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Mozilla Eir: Firefox OS wird zur medizinischen Plattform

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Unter dem internen Codenamen Eir arbeitet Mozilla an einer medizinischen Open Source-Plattform auf Basis von Firefox OS. Eine erster Prototyp soll im Juni gezeigt werden.

Mit der weltweit immer älter werdenden Bevölkerung gibt es auch einen rapiden Anstieg an Patienten, welche an das Bett oder Zuhause gebunden sind. Zwar gibt es bereits einige Apps, welche einen mit persönlichen medizinischen Informationen versorgen, zur Analyse oder zum Monitoring genutzt werden können, welche der Projektbeschreibung nach aber auf Betriebssystemen genutzt werden, welche gerade für ältere Patienten häufig schwierig zu verwenden sind.

Mit Eir (interner Codename; genauso gesprochen wie das englische Wort „air“) möchte man Nutzer erreichen, welche Schwierigkeiten haben, einen Arzt zu erreichen, einen zentralisierten Platz für alle ihre medizinischen Apps haben wollen und die nicht mit den vorhandenen und komplizierten mobilen Betriebssystemen vertraut sind, was sich in einer besonders einfachen und nutzerfreundlichen Benutzeroberfläche wiederspiegeln soll. Firefox OS soll außerdem dafür optimiert werden, Daten von anderen medizinischen oder anderen IoT-Geräten zu empfangen. Die Idee hinter Eir ist ein Cloud-basiertes System, welches den Gesundheitszustand der Patienten überwacht und Ärzte zeitnah mit Daten versorgt. Eir soll Informationen von verschiedenen medizinischen Geräten sammeln, so dass auch der Arzt nur noch eine einzige Quelle benötigt, um weitergehende Diagnosen stellen zu können.

Firefox OS Eir

Die medizinische Plattform soll eine engere Verbindung zwischen Patienten, deren Familienmitgliedern sowie den Ärzten bringen. Zu Beginn wird man sich auf den Austausch von gesundheitlichen und medizinischen Informationen fokussieren.

Firefox OS Eir

Die Plattform besteht aus drei Komponenten: dem Endgerät, dem Internet-Hub sowie dem Datencenter. Unter den Endgeräten werden Geräte verstanden, welche Gesundheitsdaten des Patienten empfangen, wie beispielsweise den Blutdruck. Das Gerät kann, sofern es einen Bildschirm besitzt, dem Patienten direkt Informationen anzeigen, es kann auch als Kommunikationskanal zwischen Patient und Arzt dienen. So könnte das Gerät regelmäßig Informationen zur Diagnose durch den Arzt an das Datencenter senden und der Arzt Vorschläge zurück an den Patienten.

Da nicht alle tragbaren Geräte und medizinischen Instrumente über Internet-Fähigkeiten besitzen, ist die Aufgabe des Internet-Hubs, diese Geräte beispeilsweise über Bluetooth miteinander zu verbinden und die Daten wiederum mit dem Datencenter zu verbinden. Auch die Akkulaufzeit von Geräten kann hier ein Faktor sein, da ein Gerät mehr Strom benötigt, wenn es selbst auf das Internet zugreift.

Schließlich gibt es noch das Datencenter, welches die Daten von Endgeräten und/oder dem Internet-Hub erhält. In der Zukunft wäre auch denkbar, Daten von anderen Krankenhäusern etc. zu erhalten. Das Datencenter soll die Informationen verarbeiten und eine webbasierte Management-Konsole für die Ärzte bereitstellen, welche Dignosen erlaubt. Auch soll es eine Konsole für Patienten und Familienangehörige zur Verfügung stellen, um diese über den Gesundheitszustand des Patienten informieren zu können.

 

Firefox OS Eir

Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Es werden drei Phasen genannt, wovon die erste Phase den Betrieb auf einem Raspberry Pi 2 nennt. In der zweiten (optionalen) Phase wird ein Firefox OS Emulator genannt und schließlich Wearable Devices als Phase 3. Einen ersten Prototyp möchte man im Juni im Rahmen der Mozilla-internen Workweek in London zeigen. Das Team besteht derzeit aus 37 Leuten, dabei arbeitet man mit Hochschul-Absolventen der National Central University in Taiwan sowie Ärzten zusammen.
Dieser Artikel wurde von Sören Hentzschel verfasst.

Sören Hentzschel ist Webentwickler und ehemaliger Mozilla Repräsentant. Neben diesem Mozilla-Blog ist er Administrator des deutschsprachigen Firefox Hilfeforums Camp Firefox und betreibt außerdem die Webseiten firefox.agenedia.com, firefoxosdevices.org, mozilla.de sowie das Fußball-Portal Soccer-Zone.

1 Kommentar - bis jetzt!

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  1. Michael M.
    schrieb am :

    Nicht, dass ich das brauchen würde (zumindest jetzt noch nicht …), aber wenn ich mal einen Anbieter auswählen muss, dem ich medizinische Daten anvertraue, dann bin ich froh, wenn ich nicht nur die Wahl zwischen Pest und Cholera (sprich: Google, Apple, Microsoft) habe.

    Übrigens: "It could be […] a smartphone […] running a designed FxOS App […]." heißt es im MozillaWiki. Da ich noch immer die Hoffnung hege, dass Firefox OS für Smartphones doch nicht ganz so tot ist, wie es sich zurzeit anhört, klingt das auch ganz gut.

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