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Firefox OS: Mozilla möchte Gerätehersteller für Updates bezahlen und plant Verbesserungen des Update-Systems

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Updates für Smartphones sind ein schwieriges Thema, das musste auch Mozilla in den elf Monaten feststellen, in denen Firefox OS nun auf dem Markt verfügbar ist. Mozilla ist aber weiterhin davon überzeugt, den Status Quo in der Mobilfunkindustrie ändern zu können und hat ganz konkrete Pläne, wie man mit gutem Beispiel vorangehen kann.

Einnahmen für Gerätehersteller durch Firefox OS-Updates

Alle drei Monate oder anders gesagt alle zwei großen Firefox-Versionen veröffentlicht Mozilla ein neues Major-Update für sein Betriebssystem Firefox OS. Gerätehersteller sind allerdings nur bedingt dazu in der Lage, diese ehrgeizige Vorgabe an die Endkunden weiterzugeben. Was für einen Desktop-Browser kein Problem ist, gestaltet sich für das Update des Betriebssystems eines Smartphones in der Praxis deutlich schwieriger: Mit dem Update der Software ist es schließlich nicht getan, die Hardware spielt eine wesentlich größere Rolle als es beim Desktop-Browser der Fall ist, Fehler auf einem Smartphone wirken sich weit verheerender aus, was die Qualitätssicherung komplexer macht, der Hersteller muss eine Infrastruktur zur Verteilung der Updates bereitstellen, es muss für diese Versionen auch Support geben. Anders formuliert: Dem Gerätehersteller, der nur mit dem Verkauf der Geräte Geld verdient, entstehen durch Updates Kosten, was gerade bei Low-End-Geräten, die eh schon für relativ wenig Geld den Besitzer wechseln, nicht sehr lukrativ für die Hersteller ist.

Das stets gut informierte Portal CNET berichtet nun unter Berufung auf Li Gong, COO der Mozilla Corporation und CEO von Mozilla China und Mozilla Taiwan, von Plänen, nach denen Mozilla darüber nachdenkt, dem Rechnung zu tragen, indem die Gerätehersteller an Einnahmen beteiligt werden, sofern sie die Geräte mit Updates versorgen. Ohne näher auf Details einzugehen werden dabei drei mögliche Einnahmequellen genannt, welche geteilt werden könnten: Einnahmen aus App-Verkäufen, Einnahmen generiert durch Suchanfragen in Firefox OS und Einnahmen aus App-Empfehlungen im Firefox Marketplace oder den Homescreens von Firefox OS. Es würde noch einige andere Möglichkeiten geben, wird Li Gong zitiert, denn man habe mit Firefox OS eine sehr anpassbare und flexible Plattform.

Verbesserungen des Update-Systems

Darüber hinaus plant Mozilla laut Li Gong diverse Verbesserungen des Update-Systems, welche ebenfalls ihren Anteil dazu beitragen sollen, dass es in Zukunft mehr Updates für Endkunden gibt. So schaue man nach Möglichkeiten, die System-Anwendungen von den Updates des Betriebssystems zu entkoppeln. Dann könnten Apps wie E-Mail, Galerie, Kalender, Musik oder der Browser selbst unabhängig vom Betriebssystem aktualisiert werden.

Außerdem arbeite Mozilla an Diff-Updates – statt wie bisher mit jedem Update das vollständige Firefox OS herunterladen und aktualisieren zu müssen, was auch immerhin deutlich über 100 MB sind, sollen nur noch die Teile heruntergeladen und geändert werden, welche sich auch verändert haben.

Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und ehemaliger Mozilla Repräsentant. Neben diesem Mozilla-Blog ist er Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox und betreibt außerdem die Webseiten firefox.agenedia.com, firefoxosdevices.org, mozilla.de sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone.

13 Kommentare - bis jetzt!

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  1. Simon
    schrieb am :

    Alles oben genannte zum Update-System ist absolut notwendig und m.M.n. wurde dies von Anfang an auch so verkündet (insb. durch Aufteilung in Gaia, Gong und den dritten Layer). Ich finde Mozilla hat hier nicht geliefert (oder den Aufwand unterschätzt). Die zügigen/langfristigen Updates waren für mich eines der wesentlichen Pro-Argumente für die Plattform.

    Davon abgesehen finde ich es einerseits vermutlich notwendig, Geräte-Hersteller über Geldanreize zum Updaten zu bringen, andererseits aber auch ziemlich grauenvoll für Mozilla. Die Firma hat wirklich schon so viel weniger Ressourcen als die Etablierten und muss nun auch noch etwas an die Geräte-Hersteller abgeben. Die derzeitigen Hersteller sollten sich mal selber überlegen wie ernst ihnen FFOS ist und wie sehr solch ein Eindruck (ala „die Handys mit FFOS bekommen null Updates“) die Plattform schädigen kann. Ich glaube sie sollten nochmal ernsthaft abwägen, wie wichtig ihnen FFOS ist und was sie für den Erfolg tun können. Aber vielleicht fühlen sie sich auch pudelwohl in ihrer Abhängigkeit von Android, ich weiß es nicht.

  2. schrieb am :

    Die Crux ist: in alle diese Teile wird immer mehr reingestopft, um sie NOCH komplexer zu machen. Wenn/weil Leute mit einem Gerät telefonieren, „appen“, spielen, Fotos knipsen und, und wollen/sollen, das bei solchem Handeln nach ein paar Stunden den Akku streckt. Und nix davon richtig gescheit kann…

    Eine Digicam kann bessere Fotos, am Comp kann man viel besser tippen usw. usw. Diese Phones sollten sich auf das nötige beschränken – aber der Zug ist wohl abgefahren. Bei den „guten“ Mozillas und bei den „bösen“ anderen.

    Das es dann Probs mit den Updates gibt, das darf nicht wundern.

  3. tino
    schrieb am :

    Das mit den Aktualisierungen bei denen nur Änderungen übertragen werden kommt bei den Android CustomROMS ja schon sehr gut an, bei Omni zum Beispiel.

    Hersteller für Updates zu bezahlen, da könnte sich Google mal ne Scheibe abschneiden, bei denen ist das ja ein oft kritisierter Punkt. Genannt „Fragmentierung“

  4. Freiheit
    schrieb am :

    Update Zeiten von mindestens 5 bis 6 Jahre wären Top und ein Grund zum Umstieg. Die Diff-Updates sind natürlich auch der richtige Weg. Jetzt noch ein Mittelklasse-Hardware Phone und der Weg ist der Richtige.

  5. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    @Simon:

    Alles oben genannte zum Update-System ist absolut notwendig und m.M.n. wurde dies von Anfang an auch so verkündet (insb. durch Aufteilung in Gaia, Gong und den dritten Layer). Ich finde Mozilla hat hier nicht geliefert (oder den Aufwand unterschätzt). Die zügigen/langfristigen Updates waren für mich eines der wesentlichen Pro-Argumente für die Plattform.

    So einfach ist das mit dem Liefern nicht. Mozilla selbst darf normalerweise ja überhaupt keine vollständigen Updates für die Geräte ausliefern. Gecko kommt von Mozilla und Gaia kommt von Mozilla, soweit nicht das Problem, auf der Treiber- / Kernelebene, da haben wir aber Teile, die sind Closed Source und an denen besitzt auch Mozilla keine Rechte. Da gibt es einen Begriff für, binary blobs. Das gilt selbst für Mozillas Referenz-Smartphone Flame, die Updates kommen über Thundersoft. Mozilla wird Nightly-Updates für Gecko und Gaia bereitstellen, aber wenn ein neues Base-Image notwendig ist, dann muss das von Thundersoft kommen.

    @Herr Hugo:

    Diese Phones sollten sich auf das nötige beschränken – aber der Zug ist wohl abgefahren. Bei den “guten” Mozillas und bei den “bösen” anderen.

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass diese Meinung viele Leute teilen werden, die ein Smartphone besitzen und sich bewusst dafür und gegen ein gewöhnliches Handy entschieden haben. Wer nur telefonieren möchte, braucht kein Smartphone. Der Sinn eines Smartphones ist es ja gerade mehr als das zu bieten. Ja, natürlich lässt sich an der Computer-Tastatur beispielsweise besser tippen. Aber die hast du genauso wenig in deiner Hosentasche wie du immer eine Kamera dabei hast, das Mobiltelefon normalerweise aber schon (denn sonst bräuchte man ja keines, zuhause gibt es Festnetz). Und für Gelegenheits-Schnappschüsse reicht das auch. Klar wird eine Smartphone-Kamera niemals mit einer vernünftigen Kamaera mithalten können. Aber ich kenne auch niemanden, der diesen Anspruch an eine Smartphone-Kamera stellt.

    Das es dann Probs mit den Updates gibt, das darf nicht wundern.

    Die Update-Problematik hat damit wenig zu tun, eher damit, dass es ein Aufwand ist, der Kosten verursacht und keinen Gewinn bringt. 😉

    @tino:

    Hersteller für Updates zu bezahlen, da könnte sich Google mal ne Scheibe abschneiden, bei denen ist das ja ein oft kritisierter Punkt. Genannt “Fragmentierung”

    Leider wahr. Und Mozilla muss zusehen, dass sie die Fragmentierung vermeiden. Darum sind auch Maßnahmen – welcher Art auch immer – notwendig. Denn genau in diese Richtung fängt es bereits an sich zu entwickeln, wenn man sich die bisherige Trägheit der Hersteller auch mit Firefox OS ansieht. Ich hoffe, dass diese Maßnahmen greifen.

    @Freiheit:

    Update Zeiten von mindestens 5 bis 6 Jahre wären Top und ein Grund zum Umstieg.

    Einhörner wären auch top. 😛 Updates für einen so langen Zeitraum zu garantieren, das ist definitiv ein Ding der Unmöglichkeit. Zwei Jahre maximal, mehr halte ich für nicht machbar. Aber ein Jahr wäre bereits schön. Und das ist auch der Zeitraum, den Mozilla mit T2Mobile für das Referenz-Smartphone Flame vereinbart hat. 😉

    Jetzt noch ein Mittelklasse-Hardware Phone und der Weg ist der Richtige.

    Wie sieht’s mit dem Geeksphone Revolution, T2Mobile Flame oder Alcatel One Touch Fire E aus? Schon Mittelklasse genug oder noch nicht genug?

  6. Fuchs
    schrieb am :

    Ich persönlich würde mir für die zukünftigen Geräte ein 720p Display wünschen… Mehr halte ich persönlich für sinnlos bei unter 5″. Lieber etwas Strom sparen und vielleicht endlich mal ein 3-Tages-Handy 🙂

    Jetzt lass ich mich erst mal vom Flame überzeugen, vielleicht reicht diese Auflösung auch meinen Bedürfnissen 😉

  7. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Lieber etwas Strom sparen und vielleicht endlich mal ein 3-Tages-Handy :-)

    Naja, sowas gibt es. Die alten Nokia-Klopper. Die halten sogar noch länger. 😉 Aber für ein Smartphone dürfte das schwierig werden, zumindest wenn man es nutzt. Mein Geeksphone Peak hält auch locker eine Woche durch, ohne dass es an der Steckdose ist – wenn ich es ausschließlich als Wecker nutze. Aber sobald man es als Haupt-Handy nutzt, ist es natürlich vorbei mit den traumhaften Akku-Laufzeiten. Und die Akkus verbessern sich ja schon seit Jahren nicht mehr nennenswert.

  8. schrieb am :

    wenn ich es ausschließlich als Wecker nutze

    Wenn ich meinen Wecker ausschließlich als Wecker nutze (anderes kann der ja nix), dann hält die Batterie iwas über einem/zwei Jahre…

    Wenn die Mozillisten oder Geeks ein Smartphone rausbringen, das bei dir als Haupt-Handy eine Woche hält und dich auch noch weckt dabei – DANN kannst du mir das empfehlen.

  9. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Solche Laufzeiten sind mit Lithium-Ionen-Akkus einfach nicht möglich. Es bräuchte eine ganz neue Akku-Technologie. 😉

  10. schrieb am :

    Paar Vorschläge: 

    – E-Ink Display – brauchste Farbe für Infos? Ich nicht…

    – „kräftezehrende“ Funktionen leicht ab/anschaltbar (ganz! abschaltbar): WIFI, GPS, Meldungen an Apple, Google, sonstwen

    Ich wette, dann käme man schon jetzt auf eine Woche (aber nicht dauernd am Teil rumspielen!)  Man muß eben Augenmaß beweisen bei der Verwendung.

    Oder glaubst du. ich habe hier zu Hause immer alles „unter Strom“, was ich hätte? Nee mein lieber: Strom kostet. Nicht so´n kleines Ultrabook mit 2 Std./Tag – sowas liefe eben mit. 

    Aber PC(s), Monitore, NAS und und – das zieht ordentlich. Also ist hier jetzt der Haupt-PC mit 2x 24″, das, was an ihn angeschlossen ist, mein NAS (HDDs gehen aber nach 10 min in Ruhe) und der Router aktiv – da ich aber fast nie WLAN brauche, ist das auch aus.

    Zu Hause hätte ich aber technisch IMMER Nachschub – so schnell geht der Strom nicht aus. Zwei Sachen müßten höchste Prio haben:

    Hersteller: alles in die Akkuforschung

    „Du und die vielen“: sparsame Nutzung, nur das, was du unbedingt brauchst.

    Das hat nix, aber auch garnix mit Smart-Phobie zu tun: 2×2 ist 4 und 1x am Tag stundenlang nachladen müssen! ist Sch****.

  11. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    E-Ink Display – brauchste Farbe für Infos? Ich nicht…

    Das kannst du kaum ernst meinen für ein Smartphone.

    “kräftezehrende” Funktionen leicht ab/anschaltbar (ganz! abschaltbar): WIFI, GPS

    Ist bei so ziemlich jedem Smartphone leicht abschaltbar.

    Ich wette, dann käme man schon jetzt auf eine Woche (aber nicht dauernd am Teil rumspielen!)  Man muß eben Augenmaß beweisen bei der Verwendung.

    Nein. Nicht, wenn man sein Smartphone nutzt.

    Hersteller: alles in die Akkuforschung

    Und das bezahlt wer? Smartphone-Nutzer haben sich im Allgemeinen damit arrangiert, dass das Smartphone spätestens nach zwei Tagen an die Steckdose muss. Sehe ich persönlich auch kein Problem damit, an Steckdosen mangelt es ja nicht. Klar, bei den berühmten drei Dingen, die ich mir für eine einsame Insel wünschen würde, wär das Smartphone natürlich nicht dabei, das wäre kein langes Vergnügen.

  12. Julius
    schrieb am :

    Ohne jetzt ein Super-Handy zu fordern – mir wäre ein Handy mit vernünftigen Display (das vom Nexus 4 ist gut, FullHD und drüber müssen es bei <5″ definitiv nicht sein), guter (und aktuell gehaltener) Software und angemessen schneller Hardware (meine damit aber nicht den neusten 2,5GHz Octacore…) und guter Akkulaufzeit (sollte auch als Feature zählen!) lieber als das neuste, superdünne Modell mit 4K-Kamera…

    Es kann aber auch sein, dass ich als Nutzer nicht im Geringsten Ahnung von der Entwicklung eines Smartphones haben kann und die Entwickler und vor allem die Marketing-Experten da eine ganz andere Sicht drauf haben.

    Ein eInk-Display gehört m.M.n. in einen eBook-Reader oder höchstens als sinnvoll nutzbares Zusatzdisplay ins Smartphone.

    Julius

  13. Sören Hentzschel Verfasser des Artikels
    schrieb am :

    Es kann aber auch sein, dass ich als Nutzer nicht im Geringsten Ahnung von der Entwicklung eines Smartphones haben kann und die Entwickler und vor allem die Marketing-Experten da eine ganz andere Sicht drauf haben.

    Ich glaube, die Bedürfnisse sind schon ziemlich individuell. Ob du viel oder wenig Ahnung vo der Entwicklung eines Smartphones hast, am Ende ist dir halt die Kamera wichtig oder unwichtig, das Design wichtig oder unwichtig und so weiter. Für mich ist das Design eines Smartphones mit das wichtigste Argument für ein Smartphone und unter anderem darum habe ich ein HTC One. Für andere wäre das vielleicht überhaupt kein Argument. Ein anderer Grund sind ganz einfach meine positiven Erfahrungen in der Vergangenheit mit HTC. Ich war immer zufrieden, also vertraue ich der Marke weiterhin und gebe ihr bei zwei gleich guten Geräten den Vorzug. Auf dem Leistungsniveau nehmen sich die ganzen Geräte ja sowieso nicht viel, die können alle was, da kann man sich wirklich aussuchen, welche Kriterien man wie stark gewichtet. Was ich sagen will, viel Ahnung brauchst du nicht, du musst nur wissen, was du eigentlich willst. 😉

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