.0.1 sowie Firefox 150.0.2. Durch den Einsatz weiterer Modelle, anderer interner Methoden sowie externer Berichte kommt Mozilla auf eine Gesamtzahl von 423 Sicherheitslücken, die nur im April 2026 behoben worden sind. In der Vergangenheit waren es häufig zwischen 20 und 30 geschlossene Sicherheitslücken pro Monat.
Natürlich ersetzt der Einsatz von KI nicht, dass sämtliche gefundenen Probleme priorisiert und Korrekturen entwickelt, überprüft und getestet sowie die ganze Sicherheits-Pipeline aufgebaut und skaliert werden müssen. Über 100 Menschen haben dazu beigetragen, diesen Erfolg für die Sicherheit von Firefox möglich zu machen.
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Wird denn sichergestellt das die vorgeschlagegen Korrekturen von Anthropic unabhängig von Mozilla überprüft werden?
Da ich überhaupt kein Profi in dem Gebiet bin hat sich bei mir die Frage gestellt ob es nicht auch im Bereich des Möglichen liegt das hier Unternehmen wie Anthropic durch die Hintertür mit diesen "Verbesserungen" auch verstecke Backdoors einbauen könnten ohne das man dies auf den ersten Blick merkt.
Die KI wurde vor allem benutzt, um die Schwachstellen zu finden. Und wahrscheinlich gab es auch Vorschläge zur Lösung. Die tatsächliche Implementierung der Korrekturen sowie Überprüfung erfolgte aber durch Menschen. Es wird kein von KI generierter Code automatisch und ungeprüft integriert.
423 gegen 20-30. Beachtlich.
diese Menge liest sich im ersten Moment so als ob Firefox ein Schweizer Käse wäre.
Auch klar das es ohne Mozillas Arbeit noch wesentlich mehr wären.
Google hat auch gerade erst wieder ein Chrome-Update veröffentlicht, welches knapp 130 Sicherheitslücken geschlossen hat. Browser sind einfach extrem komplexe Software und werden massiv angegriffen, weil es ein lohnenswertes Ziel ist, weswegen man dort ständig am Nachbessern ist. Und nicht nur Mozilla findet durch KI-Einsatz jetzt Schwachstellen, die teilweise schon lange existieren. Wichtig ist, dass das nicht heißt, dass jede Sicherheitslücke einen zum leichten Ziel macht. Teilweise sind die Sicherheitslücken isoliert betrachtet auch harmlos, solange sie nicht mit anderen Schwachstellen kombiniert werden. Aber je mehr man findet und schließt, desto besser ist das.
Hallo zusammen,
ich befinde KI grundsätzlich als eine nützliche Entwicklung. Es ist gut, dass sich da Mozilla nicht davor starrsinnig verschließt.
Das Risiko sehe ich darin, dass da viel Geld/Trainingsdaten drin steckt/en und häufig von gewinnorientierten Unternehmen entwickelt / publiziert werden.
Wie sieht das z.B. hier aus? Muss Mozilla dann zukünftig zahlen, damit "Chancengleichheit" besteht – Sicherheitslücken gefunden/geschlossen werden können?
Ich bin der Meinung KI sollte grundsätzlich gemeinnützig entwickelt/ betrieben werden. Dann bestände solch ein Risiko nicht.
LG DasCA
Gegen Gewinnorientierung spricht ja erst einmal nichts. Wir alle arbeiten und wollen dafür bezahlt werden. Und gerade der KI-Einsatz verursacht ja auch immense Kosten, die gedeckt werden wollen. Dass KI grundsätzlich gemeinnützig entwickelt und betrieben werden sollte, mag ein nobler Gedanke sein, ist aber vollkommen unrealistisch. Ohne die profitorientierten Unternehmen und deren Investitionen wäre KI heute nicht dort, wo sie ist. Das ist einfach mal eine Tatsache. Das soll nicht heißen, dass es nicht wichtig wäre, dass es auch gemeinnützige Player (wie Mozilla) gibt, die in dem Bereich mitmischen. Aber ich hätte ein Problem damit, die kommerziellen Unternehmen als grundsätzlich schlecht darzustellen.
Was die konkrete Kostenfrage betrifft, die hier gestellt wurde: Man sieht ja an den Zahlen, was der Ertrag ist. Wenn man sich dann überlegt, wie viele Menschen es wohl bräuchte, um auch nur ansatzweise so viele Schwachstellen zu entdecken, bezahlt Mozilla am Ende deutlich weniger, wenn sie die KI-Tools nutzen, als wenn sie ihr Team um zahlreiche zusätzliche Mitglieder aufstocken würden, welches dann wahrscheinlich trotzdem immer noch viel weniger finden würde. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass die KI die Menschen ersetzen soll. Im Gegenteil: Die menschlichen Mitarbeiter sind immer noch extrem wichtig. Nur skaliert die menschliche Leistung nun einmal nicht ins Unendliche. Und am Ende braucht es beides, um das beste Ergebnis zu liefern.
Letztlich ist Sicherheit für einen Browser einfach ein Bereich, in den es sich lohnt, zu investieren.